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WIENER BEITRÄGE
ZUR
ENGLISCHEN PHILOLOGIE
BEGRÜNDET VON WEIL. J. SCHIPPER
UNTER MITWIRKUN G VON
DR. A. POGATSCHER DR. R. FISCHER
EMERIT. ORD, PROF. DER ORD. PROF. DER ENGL.
ENGL. PHILOLOGIE AN DER PHILOLOGIE AN DER UNI-
UNIVERSITÄT IN GRAZ VERSITÄT IN INNSBRUCK
DR. L. KELLNER DR. R. BROTANEK DB. A, EICHLER
FMERIT. ORD. PROF. DER ORD,. PROF. DER ENGL, ORD. PROF. DER ENGL.
ENGL. PHILOLOGIE AN DER PHILOLOGIE AN DER UNI- PHILOLOGIE AN DER UNI-
UNIVERSITÄT CZERNOWITZ VERSITÄT IN ERLANGEN VERSITÄT IN GRAZ
HERAUSGEGEBEN
voN
D*- KARL LUICK
ORD PROF. DER ENGL. PHILOLOGIE AN DER UNIVERSITÄT IN WIEN
Lil. BAND
WIEN UND LEIPZIG 1923
WILHELM BRAUMÜLLER
UNIVERSITÄTS-VERLAGSBUCHHANDLUNG GES. M. B. H.
DAS ZEITWORT DO
IN CHAUCERS PROSA
Dr. RUDOLF HITTMAIR
WIEN un LEIPZIG 1923
. WILHELM BRAUMÜLLER
“ UNIVERSITÄTS-VERLAGSBUCHHANDLUNG GES. M. B. H.
Alle Rechte, insbesondere das der Übersetzung, vorbehalten.
DRUCK DER WAGNER'SCHEN UNIVERSITÄTS-BUCHDRUCKEREI IN INNSBRUCK.
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En
INHALT:
‘Do unter den Zeitwörtern. Bedeutung und Behandlung des Problems
. ass en 2 Seite
Bedeutung und Stellung von do innerhalb der Zeitwörter . . . 1
‚Behandlung syntaktischer Fragen . . . 2. 2 2 2 2.2...
“Chaucers Bedeutung für das Problem .
Arbeiten über do, Spezialuntersuchungen
=> 0 1
Umfang und Material der Untersuchung.
| Umfang, do als Haupt- und Hilfeverbum . . . BE 7
‚Grundsätze der Einteilung nach dem N.E.D,. u So % 8
9
Aktionsarten von do. . . . ; Eier Re
Material, Chaucers Prosa . 2 2: 0 nn nn "9
Ueberlieferung . . . » 2 2 2 2 2 ee 2 2 20... U
Ball un re ee 18
Entstehungszeit . > 2 2 2 2 nennen. .l4
huellen.. ua Sa we ee ee ee. 16
Consolatio Silosopnine I as Aare Me ie re: OS ie ieh wer ae AL
ü Umfang des Materials . 2 00 en 20
_ Do bei Chaucer.
‘A. Do:
l. Transitive Verwendung . 2... 2 2 nn
Wesen des Akk.- und Dat. -Obj. a ; 22
Begriffsentwicklung von.do in Verbindung PN Ökjekten. 26
Do mit Akk.- und Dativ-Obj. ohne to, N.E.D. 1,4, L,4b . 27
Do mit Akk.- und Dativ-Obj. mit to, N.E.D. L5. .. ..80
Dativ-Obj. mit und ohne to in Chaucers Prosa . . ... 3
Do mit Akk.-Obj. N.E.D. 1,6. . 2. 2 2 222m e...8D
Passive Fügung, Partiz. N.E.D. 18 .... 2.2.0. 36
Die einzelnen Obj.-Begriffe . . . 2. 2. 2 20 0.. 38
N.E.D. l,6a—e, I,7, 19... 2020238, 44, 46
Die sinnverwandten Verba make und Werke mit ihren Obj. . 46
\ -_ <
930156
BON
der Cotton Metra .
II. Intransitive Verwendung .
N.E.D. 1,15 ae
Stellung der Adverbia .
Das sinnverwandte Verbum werke }
III. Kausale und auxiliare Verwendung
1. Begrüindendes do und Infin. ohne, mit io aut. for to ;
Das sinnverwandte Verbum let
Das sinnverwandte Verbum make
Andere Kausativa .
. Stellvertretendes do .
3. Umschreibendes do ; i
Historische Entwicklung der Konstnktiin
bei Alfred nal lee ie ee
bei Chaucer .
bei seinen Nachfolgern, be Tydcate he Walton
IV. Besondere Verwendung von do-Formen,. to do N. E.D. IV, 33
V. Do mit Präpositionen
1)
VI. Do mit Adverbien . . 2 2 2 2 Er 2 nee
. Doing .
Verb.-Subst. und bernd,
Entstehung
Unterscheidung - ar,
DOEkB. . u. ur ma Dr We
Komposita |
Zusammenfassung .
. 102
" Seite
103
Do in Chaucers Beece und anderen englischen Uebertragungen.
Vergleich derChaucer’sehen Boethius-Uebersetzung bez. desGebrauches
von do mit der we von Alfred .
von Walton .
Colville
Challoner
Elisabeth .
Zusammenfassung und allgemeine Folgerungen .
. 112
105
112
112
113
114
123
Do unter den Zeitwörtern. eig und Behandlung
des Problems.
Bedeutung und Stellung von do innerhalb der
Zeitwörter..
Von allen englischen Verben ist do eines der fesselndsten
and reichsten; durch die Mannigfaltigkeit seiner Bedeutungen,
durch die Ausdehnung und Vielseitigkeit seiner Verwendungen,
ist es zu einem der feinsten ‚Instrumente sprachlichen Aus-
drucks geworden.
Schon formal nimmt es eine Sonderstellung ein, es Ban
ja zu den themavokallosen Zeitwörtern, die in den meisten
idg. Sprachen keine zahlreichen, dafür aber umso wichtigere,
für den täglichen Sprachgebrauch unentbehrliche. Nerteler
aufweisen.
Sogar im Ost- und Nordgermanischen, wo do selbst merk-
würdigerweise fehlt, ist wenigstens seine Spur in den Präteri-
talendungen der schwachen Verba häufig genug anzutreffen.
(Vgl. W. Horn, Sprachkörper und Sprachfunktion, Palaestra
135 [1921] S.50 $44, — H. Collitz, Das schwache Prät. und
seine Vorgeschichte, Hesperia 1 [1912], das nach ihm eine
eigenartige Entwicklung des idg. medialen Perfekts sein soll.
Dagegen Sverdrup, J. F. 35, Anz. 5.)
. Eine nähere Betrachtung des Verbums führt auch ein in
die inneren Aufgaben und Leistungen der Syntax, denn aus
dem Hauptverbum ist in mannigfacher Weise ein Hilfswort,
ein unterstützendes Element für vielerlei Ausdrucksarten ge-
worden, ein Modalverb, das nicht einen Begrifi, sondern nur
die Modifizierung eines schon gegebenen Begriffes bietet, nicht
«ine Tätigkeit, sondern nur eine Buweanenıe En be-
schreibt. |
1
DE) En
Behandlung syntaktischer Fragen.
Zur Behandlung syntaktischer Probleme können verschie-
dene Wege eingeschlagen werden. So zahlreich und äußerlich
einander unähnlich aber auch die Methoden sein mögen (vgl.
Deutschbein, System der ne. Syntax $ 1!), zurückzuführen sind
sie doch ‘der Hauptsache nach auf zwei Ausgangspunkte, auf
das Material und auf die Aufgaben der Sprache. Wie werden
die. Wörter, die verschiedenen Formen und Verbindungen der-
selben verwendet? Damit ist das Gebiet der grammatischen
Kategorie, die formelle Seite der Sprache bezeichnet, die aus
‚Wörtern und grammatischen Formen mit ihren bestimmten
Funktionen. besteht. Die Frage nach den . Zwecken, die die
Sprache zu erfüllen hat, betrifft ihre logische Seite: wie kann
der Sprechende Gedanken und Gedankenverbindungen - zur
Mitteilung bringen? Logisch besteht demgemäß die: Sprache
aus Funktionen, die: durch verschiedene sprachlich-formelle
Mittel gegeben werden können, Denkkategorien, die: in be-
stimmten : Redekategorien - ihren äußeren Ausdruck finden.
(Western; Jespersen, Sprogets logik; Mod. Engl. Grammar P. II
vol. 1,8. 2ff. Er unterscheidet drei ‚ROICHer ‚Funktionen, the
three ranks.) = j
"Welche Sehsihrirkeiten diese Probleme Diäten, zeigt schon
ne Verhältnis der grammatischen,- logischen und psychologi-
schen Kategorien zueinander. 'Grammatische‘und logische Be-
griffsformen decken sich sehr oft nicht, denn selbst wenn
streng logisch gedacht wird,- ist nicht -immer der genau ent-
sprechende Ausdruck zur Hand. Auch grammätische und: PSY-
chologische Kategorien gehen auseinander; obwohl jede gram-
matische Begriffsklasse ‘eigentlich auf einer psychologischen
beruht; das heißt soviel; daß jede grammatische Kategorie ur-
‚sprünglich eine psychologische war, bis sie durch sprachliche
Ausdrucksmittel äußerlich erkennbar, somit zu einer gram-
matischen wurde. Dadurch gewinnt sie feste Form; erstarrt,
wird Gegenstand der Tradition, ‘die psychologische hingegen
bleibt lebendig und verändert sich viel leichter: Durch solchen
Wechsel, Bedeutungswandel, verschiebt sich das Verhältnis
ER
zwischen den beiden Klassen, bis’ das Bedürfnis nach: einem
' Ausgleich endlich ein NS CHEUCKEN. der grammatischen. Begriffs-
form bewirkt.
Die sichere Grundlage für die syntaktische Tnlersncinäe:
wird durch das Material, durch die Mittel der Sprache geboten,
die grammatlische Kategorie bildet. den Ausgangspunkt. Aller-
dings.ist es zur Erkenntnis der sprachlichen Entwicklung, der.
Umwandlung sprachlicher Ausdrucksformen auch notwendig,
die logischen Verhältnisse und .psychischen .Vorgänge zu be-:
rücksichtigen. ’Western sagt (in der Besprechung von 'Deutsch-
beins Arbeiten, Anglia Beibl. Bd. 29 und 31): Solange wir uns
an die sprachlichen Tatsachen halten, befinden wir. uns auf
sicherem Grunde. Begeben wir uns in:die Irrgänge der Sprach
philosophie hinein, ist zu befürchten, daß wir den Weg nicht
wieder herausfinden, — Seiner Ueberzeugung nach ist' die
Sprache. lange nicht so philosophisch, wie sie die Sprach
meister machen wollen. Bei .unparteiischer Betrachtung wird:
man im allgemeinen. finden, daß die sprachlichen Phänomene
weit einfacher als die Erklärungen der Sprachphilosophen sind.
Chaucers Bedeutung für das Problem. Er
In der historischen Darchlsssshung: der Verwendung v von
do ist es von Wichtigkeit, den Gebrauch des Verbums zu-
nächst ‚bei Chaucer allseitig festzustellen. Chaucers Werk
bedeutet ja nicht nur im allgemeinen einen mächtigen Schritt
nach vorwärts in der weiteren Ausgestaltung und Verbreitung
der Gemeinsprache, sondern stellt auch im einzelnen für die
Entwicklungsgeschichte von do in mancher Hinsicht einen Ein-
schnitt und Wendepunkt dar. Ten Brinks Ansicht, daß der
Ausgangspunkt der englischen Schriftsprache bei Chaucer zu
fixieren sei, kann gegenüber den Ergebnissen der Forschungen
Morsbachs und der auf seine Anregung hin entstandenen Ar-
beiten über die Anfänge der englischen Gemeinsprache wohl
"kaum. mehr aufrecht. erhalten werden; vor allem ist da zu
nennen Morsbachs grundlegende’ Schrift „Ueber den Ursprung
der ne. Schriftsprache“ (1888, die Besprechungen stellt Flas-
1*
u Zi. Be
dieck in seinem unten näher bezeichneten Buch TI. 1/8 zu-
sammen), ferner die. verschiedenen Veröffentlichungen in den
von Morsbach herausgegebenen Studien zur engl. Phil., unter
anderen Lekebusch Jul, Die Londoner. Urkundensprache von
1430—1500 (H. 23 der Sammlung), Dölle E. Zur Sprache
Londons vor Chaucer (H. 32), Frieshammer Joh., Die sprach-
lichen Formen der Chaucer’schen Prosa .. (H. 41; s. S. 11),
endlich: Flasdieck Herm. M., Forschungen zur Frühzeit der ne.
Schriftsprache (H. 65 und 66). Eine gute Orientierung bietet
Hoops in der Engl. Sprachkunde, I, 6 und 7 (Bd. 9 der
Wissensch. Forschungsberichte, 1923).
Chaucers Einwirkung auf seine Zeitgenossen und die zahl-
reichen Schüler ist aber doch sehr nachhaltig und tiefgreifend,
sein Einfluß wird des öfteren stark unterschätzt und ist sicher
nicht so beschränkt und oberflächlich, wie z. B. Dibelius an-
nahm, John Capgrave und die engl. Schriftsprache, Anglia
23/153, 323, 427 (1901); 24/211, 269 (1902). Flasdieck ver-
zeichnet die vielen Gegenäußerungen (TI. 1/9, 10). In. dem
ersten Teil seiner „Forschungen“ (I. Kap. Die Probleme der
werdenden Schriftsprache) gibt Flasdieck eine genaue Ueber-
sicht über den augenblicklichen Stand der schwierigen Frage
mit reichlichen Literaturangaben. Unter anderem führt er die
Ansichten A. Schröers an (Tl. 1/8 Anm. 1: „Auf dem Stand-
punkt t. Brink’s steht im wesentlichen auch heute noch
Schröer“, 10, 11). Letzterer nimmt dazu Stellung in der Aus-
gabe seiner Rede: „Ueber die Sprache als Kunst und die Welt-
macht-Stellung der Engländer* (S. 8 Anm. 5; Kölner Univ.-
Reden Nr. 8, 1922);. er betont neuerdings die Bedeutung
Chaucers; nicht so sehr darum handle es sich, wie die Lon-
doner Sprache zu jener Zeit im einzelnen lautete, sondern
vielmehr darum, wie und wodurch sie weiterwirkte.
Arbeiten über do, Spezialuntersuchungen.
Eine ganze Reihe von Arbeiten und Abhandlungen befaßt
sich mit do, oft auch mit dem Bestand bei Chaucer, zum'
wenigsten in eigenen Abschnitten, ein deutliches Zeichen für
die Bedeutsamkeit des Problems im ganzen großen, für die
er
Wichtigkeit. des. Sprachgebrauches des Dichters im besonderen,
Aber in vollem Umfange (auch als Begrifisverb) wird das Zeit-
wort selten untersucht, zumeist und eingehend wird seine se-
kundäre Verwendung, seine Rolle als Hilfsverb behandelt; so
schon von F. Koch in seiner „Historischen Grammatik der engl.
Sprache“ (II $ 21) und E. Mätzner im 2, Teil der „Engl.
Grammatik* (II S. 57), ebenso im Ae. Wörterbuch (Bd, 2 der
Ae. Sprachproben). Jede umfangreichere Darstellung der eng-
lischen Syntax vom historischen Standpunkt aus hat sich mit
do zu beschäftigen, so z. B. Einenkel in den „Streifzügen durch
die me. Syntax mit besonderer Berücksichtigung. der Sprache
Chaucers®* S. 232 u. ö.; L. Kellner in den Historical Outlines
of Engl. Syntax« $ 352; oder Lounsbury- in der »History of
the Engl. Language« $ 155, 249, 380, u. ö.; Sweet widmet in
der New Engl. Grammar, II Syntax den Do-forms unter den
Verb-Tenses längere Ausführungen, $ 2169—95. In dem
„System der ne, Syntax“ an mehreren Stellen, vor allem im
& 35, betrachtet es Deutschbein von sprachhistorisch-psycho-
logischem Gesichtspunkte aus. Manche wichtige Beobachtung
und wertvolle Ergänzung bringt Fr. Western in der Besprechung
dieser und zweier anderer Arbeiten Deutschbeins, Anglia
Beibl. 29/161, 345 (1918), 31/216 (1920), auch Fehr, Archiv
136. (36.) Bd. S. 176—181.
Natürlich spielt das Zeitwort in den verschiedenen Einzel-
untersuchungen eine große Rolle; die hier in Betracht kommen-
den werden fallweise angeführt, wie z. B. Wülfing, Syntax in
den Werken Alfreds des Großen, — Kenyon, The Syntax of the
Infin. in Chaucer, S. 153 ff. Ch. Soc. 2nd ser. vol. 44, — oder
A. Courmont, Studies in Lydgate’s Syntax in the Temple of
Glas, Bibl. de la fac. des lettres vol. 28, (Paris 1912) $ 48, 49
(besprochen von Eugen Borst E, St. 45/77 und J. F. Royster
s. u.), desgleichen sprachrhythmische Arbeiten, wie die von J.
Bihl, Die Wirkung des Rhythmus in der Sprache von Chaucer
und Gower, Angl. Forsch. H. 50, $ 257, 266, — von Fr. Stro-
heker, Doppelformen und Rhythmus bei Marlowe und Kyd,
Diss, Heidelberg (1913) S. 73, — von Otto Ziesenis, Einfluß des
Rhythmus auf Silbenmessung ... und Syntax bei Lyly, Greene
u. 6.
und Peele, Diss: Kiel (1915) S. 95. — Gemäß dem Zwecke
ihrer Werke. geben Krüger in seiner Syntax,. Wendt in der
Syntax des heutigen Englisch, Poutsma in >A Grammar of
late modern English«e (P. I. sect. 1 $ 64 p. Il sect. 1B) u.a. m.
‚eine genaue Einteilung und eingehende Sen ms des gegen-
ae Zustandes. |
‘Die erste bekannte Spezialarbeit ist. die von Dietrich
Rohde, Das Hülfszeitwort to do bei Shakespeare, Diss. Göt-
tingen (1872).: Dann untersucht Hugo Dietze auf Anregung von
Professor Franz „Das umschreibende. do in der neuenglischen
Prosa“ Diss. Jena (1895) (S. 7—17 Vorgeschichte, Ae. und
Me.), Luick und Swoboda veröffentlichten Aufsätze im 23. und
24. Jahrgange d. Zeitschr. f. Realschulwesen (1898 und 1899).
Einen ‚wertvollen Beitrag zur historischen Entwicklung (be-
sonders bei Lydgate) liefert James Finch Royster in; seinem
‚Artikel, The Do-Auxiliary 1400—1450, Mod. Philology, XI1/449
[189] (1915), ergänzt in den Studies in Philology, XII No. 1
(Univ. of North Carolina); im Anschluß daran macht Sam,
Moore weitere Angaben für »Robert Mannyng’s Use of Do as
Auxiliary«, und darüber hinaus für dessen Sprachgebiet, Mod.
‚Lang. Notes XXXII1/385 (1918). Auf Deutschbeins Anregung
ist die. Arbeit von: Hildeg. Harz zurückzuführen: Die Um-
schreibung mit do in Shakespeares Prosa, Neue Anglist.. Ar-
‚beiten H.2 (1918). Besprochen wurde sie von Ekwall, Anglia
-Beibl. 30/228 (1919), von W. Keller im Jahrbuch d. deutschen
‘:Shakespeare-Ges. Bd. 55/161 (1919), sehr eingehend von Franz,
'E. St. 54/297 .(1920). | |
Seine Aeußerungen und Urteile bilden eine reiche Ergänzung
der betreffenden ausführlichen Abschnitte seiner Shakespeare-
Grammatik ($ 594—602),. die wiederum Abbots Darstellung in
‘der Shakespearian Grammar berichtigen und erweitern. Otto
.‚Zilling, Das Hilfsverb Do im Me., Diss. Halle (1918), kommt zu
‘Ergebnissen, die teilweise schon Deutschbein in der. ne. Syntax
‚kurz .anführt $ 35, 3, S. 80. Endlich widmet Hoops dem
‚Hilfszeitwort do Beachtung in der „Englischen Sprachkunde*“
‘VI, 3 Verb. S. 94—96 er 9 der. Wissensch, ar
‘berichte, 1923). |
Umfang und Material der Untersuchung.
Umfang, do als Haupt- und Hilfsverbum.
Do soll in vollem Umfange als Haupt- und als Hilfsverbum
untersucht werden, denn erst eine Darstellung des gesamten
Gebrauches gewährt einen richtigen, in sich geschlossenen
Einblick, das Werden und die Entwicklung der einzelnen Ver-
wendungen sind leichter zu verfolgen, im Verhältnis zum
Ganzen .zu. wägen und abzuschätzen. _
"Zunächst soll Chaucers Prosa daraufhin angesehen Werden.
_ Damit ist ein Doppeltes erreicht, vor allem ist der Bestand bei
Chaucer im großen Umriß festgestellt, denn Prosa und Vers-
sprache unterscheiden sich gerade bei do nicht erheblich, dann
aber ist damit ein typisches Bild der Verwendung von do weit
über Chaucer und seine Zeit hinaus gewonnen. Mögen auch
me. Denkmäler zeitlich weit auseinander liegen, aus verschie-
denen Dialektgebieten stammen, in Prosa oder Versen abgefaßt
sein, überall und immer wieder erscheint in ihnen do in Ver-
bindung mit bestimmten Ausdrücken, in oft gebrauchten Re-
densarten, die für das Me. geradezu kennzeichnend werden.
Und dafür soll Chaucer ein charakteristisches Beispiel bieten.
In erster-Linie bezieht sich das auf die primären Begriffe, auf
do als Hauptverb, denn in bestimmten sekundären -Bedeutungen
(do als Hilfsverb) ist eine Weiterentwicklung besonders in der
Periode unmittelbar nach Chaucer erfolgt. Material bieten die
Werke seiner Schüler und Nachfolger, wie Occleve, Lydgate
u.a. über Ashby, Bradshaw bis zu Stephen Hawes, dem letzten
großen Vertreter der Chaucerschule, die Gedichte von Osbern
Bokenam-Suffolk, John Audelay-Shropshire, den Hauptvertretern
ihrer Mundart, die Prosaschriften von Capgrave, John Mirk
(Myre), Pecock bis zu Caxton und John Fisher.
er
Das Problem ist bei Einstellung auf Chaucer durch folgende
Fragen zu fassen und zu umgrenzen. Welche Stellung nimmt
Chaucer ein in der Gesamtentwicklung von do? Sind die ver-
schiedenen Verwendungsmöglichkeiten von do als Begriffs-, als
Hilfszeitwort bei Chaucer vorhanden, welche derselben ge-
braucht er, bis zu welchem Grade sind sie bei ihm ausgestaltet
und entwickelt? Um den Geltungsbereich und die Wichtigkeit
dieses Zeitwortes in vollem Umfange und. in seiner Stellung
zum Ganzen genauer zu erkennen, müssen auch andere Fragen
berührt werden, die damit in Zusammenhang stehen, das Be-
deutungsgebiet des Verbums ergänzen oder einschränken (z. B:
sinnverwandte Verba, Verba nach: Art von do konstruiert,
Objektsbegriffe, nähere Bestimmungen u. s. w.).
‚Grundsätze der Einteilung nach dem N.E.D. |
Ueber die Gesamtentwicklung gibt Murray im N. E. D.
(Do im Bande D und E) eine vortreffliche Orientierung; nach
dieser Uebersicht wurde das Material ern Es ergeben
sich folgende Abschnitte:
1. Do regiert ein Objekt, ist transitiv zebrancht (transitive
senses) und zwar in den hauptsächlichen Bedeutungen von
a) setzen, stellen, legen,
b) machen, verleihen, geben,
e) ausführen, vollziehen, bewirken.
II. Ohne Objekt, intransitiv (intransitive senses) heißt es:
eine Handlung, Tat ausführen; tätig sein, handeln, wirken,
IM. Do in causal and auziliary uses; hier ist’ zu trennen
zwischen der Verwendung als Begrifis- und als Modalverb.
Wenn sie auch in ursächlichem Zusammenhang stehen, hätte:
doch die Unterscheidung schärfer betont werden sollen. Primär
gebraucht, gibt do die Ursache einer Handlung an, soferne
letztere durch ein Zeitwort ausgedrückt ist, es ist also a) be-
gründend.
Als Hilfszeitwort dient es b) zur ARTEN ESFSEN für ein
anderes Verbum, c) als Stütze zur Umschreibung einfacher
Zeiten. Ä
9
- -. W, Einige Formen :des Verbums wie Imperativ, Infinitiv,
Partizip Präs. und Perf, werden manchmal in besonderer Be-
deutung gebraucht und daher gesondert behandelt, obwohl sie
ihrem Wesen ‚nach zu einer der ersten ‚drei nn ge-
hören. |
V. Das er ist der ‚Fall, wenn Präpositionen an do.
herantreten.
VI, Endlich können Adverbien sich eng an das Verbum
schließen, mit ihm förmlich zu einem Begriff zusammenfließen..
Auch bei diesen letzten Abteilungen handelt es sich um tran-
sitiven oder intransitiven Gebrauch des Verbums, auch sie fielen
also eigentlich unter Gruppe I oder II.
Jeder der angeführten großen Abschnitte zerfällt in klei--
nere Gruppen und Abteilungen, die Bumee zu nennen sein.
werden, | |
Aktionsarten von do.
Ueber die Aktionsart von do läßt sich allgemein Gültiges:
wohl kaum feststellen; es ist schon im Ae. und natürlich auch:
bei Chaucer in seinen Bedeutungen zu allgemein und vielseitig.
Als Hauptverbum im Sinne von „etwas Bestimmtes ausführen,
durchführen, vollziehen u. s. w.* ist es wohl terminat, Anders
als Hilfszeitwort, wo es als Mittel der Durativierung betrachtet
werden kann. In der Dauer liegt selbstverständlich auch eine
gewisse Intensität (Deutschbein: Do als Intensivum). Für
Chaucer kommt jedoch diese Aktionsart kaum in Betracht.
Das stellvertretende do scheint die Aktionsart des vertretenen
Verbums zu haben. Dazu H. W. Pollak: Studien zum ger-
manischen Verbum, I Ueber Aktionsarten, P. B. Beiträge 44/353,
(1920), O. Funke: Die Fügung ginnen mit dem Inf. im Me.,
E. St. 56/1, (1922).
Material, Chaucers Prosa,
Für sprachliche Untersuchungen zerfällt das Lebenswerk
Chaucers in zwei Teile, die Dichtungen in metrischer Form
und die .Prosaschriften.
=, I
'“ Wenn auch erstere durch Metrum und’ Reim’ gebunden
sind ‘und dadurch stets kleinere Veränderungen in der Diktion
!bedingt. werden, so sind doch bei Chaucer nicht. zwei getremmte
“ Arten des Ausdrucks je nach der äußern Form, ob Vers oder
Prosa, zu unterscheiden. (Jespersen, Growth and Structure of
the Engl. Lang. $ 226.) Ebenso erachtet auch Deutschbein
(Syntax $ 12, 5) ganz im allgemeinen den Einfluß des Vers-
maßes für verhältnismäßig gering, sogar auf die Wortstellung
ist er nicht allzu groß, denn ungewöhnliche Stellungen wird
auch die Poesie vermeiden; Eugen Borst dagegen spricht wohl
der Untersuchung der. pvelischen Wortfügung nicht die Be-
rechtigung ab, hält aber die Wahl eines Prosatextes zu einer
Entscheidung in solchen Fragen für selbstverständlich. (Zur
Stellung des Adverbs bei Chaucer, E. St, 42/339,. Fußnote 342,
E. St. 41/92.) Wyld (Kurze Geschichte des Englischen,. $: 374)
findet jedoch gewisse Abweichungen heraus, die gebundene
‘Sprache Chaucers .sei altertümlicher und weise mehr rein
‚südliche und kentische Elemente auf, während die Prosa
größere . Aehnlichkeit mit den jüngeren Londoner Urkunden
zeige. „Man darf ännehmen, daß Chaucer den besten Typus
des zeitgenössischen Londoner Englisch, nämlich das am Hofe
‚gebrauchte, sprach und schrieb, und. daß die Mundart am
besten in seiner Prosa vertreten ist. “ Allzu bedeutend
sind diese Verschiedenheiten keineswegs ind besonders in der
vorliegenden Frage .sind auffallende Unterschiede durchaus
‚nicht festzustellen.
Vor Chaucer häben die religiösen Dichtungen (Heiligen-
leben, Legenden, Predigten) und die Romanzen stets etwas
stilisiertes, die Prosa tritt nur in kirchlich oder juridisch ge-
.:bundener Form auf, höchstens in ‘den Fabliaux sind Vorläufer
für Chaucer zu finden, aber sie sind zu wenig entwickelt,
‚nicht in solcher Menge erhalten, als daß sich daraus viel ge-
winnen ließe.
Bei Chaucer zuerst erscheint natürliches Englisch, natür-
liche Rede im größerem. :Umfange, darum ist seine Sprache
besonders in den Mittelpunkt der Forschung zu stellen. Das
colloquial English tritt auch in seinen.Versen hervor, sodaß
a 31 22
sie sich. nicht weit von lebendiger Prosa in der Syntax ent-
fernen; es erklärt sich. aus seiner Behandlung des alten vier-
füßigen Verses (Brechung) und aus. dem Wesen. des von ihm
verwendeten fünffüßigen Verses, der nicht in zwei Hälften zer-
fallen kann. Durch seine Sprachbeherrschung macht er die
äußere Form den künstlerischen Zwecken. dienstbar und bringt
sie zu ro Lendeler N EUDe. Ze
E Ueberlieferung.
Die hier zuerst behandelten Prosatexte können:
auch die. sicheren. Grundlagen ' zur Untersuchung des viel
reicheren. Materials der poetischen Werke bieten. Wie ‚steht
es nun. mit: ihrer Ueberlieferung? Sind:sie in ihrer ursprüng-
tichen Gestalt oder mehr weniger verändert und verfälscht auf
uns gekommen ? Bei metrischen Texten bieten das Versmaß
für den Zusammenhalt des Versinnern, die Reimworte für die
Beibehaltung und gegen die willkürliche Umgestaltung des Vers
schlusses doch einige Sicherheit, die Prosa kennt derlei Schutz-
mittel aber nicht. Das Grundsätzliche dieser Frage wird scharf
beleuchtet durch die Stellung, die dazu zwei Ghaucer-Arbeiten
einnehmen, die von Joh. Frieshammer : Die sprachlichen Formen
der Chaucer’schen Prosa, ihr Verhältnis zur Reimtechnik des
Dichters sowie zur Sprache der älteren Londoner Urkunden
(Stud. zur engl: Philologie — hg. v. Morsbach, Heft 42): und
das große Werk Friedr. Wilds: Die sprachlichen .Eigentümlich-
keiten der wichtigeren Chaucer-Handschr. und die’ Sprache
Chaucers (Wiener Beiträge zur engl, Philologie, Bd, 44). Fries-
hammer sieht den großen Vorzug der Prosa darin, daß wir
hier die Sprache ohne Beeinflußung. von Metrum und Reim vor
uns haben; hier ist das lebendige Sprachgut des Dichters am
besten zu fassen. Doch vor allem bei diesen Texten erhebt
sich die Frage nach der Treue der Ueberlieferung, sie sind
gewissermaßen schutzlos, während die Verse durch Metrum
und Reim .vor Verderbnis bewahrt bleiben. Aber gerade für
die Ueberlieferung der Prosaschriften ‚Chaucers liegen: nach
Frieshammer die Verhältnisse zweifellos’ günstig, denn‘ zwei
—-— 2 —
Werke, the Tale of Melibee und the Parson’s Tale, sind in den
C.T. enthalten und in den Handschriften von denselben Schrei-
bern. wie alle übrigen Erzählungen niedergeschrieben worden.
Ungünstiger steht die Sache: für Boethius und Astrolabe, die
Ueberlieferung ist gelegentlich ziemlich getrübt, im allgemeinen
aber auch durchaus vertrauenswürdig, die Vergleichung der
Handschriften läßt auf sichere Grundlagen hoffen,
Wild nimmt mit Recht einen viel kritischeren Standpunkt
ein: Die Sprache eines mittelalterlichen Dichters ist nur dann
aus. seiner Prosa mit Sicherheit zu erschließen, wenn sie im
Original vorliegt, also auch aus eigenhändigen Dokumenten be-
steht. Bei Chaucer ist dies nicht der Fall, die frühesten er-
haltenen Mss. stammen aus der Zeit um 1420, etliche Jahr-
zehnte nach des Dichters Tod, und verdanken ihr Entstehen
der Arbeit von nicht immer sorgfältigen Schreibern, Dieser
Umstand macht sich sogar bei den poetischen Texten fühlbar.
Frieshammers Ansichten lehnt Wild größtenteils ab; die Er-
gebnisse von Wilds Untersuchung über die Stellung Chaucers
zur Schriftsprache unterzieht Flasdieck in den früher erwähnten
„Forschungen“, Teil I S. 12—16, einer sehr eingehenden Kritik.
Die genaue Untersuchung des Laut- und Formenbestandes der
Mss. und der Vergleich mit dem des Dichters (Wild S. 353, $ 108,
Frieshammer S. 99) kommen hier kaum in Betracht, denn hier
müßte es sich vor allem um die verschiedenen Lesarten der
Handschriften bezüglich do handeln. Die Abweichungen sind
äußerst gering. Als Probe kann die sehr übersichtliche Zu-
sammenstellung der Varianten des Boethius dienen, die Leon
Kellner in E. St. 14/1—53 (1890) gibt. Er vergleicht Mss. C
(Cambridge Ji III 21, ed. Furnivall Ch. Soc. 1886) Add. (Ad-
ditional 10.340 Brit. Mus. ed. Morris E.E.T.S. 1868) und
den Druck Caxtons vor 1479 (Blades 213), dem eine sehr gute,
bis jetzt unbekannte Handschrift vorgelegen sein muß. Für do
ergeben sich nur 18 kleine Abweichungen, die sich. meist auf
Umstellung von Wörtern und unbedeutende Konstruktions-
änderungen (hym — to hym viermal) beschränken. Nur drei-
mal fehlt de, zweimal in C und Caxton, einmal in Caxton,
Add. hingegen setzt immer do. Es ist von vornherein nicht zu
. 45
erwarten, daß in der Verwendung dieses Verbums größere Ver-
schiedenheiten vorkämen, denn für ein so oft gebrauchtes,
sozusagen landläufiges Wort wird man kaum einen weniger
häufigen, selteneren Ausdruck einsetzen; vermeidet doch Chaucer
selbst schwerfällig wirkende, schleppende Wiederholungen. von
do nicht!
Auf die Form, in der Chaucers Prosa auf uns gekommen
ist, näher einzugehen, erübrigt sich, da über Beschreibung und
Einteilung der Handschriften viele Arbeiten erschöpfend Aus-
kunft geben, so z. B. John Koch, Chronology of Ch.’s Writings,
Ch. S. (1890), — Essay on the Chronology of Ch.’s Works, Ch.S.
(1893), die Zusammenstellung im Handbuch Eleanor Prescott
Hammonds, Chaucer — a Bibliographical Manual (New York, 1908,
derzeit vergriffen) Section III, B, C, G S. 289, 318 ff; Section IV,
S.359 ff; — Frieshammer, — Wild im ersten Teile seines Werkes,
Allgemeine Eigentümlichkeiten der einzelnen Mss. usw.
Inhalt.
Nach dieser äußerlichen, formalen Frage tritt ein organisch-
innerliches Problem heran. Was bietet Chaucers Prosa inhalt-
lich? Alle vier Werke sind Bearbeitungen, Uebersetzungen,
also nichts Ursprüngliches. Diese Gebundenheit wirkt natürlich
auf die ganze Diktion ein; der inhaltliche Einfluß der Vorlage
drückt sich auch äußerlich in der Form aus, die Sprache ist
im großen ganzen unbeholfen, ohne Leichtigkeit. Ein ausge-
bildeter Prosastil fehlt im Me., die Originaltexte in ungebundener
Rede sind recht dünn gesät. Der Gesamteindruck ist des öfteren
ermüdend, so zwar, daß z.B. Ker sich verleiten ließ — aller-
dings steht er mit seiner Ansicht ziemlich allein und bezeichnet
sie selbst als desperate suggestion — die Geschichte von Me-
libeus ihrer Langweiligkeit wegen für eine Parodie auf die
moralisierenden Erzählungen zu halten, »a mischievous com-
panion to the rime of Sir Thopas« (Einleitung zur Auswahl
aus Chaucer in Craik’s Engl. Prose, vol. I. Ward hingegen
sieht in der Wahl dieses Themas einen ganz ‚besonderen Be-
weis persönlicher Bescheidenheit und Zurückhaltung. So sehr
die Meinungen über die Absichten: des Dichters auseinander-
gehen, in der..Wertung der Geschichte selbst scheint kein so
groBer Gegensatz zu bestehen, — Wenn'nun auch die vier Werke
der::Uebersetzungsliteratur angehören, Bearbeitungen von Vor-
lagen sind, können sie doch als Zeugnisse für die Schreibweise,
den Sprachgebrauch Chaucers betrachtet werden, denn es ist
nicht anzunehmen“ und mit dem Zwecke der Stücke nicht ver-
einbar, daß gerade in ihnen ungewöhnliche Ausdrücke, Rede-
wendungen, neuartige Konstruktionen verwendet werden. Die
Prosa ist ja gewiß nicht leichtflüssig und über den allgemeinen
Eindruck etwas. unbeholfener Schwerfälligkeit kommt . man
selten hinaus. Und trotzdem zeigen gar manche Stellen (be-
sonders im Boethius) Ansätze einer Stilentwicklung, sie haben
rhythmischen. Fluß, entbehren nicht einer inneren Harmonie
der .Sprachgebung. :Die Darstellung ist von warmer .Anteil-
nahme .am. Stoff durchdrungen, :läßt eine persönliche Note
durchschimmern und auch manche verwickelte lange Perioden,
manche künstlich gebaute Sätze gleiten leicht und frei dahin
in ihrem natürlichen Rhythmus. (Chambers, Encycl. of Engl.
Lit. 1/82; Borst,.E. en ‚ten nn Ch. Studien S. 141.)
Entstehungszeit.
"Die age -Frage nach der genauen. Datierung der
einzelnen Werke ist für die vorliegende Untersuchung von ge-
ringerer Bedeutung, es genügt, eine einigermaßen sichere Reihen-
folge festzustellen. Die Ansichten über die Chronologie gehen
so weit auseinander, daß manche Zahlen sich sogar für ganze
Entwicklungsabschnitte des Dichters überdecken. Von den beiden
Prosastücken. in den C. T. setzt Koch den Melibeus in die
Jahre 1386—87, F. J. Mather (Schulausgabe) 1373--78, Skeat
vor Cie Boethiusübertragung (2. Per.) 1372-77, später revidiert
er seine Meinung und gibt 1380 an, Pollard nach 1385,
Tatlock 1388—94.
: Parson’s Tale. ist nach Skeat um dieselbe Zeit wie Melibe
entstanden, gegen das Ende seien später. einige Stellen einge-
schoben worden, der Schluß sei unecht. Die Literatur über
u
diesen heiß umstrittenen Abschluß der Erzählung des Pfarrers,.
der Retractatio, ist bei Hammond, Ch. Manual III S. 321 ff. ver+-
zeichnet. Auch Hertzberg meint wie Skeat, daß die Geschichte
als selbständige Abhandlung verfaßt und dann dem ‚Pfarrer
als der geeignetsten Persönlichkeit in den Mund gelegt worden
sei. Koch nimmt an, Chaucer habe sie gegen das Ende seines
Lebens, also nach 139 geschrieben, ebenso Furnivall (Athenaeum
1871 11/495,. Trial Forewords) und Koeppel (Archiv. 87/50).
Pollard .hält sie.ebenfalls für »the work of CGhaucer’s old age«
(Globe=ed.),; ten. Brink glaubt, Chaucer "habe ‘damit den un»
vollendeten C. T. einen Abschluß geben wollen, ähnlich denkt
A. W. Ward (Engl. Men of en) unter Ablehnung der Re--
tractation.
Ebenso bunt nehmen sich 25 Daten für die Uebertragung
der Consolatio des. Boethius aus;. ten Brink setzt sie an
. zwischen: 1373—-84 (1381.?) (Engl. Lit, IJ81;‘der größere Teil
sowie..die. Vollendung. der Arbeit dürfte frühestens in. den An-
fang der achtziger Jahre ‚zu setzen sein), desgleichen Skeat
mit der. näheren. Begrenzung:. somewhat. about. 1380,‘ Furni--
vall um 1376 (?), Mather' zwischen 1373—78, Pollard 1380—83;.
J. L. Lowes.1382—83,.R. K. Root um 1380,: Liddell. (Globe-ed.)
hält sie für eines der frühesten . größeren Werke (rather. early).
Koch nahm. als Abfassungszeit 1377—78 an, nun vertritt er
in seiner letzten eingehenden Untersuchung die Auffassung,.
daß die‘ Uebersetzung der Consolatio um 1381 kurz vor. der
Entstehung des Troilus. (1382 nach Lowes) vollendet gewesen
sein müsse. (Chaucers Boethiusübersetzung.. Ein Beitrag zur
‚Bestimmung .der : azonelopie: seiner were men 46 138.
1-51, 1922)
- Auf sicheren Boden Belsägen wir mit dem Beissiabe das
durch die astronomischen Angaben im.Text selbst ($ 115/121
u. öfter) auf das Jahr 1391 weist. (Skeat, Furnivall, Athenaeum
11/495, Ward, Liddell: alles deute’auf a late period of Chaucer’s life.)
Wie diese durchaus nicht vollständige Liste von Zahlen:
und Angaben durch innere, stilistische Gründe gestützt werden
kann; zeigen gerade diese beiden Werke. Die Fehler, Unge--
nauigkeiten; Schwerfälligkeiten der Diktion, die manchmal im
—, 6
Boethius erscheinen, sind im Astrolabe kaum mehr zu finden;
die Schreibweise ist hier viel klarer und bestimmter, die Aus-
drücke sind gut gewählt, wenn auch Chaucer in der. Vorrede
an seinen jugendlichen Sohn Lewis nicht immer den richtigen
Ton trifft, »he stumbled as other writers have done in talking
to children, on a graceful simplicity« (Chambers, Encycl, of Engl
Lit. 1/82). Die unvollendete Abhandlung ist zur Belehrung seines
Sohnes geschrieben, die eindringliche Weitläufigkeit, die Wieder-
‘ holungen erklären sich aus diesem erzieherischen Zwecke;
der Verfasser selbst weist. auf die damit verbundene »super-
fluite of wordes« hin.
Quellen.
Die Quellen, woraus Chaucer schöpfte, seine Vorlagen
sind der Hauptsache nach bekannt. Für die beiden in den
C. T. enthaltenen Erzählungen bespricht sie und die darauf be-
zügliche Literatur Hammond im Ch. Manual, für Melibeus Sect.
II G, S. 289, zu Albertanus überdies Sect. II C, S. 84, für
die Erzählung des Pfarrers Sect. II G, S. 318 (Retractation-
Literatur S, 320—22). Von prinzipieller Bedeutung ist die Frage
der äußeren Form der Tale of Melibe. Thomas (Vorrede zu
_ Urry-Chaucer 1721) will Blankvers-Rhythmus beobachtet haben,
Tyrwhitt (Ausgabe1775,80) läßt dies nur für den ersten Teil
gelten. Die Behauptung Hammonds (S. 290): »Guest points out
blank verse in the tale« geht zu weit, wenn sie für das ganze
Stück gelten soll. Edwin Guest (A History of English Rhythms,
[1838] .S. 255—58, neu herausgegeben von Skeat [1883]
S. 542—44) hält den Melibeus nur für ein Beispiel von rhythmi-
scher Prosa (a specimen of cadence, of measured prose) und
hiefür sei der Blankvers Vorbild gewesen. Die rhythmische
Struktur verschwindet aber im Laufe der Erzählung. In dem
von ihm metrisch abgeteilten Eingang des Werkes finden sich
zwei do-Belege ohne jede Besonderheit. (S. 257, Z 8, S. 258,
Z. 11.) Ueber das Astrolabe macht Hammond :in Sect. IV D,
S. 359, ihres Buches nähere Angaben. Diesen drei Prosawerken,
die fremdsprachliche Quellen nur benützen, bloß Bearbeitungen
; Bi
sind, steht Boece gegenüber, eine direkte Uebersetzung; vor
allem kommt der lateinische Originaltext in Betracht. Was an
literarischen Hilfsmitteln Chaucer außerdem benützte, darüber
gehen die Ansichten auseinander; Hammond gibt eine Zusam-
menstellung in Sect. IV D, S. 361 ff, nach ihr äußerten sich
noch dazu Friedr. Fehlauer, Die englischen Uebersetzungen
von Boethius’ „De Consolatione Philosophiae‘, Normannia Il,
(Berlin 1909): S. 34 Nr. 3. Die Uebersetzung von Chaucer
(Skeat, Stewart, Edw., Bell, ten Brink, Liddell), dann Bern. L.
Jefferson, Chaucer and the Consolation of Philosophy of Boethius,
Diss. Princeton (1917): Part 1 Sources Supplementary to the
Original 1. Partial dependence on a -French translation,
2. Sources of the glosses, mit weiteren Literaturangaben,
endlich J. Koch, Chaucers ED ERDE (S. 15).
Consolatio iilessrhige
Da die Uebertragung der Consolatio als das früheste Prosa-
stück Chaucers stets zuerst und wegen des reichen Materials
hauptsächlich in Betracht zu ziehen sein wird, sollen. einige
Bemerkungen die Stellung und Bedeutung des Werkes im
allgemeinen kurz kennzeiehnen. Schon für den Dichter selbst
ist der Einfluß, den die philosophische Schrift des Boethius
auf sein ganzes späteres Schaffen immer wieder ausübte, groß
und nachhaltig — er steht da nicht allein, es sei nur Dante
(G. A. L. Baur, Boetius und Dante), Boccaccio, der Roman de la
Rose genannt — und schon mehrmals wurden eingehende Unter-
suchungen darüber angestellt, zuletzt von Koch, der in seiner
oben erwähnten Arbeit die früheren Veröffentlichungen von
E. Koeppel, H. Fraser, Stewart, W. W. Skeat, Fr. Fehlauer, B. L.
Jefferson u. a. anführt. Die Wahl des Stoffes ist ja nicht ver-
wunderlich: Sah man doch in der Trostschrift den Inbegriff der
Philosophie! Und der Wert dieses Schatzkästleins wurde noch
erhöht durch das tragische Schicksal des Verfassers, der dem
Mittelalter als christlicher Bekenner galt, da er auf Befehl
des Arianers Theodorich, also eines Irrgläubigen (an heretyk —
Walton), hingerichtet wurde. Die Frage, ob Boethius Christ
2
u Han en
oder Heide war, wie später dann allgemein angenommen wurde,
ist noch nicht sicher gelöst. (Nach Manitius, Gesch. d. lat. Lit.
d. Mittelalters S. 32 Nr. 9 bekennt er sich zur christlichen
Lehre, besonders lib. III carmen IX spräche dafür, dazu Ebert,
Hüttinger gegen Nitzsch, endlich Deussen, Die Philosophie d.
Mittelalters S. 364.)
Wie hoch die Consolatio dinseschätzt runde: wie weit
sie verbreitet war, beweisen nicht nur die vielen erhaltenen.
Handschriften des Werkes selbst, die zahlreichen Kommentare;
Erläuterungen, lateinischen Nachahmungen (die neueste Unter-
suchung: Fritz Klingner, De Boethii Cons. Phil, in den Philo-
log. Unters. H. 27, 1921), sondern vor allem die Uebersetzungen
und Bearbeitungen in der Landessprache, die bei den ver-
‘ schiedenen Völkern meist unter die ältesten Denkmäler ge-
zählt werden können. In dieser Beziehung kann kein anderes
Werk des Altertums, höchstens einige Bücher der Bibel in
Wettstreit treten. (Manitius, S. 33, Fortleben der Consolatio;,
Koch: S.2 u.3; Stewart: Boethius, an Essay, London 1891;
Fehlauer;; ferner Morris in der Einleitung zu seiner Textaus-
gabe E.E.T.S. Ex. Ser. V; auch Warton gibt manche Einzel-
heiten in der Hist. of Engl. Poetry, 1840 II sect. xx S. 254.)
An erster Stelle steht da die freie Uebertragung in das Ae.
durch König Alfred im 9. Jahrh,. (Fehlauer Nr. 1,S. 9). An.
sie schließen sich eng-die stabreimenden Cotton Metra an,
deren Verfasserschaft und Abfassungszeit noch immer strittig
sind (Fehlauer, Nr. 2, S. 20). Für John Walton von Oseney,
„Capellanus Johannes‘, war die Uebersetzung Chaucers, »bat
is floure of rethoryk — In englisshe tong and excellent poete«,
wie er selbst sagt (Str. 5, 1/2 nach Schümmers Ausgabe),
starke Stütze und große Hilfe, als er die Consolatio in acht-
zeilige Strophen brachte (1410). (Diet. of Nat. Biogr. vol.
. 20/735:10 Mss; Karl Schümmer, John Waltons metrische
Uebersetzung der Cons. Phil. Untersuchung des Hs.-Verhält-
nisses u. s. w. ursprüngl. Diss., erweitert als Heft 6 der Bonner
Studien (1914): 14 Mss. und früher Druck 1525; zuvor Wülker
mit zwei Textproben im Ae. Lesebuch 1156—59; Herm.
Cossack; Ueber die ae. metr. Bearbeitung von Boethius’ De cons.
phil. Diss. Leipzig (1889); Fehlauer .Nr. 4, S. 48. Eine neüe:
Ausgabe ist geplant von M. Science nach The Times Lit. Suppl.:
No. 1,105 vom 22. 3. 1923: 17 Mss.) Die’ früheste ne, Wieder-
gabe fällt in die Regierungszeit der Königin Maria 1556 (1561
von demselben Verleger Jahn Cawood nochmals gedruckt) und
hat einen gewissen George Colville (Coldewell) zum Verfasser
(Diet. of Nat. Biogr. vol. 4872—3; Fehlauer Nr. 5, S. 61).
Dem’ Druck folgt die Ausgabe von Ernest Belfort Bax, Boethius’
Consolation of Phil. translated from the Latin by George
Colville 1556 (The Tudor Library, vol. 5, London, Nutt 1897),
dazu Wülker, Anglia Beibl. 8/11, (1898) S. 321 mit Proben der
verschiedenen Uebersetzungen. Seine Ansicht, daß kein Einfluß.
Chaucers auf Colville nachzuweisen sei, ist widerlegt worden:
durch die vergleichende Untersuchung Fehlauers (S. 65—81);
er stellt die. zahlreichen, manchmal wörtlichen Anklänge an
Chaucers: Werk fest, das ja inzwischen bereits zweimal von
Gaxton in Druck gelegt worden war (ohne Datum) und schon
damals allgemein bekannt gewesen sein muß. Colville wahrt.
sich aber seine Freiheit, nicht nur gegenüber seinem Vor-:
gänger, sondern auch. gegenüber dem Original; sein Stil ist
viel leichter .und flüssiger als der Chaucers, die Sprache un-
° . gekünstelt ünd einfach, was für die damalige (Renaissance-)
Zeit auffällig ist. Die Uebertragung von 9 Metren in Verse
durch Sir Thomas Ch’alloner, die vermutlich aus dem Jahre
1563 stammt, ist Fragment geblieben (Fehlauer Nr. 8, S. 97).
Aber noch einmal im 16. Jahrhundert, 1593, wurde die Trost-.
schrift des Boethius von niemand geringerem als der Königin
Elisabeth selbst in das Englische übersetzt, worüber noch
später zu sprechen sein wird (Fehlauer Nr. 6, S. 81).
Ein Blick auf den lateinischen Urtext läßt die großen
Schwierigkeiten begreifen, die sich Chaucer entgegenstellten. Er.
ist der erste me. Schriftsteller, der diese schwere Aufgabe
unternahm, er ist der erste englische Schriftsteller überhaupt,
der eine: wortgetreue Uebertragung der Quelle bot, denn die
ae, Version Alfreds ist nur eine freie Bearbeitung; ten Brink
(Lit. Gesch. 11/80), Cossack (S. 63), Stewart, Morris (E. E. T. S.),
Liddell, Jefferson, zuletzt Koch haben die Art der Uebersetzung:
2%
== I:
selbst eingehend gewürdigt, manche Stileigentümlichkeit beob-
achtet und die verschiedenen Mängel, Mißverständnisse und
fehlerhaften Wiedergaben des Originals verzeichnet.
Umfang des Materials.
Ist nun einmal der Gebrauch von do für dieses wichtige
und einflußreiche Denkmal festgelegt, so ist damit eine sichere
Grundlage gewonnen, denn merkliche Abweichungen kommen
in der übrigen Prosa Chaucers durchaus nicht vor. Es wird
sich zeigen, daß genau umschriebene Regeln für die unge-
bundene Sprache nur in beschränktem Maße aufgestellt werden
können, es handelt sich mehr oder weniger um allgemeine
Tendenzen, nicht um feste Gesetze.
Das Problem gewinnt aber erst die richtige Bedeutung,
wenn es von diesem sozusagen internen Standpunkt :losgelöst
und auf eine weitere Basis gestellt wird, wenn Chaucers Grund-
sätze oder Tendenzen in der Verwendung von do betrachtet
werden als Marksteine für das Me;, von wo aus ein Rückblick
auf das Ae., ein Umsehen in seiner Zeit, ein Vorwärtsschauen
in das Ne. angemessen erscheint. Da liegen nun gerade bei der
Consolatio die Dinge besonders günstig: Haben wir doch die
ae. Uebertragung König Alfreds, die me. des Chaucer-Schülers
Walton, die frühne. der Königin Elisabeth, sodaß die Entwick-
lung dieser Frage an einem und demselben Werk, an einem
und demselben Stoff in drei Glanzzeiten der Sprache verfolgt
werden kann und damit wohl ein repräsentatives Bild für do
in diesen Perioden bietet.
Wie im Original ist auch bei Chaucer das mittlere dritte
der fünf Bücher das umfangreichste, jedoch das vierte weist
die weitaus größte Anzahl von do-Beispielen auf. Besondere
Unterschiede im Stil der einzelnen Teile, die auch den Ge-
brauch von do beeinflußen könnten, sind nicht zu beobachten,
auch nicht in der Uebersetzung von Prosa und Vers; und da
wäre am ehesten Anlaß gegeben, denn gerade in den Metren
wird die Sprache des Originals mitunter recht übertrieben und
gekünstelt durch allerlei mythologische, allegorische und histo-
zu FH et
rische Anspielungen, durch mancherlei rhetorischen, überlade-
nen Schmuck.
Zahlen an und für sich können gerade bei grammatischen
Untersuchungen wenig besagen, hier sind sie deshalb nicht
ohne Bedeutung und fallen einigermaßen ins Gewicht, weil sie
die Belege für Chaucers Prosa in: ihrer Gesamtheit erfassen
und damit ein Bild der Verwendung in vollem Umfange geben.
Immerhin lassen sich daraus Schlüsse ziehen von relativem,
wenn auch nicht absolutem Wert, da zuviel äußere textliche
Umstände, Zufälligkeiten des Zusammenhanges auf Setzung oder
Nichtsetzung des Verbums eingewirkt haben mögen.
Do bei Chaucer.
Im Boethius sind 171 do-Fälle zu verzeichnen, durch-
schnittlich also zwei auf jeder Seite der Globe-edition (zu etwa
'75—85 Zeilen), viel reichlicher findet sich do in den beiden
Prosa-Stücken der C.T.; die Dichte der Belegstellen — im Melibe
und in der Parson’s Tale ungefähr dieselbe — ist nämlich mehr
als doppelt so groß als im Boece, es kommen vier bis fünf
Beispiele auf eine Seite. Das Astrolabe bietet die geringste
Ausbeute; auf 20 Seiten mit 391 Absätzen sind nur 7 Fälle
zu buchen.
A. Do: L Transitive Verwendung.
Gleich von vornherein scheiden sich alle diese Belege in
zwei Großgruppen, in Stellen, wo do mit einem Obj.-Akk., also
transitiv gebraucht wird, und in Stellen, wo es ohne solchen,
intransitiv verwendet steht. Bei weitem überwiegt natürlich
die erste Abteilung, im Boece hat do 132mal (unter 171 im
ganzen) ein Akk.-Obj. bei sich, für den Melibe sind die Zahlen
107 unter 121 Fällen im ganzen, in der Erzählung des Pfarrers
164 unter 201. Das Astrolabe scheidet der kleinen Zahl wegen
aus. So sind im Boece und der Parson’s T. vier unter fünf
Beispielen transitiv, im Mel. verschiebt sich das Verhältnis
noch mehr zu Gunsten des transitiven Gebrauchs: 7:1.
Wesen des Akk.- und Dat.-Obj.
Was heißt nun transitiv, was bedeutet es, daß ein Ver-
bum ein Objekt regiert? Da im Folgenden stets die Rede vom
Objekt sein muß, möge sein Wesen kurz erläutert werden. Do
ist (nach Brinkmann, Deutschbein u. a.) ein „objektives“ Ver-
bum, drückt eine Tätigkeit aus, die das Subjekt auf etwas
—_ 13 —
ausübt. Das Obj. zeigt also die Person oder Sache an, welche
von der Tätigkeit des Verbums betroffen wird, ihr Gegenstand
oder Ziel ist (Wendt, Syntax II). Zu diesem (Akk.-) Obj. kann
noch ein indirektes (Dativ) hinzutreten, auch „Personenkasus*
genannt. Die Richtung der Sprachforscher, als deren Wort-
führer für das Englische Deutschbein gelten kann, betrachtet
Subj. und Obj. vor allem als ein Verhältnis von Nominal-
begriffen, das Verbum tritt in den Hintergrund. Der durch
eine Tätigkeit, eine Handlung veränderte Begriff (im Akk.) wird
zu dem den Aenderungsvorgang bewirkenden Nominativ-Begriff
in Kausalitätsbeziehung gesetzt (Deutschb. Syntax $ 117, 118,
122, 124). Dieses Verhältnis von Ursache und Wirkung kann
von verschiedener Intensität sein, do als verbum efficiendi tritt
in Verbindung mit einem Akk. des Resultates, das Obj. wird
erst durch die im Verbum ausgedrückte Handlung geschaffen
und mag auch nach Aufhören dieser Tätigkeit weiter bestehen.
Zu diesen beiden Begriffen kann noch ein Dativ treten; er
bezeichnet das gegenseitige Verhältnis zweier Nominalbegriffe,
das bei do fast ausschließlich begrifflich ist, da lebende Wesen,
Personen in Subj. und Dativ-Obj. zueinander in Beziehung
treten. Dadurch erhält nun der Dativ nach Ansicht dieser
Forscher einen fühlbar gemütlichen Einschlag, ist stärker per-
sönlich gefärbt als das Akk.-Obj.,. das nur den Gegenstand
einer vom Subj. ausgehenden Wirkung darstellt. Auch äußer-
lich kommt das durch die Stellung zum Ausdruck, an das
Verbum .schließt sich unmittelbar der Dativ desjenigen, dem
etwas zuteil werden, für den etwas geschehen soll, dann erst
folgt, was getan wird, im. Akk. .Beide, das indirekte und das
direkte. Obj., treten unmittelbar, ohne ein Anschlußwort zum
‚Zeitwort hinzu. — Im Gegensatz zum „Stellungs-* oder ver-
kürzten Dativ (weil ohne to), auch Personenkasus genannt,
der ein engeres persönliches, vertrauteres Verhältnis zwischen
Subj.. und Dativ-Obj. kennzeichnen soll, ist der Dativ mit Prä-
position to unpersönlicher. Diese Abweichung von der natür-
lichen Wortfolge Verb. + Dat. + Akk. hebt den Dativ hervor
‚und trennt ihn, von den anderen Satzgliedern ab, besonders
‚wenn 'mit: ihm: der Satz beendet wird... ee
—_ 4 —
Früher war man der Anschauung, daß ein Kasus von
dem Verbum regiert wird; nun wird die Setzung des Kasus
von seiner Eigenbedeutung aus zu erklären gesucht. Paul
(Prinzipien der Sprachgesch. $ 103 ff.) ist aber doch im Recht,
wenn er meint, daß in gewissem Sinne und in gewisser Be-
srenzung doch an der alten Lehre festzuhalten sei: der Akk.
bezeichnet überhaupt jede Art von Beziehung eines Subst. zu
einem Verbum, die sich außer der des Subj. zu seinem Präd.
denken läßt. Es ist zu unterscheiden zwischen dem freien,
von der Natur des Verbums unabhängigen Akk. und dem ge-
bundenen, der nur zu bestimmten Verben und da gewöhnlich
nur in einer durch den Gebrauch begrenzten Bedeutung ge-
setzt wird. — Sweet unternimmt das schwere Werk, von den
Aufgaben der Sprache auszugehen; welchen Zweck haben die
Obj. zu erfüllen? (N. E. Gr. Syntax II $ 1779, 1985—94). Er
faßt mit dem Ausdrucke »common case« alle Fälle des Haupi-
wortes zusammen, die im Ae. durch die Flexionsendunger
unterschieden und daher an jeder Stelle des Satzes leicht
kenntlich waren. Dieser Kasus\hat eine gewissermaßen neutrale
Funktion und bezeichnet, : wenn nicht ‚gerade ‚als Subj. ver-
wendet, irgend eine »non-subject« ‚Beziehung, erhält den
Charakter einer. Umstandsbestimmung. Dieser »common case«
dient vor. allem als direktes Obj. in »accusatival function«,
dann auch nach Schwund der unterscheidenden Endungen als
indirektes Obj. Als solches ist er nur zu erkennen, wenn noch
ein common case, ein direktes Objekt, im Satze steht, das sich.
:an Verb + Stellungsdativ anschließt. In zweifelhaften Fällen,
wenn kein Akk. vorhanden ist oder der Dativ nicht an dem
gewohnten Platze steht, tritt der: »prepositional dative<: mit to
ein. ‘(Dazu -Deutschb. Syntax. $ 124, Der begriffl. Dat. bes.
Nr..4,; 5; John-Ries in der Besprech. von Sommers Vergleich.
Syntax -[36,:3] in E. St. 26/81 [1922}) ‚Sweet: faßt die Obj-
zusammen "mit: der ‚Bezeichnung »verb-modifiers« und gibt
damit (N: E. Gr. II $ 1823) die Aufgabe ‚derselben an. Western
äußert :eine ganz ‚ähnliche Auffassung, .(S. 7): im Grunde ist
eg gleiehgültig, - welcher :Art das.-Verbum: ist, ‘eine Tätigkeit,
eine Handlung, eine sinnliche Wahrnehmung u. s. w. ausdrückt;
stets hat das Obj. denselben Zweck, nämlich den, das Be-
deutungsgebiet des Verbums einzuschränken. Daß das Akk.-
Obj. notwendig von dem Verbum affıziert werden soll, daß
es eine Ergänzung des Verbums darstellt, ist nach ihm nur
Schulmeisterweisheit. I do — der Ausdruck ist unvollständig,.
das weite Bedeutungsgebiet des Verbums läßt zu viele Mög-
lichkeiten offen; nun wird der Akk. a favour, business, a
picture ... hinzugefügt, aus all den Begriffen wird einer her-
ausgenommen. Jetzt erst weiß man genau, was „tun“ in.
diesem Satze heißen soll, jetzt erst hat es einen bestimmten,
begrenzten Sinn, ist eindeutig, — Der Dativ neben dem Akk.-
Obj. erfüllt eine ähnliche Aufgabe; auch er schränkt ein,.
jedoch nicht das Verbum, sondern das ganze Prädikat, die-
Begrenzung gilt für Verb + Akk.-Obj. He does honour to his.
country : do wird durch. honour eingeschränkt, trotzdem hat
der Ausdruck noch ein ziemlich umfangreiches Bedeutungs-
gebiet. To his country hat also den Zweck, nur diese eine-
bestimmte Möglichkeit herauszuheben und alle anderen aus-
zuschließen. |
Der Unterschied zwischen den beiden Erscheinungsformen.
des .Dat.-Obj., dem Stellungsdativ und dem mit to, ist nach:
Western (im Gegensatz zu Deutschb. Syntax 124/5) durchaus
kein gefühlsmäßiger, so zwar, daß dieser ein vertrauteres Ver-
hältnis zwischen dem Träger des Nom. und dem des Dat. dar-
stelle, während jener unpersönlich sei, sondern ein rein logi-
scher: I did a favour to John. Die Dinge liegen hier ganz
klar, der Verbalbegriff wird spezialisiert durch das Nomen
favour, die beiden treten nicht nur. räumlich zusammen, sie
‚bilden auch inhaltlich einen einheitlichen Handlungsbegriff; der
Dativ to John engt diesen erst weiterhin ein, bezeichnet, be-
grenzt ihn näher, er gibt die Richtung an, in der sich die
Tätigkeit auswirkt, I did John a favour: da stehen did und:
John unmittelbar ‚nebeneinander, der Verbalbegriff wird im
erster Linie durch Angabe der Person eingeengt und erst die:
so entstandene Einheit erhält ihre noch nähere Einschränkung
‚durch das direkte Obj. a favour. In der Vorstellung des Spre-
chenden: schließen sich Verb und Person zusammen, es besteht.
u. 96
«ine Beziehung zwischen ihnen, die ihre nähere Bezeichnung,
ihre Einschränkung in dem direkten Obj. findet. Nach dem
ersten Satz würde man fragen: Whom did you do a favour?.
‚Die Gunstbezeiguug wird determiniert. Nach dem zweiten:
What did you do John? Damit wird die Beziehung zu John
näher bestimmt. Der Unterschied zwischen den Sätzen liegt
ganz einfach — Western möchte fast den Ausdruck „prosaisch®
‚gebrauchen — in der Fragestellung.
Begriffsentwicklung von do in Verbindung
mit Objekten.
Die Bösrilientonckling und -unterscheidung des Verbums
«do in Verbindung mit einem Akk.- und einem Dat.-Obj. wird
im großen ganzen folgendermaßen verlaufen sein: Grundbe-
deutung ist die rein räumliche, lokale im Sinne von »put, place,
degen, setzen, stellen« — auf dem Punkte steht noch das Lett.,
Lit. und viele slawische Idiome. Aus dieser Bedeutung hat sich
allerdings schon für die älteste Sprachperiode des Englischen
wie in fast allen westgermanischen Sprachen der Begriff des
Bewerkstelligens, Vollbringens, Ausführens entwickelt, Im lo-
'kalen Sinne ist do bei Chaucer nur noch sehr selten anzu-
treffen; so z.B.: C. T. B 90, G 899; L. of G. W. 889; Troil.
& Cr. 11 61, IV 777, 1643, 430 (?), 469 (2), V 1708; R. of the
R. 6564, Ueberreste sind ja bis heute vorhanden und bewahrt
in den Verbindungen mit den. Adverbien wie do in, off, on,
out a. s.o., die unter N. E. D. do IV fallen; auch im eUECHMD:
etwas umtun, hinauf-, hinein-, herausztun.
To do =to put s(ome) o(ne) to, into s(ome) thing). jem. zu
etwas (heran, hinein) bringen, zu etwas in örtliche Beziehung
setzen, führen über zum Ausdruck geistiger Verhältnisse ‘und
‘Geschehnisse, to do=to. put, bestow.s, th. to s..o. mit dem Dativ
‚der Person, etwas zu jem, tun,:bringen; in Beziehung setzen,
in: freundlichem Sinne: jem. etwas mitteilen, übergeben, schen-
ken, gewähren. So weit ist die Begriffsentwicklung ‘schon für
das Ae, fortgeschritten. Als Grundlage mag die räumliche
Auffassung. dienen, die in Verbindung mit einer Richtungsbe-
=
zeichnung. (etwas irgendwohin legen,. stellen, tün) auch im
übertragenen Sinn angewendet wird; es handelt sich dann um
geistige, innere Vorgänge und Beziehungen zwischen den Trä-
gern der Nominal-Begriffe (Dativ des nee nr dativus ( com-
modi und Man,
Do mit Akk.- und | Datir-Obj ohne to.
Do mit dem Stellungsdativ und dem direkten Obj. hat
eine Reihe von Bedeutungen, Murray (N. E.D,) gibt in I.4 und
4b zwei Unterabteilungen. I,&: to import to, bring upon
(a person) some affecting quality or condition, to bestow, con-
fer, inflict: to cause by one’s action (a person) to have s. th.
Im Laufe der Entwicklung tritt der Gedanke: für jem. etwas
ausführen, erfüllen, vollenden, jem. zu etwas verhelfen, immer
kräftiger hervor. Dadurch steht dieser Abschnitt in engem
Zusammenhang mit der Gruppe, die do+. begrifflichen. Akk. um-
faßt (1,6); to do any one a service besagt soviel als to perform .
some action that is of service to him. I,4b gibt schärfere
Begrenzung, genauere Beschreibung der Tätigkeit. Der Unter-
schied zwischen 4 und 4b liegt in der Art der Objekte; in
der letzteren Gruppe umfassen sie nur solche Begriffe, die
'Angenehmes, Nützliches, Förderndes für die betroffenen Per-
sonen bedeuten, do=render, administer, pay, extend, exhibit,
show to & person: justice, worship, homage, thanks. :
Die Textstellen sind nach: der Glöbe-edition angeführt (The-
Works of G. Chaucer ed. by Pollard): 295/300 (365) bedeutet,
daß der. Beleg zwischen den beiden Au nn an. u und
300 auf Seite 365 zu suchen ist, .
Das anschaulichsfe und genaueste Bild ‚des: na
von do .mit allen den größeren und kleineren Abweichüngen
‚würde sicher zu gewinnen sein, wenn die Belege im vollen
Wortlaut angeführt werden könnten. Aber. nicht nur das, son-
dern auch eine bloße Aufzählung. sämtlicher Stellen ist bei
ihrer: Menge in den verschiedenen Großgruppen aus praktischen
Gründen unmöglich... So. wird man sich darauf :beschränken
müssen, Musterbeispiele‘.zu..geben,. die Charakteristischen ge-
— 233 —
meinsamen Züge herauszuheben und nur auffallende Einzelheiten
besonders zu vermerken. Die angegebenen Zahlen der jeweiligen
Fälle lassen wenigstens im allgemeinen die Verwendung von
do erkennen, vor allem absolut für das einzelne Denkmal, dann
relativ durch den Vergleich mit dem Vorkommen in den
anderen Prosawerken. Die Vollständigkeit der Belege ist ja
nicht so erforderlich wie die Vollständigkeit der Funktionen.
Do + Stell.-Dativ + Akk.-Obj. L4 liegt vor z. B. im
Boethius = (abgekürzt) B. 295/300 (365) what wrong have I don
the?, 300/05 (365) I have done the no wrong, im Melibe=M.
2650/55 (108) . . to do me another vileynye, .. to do thee a
newe vileynye, auch 2470/75 4X, 2675/80 2X, in der Parson’s
Tale = P. 520/25 (284) thou ne shalt doon hym no damage;
für I,4b bietet Beispiele M. 2195/200 (94) .. neighebores that
diden hym reverence, 2375/80 (100) if thou do hem bountee,
P. 310/15 (275) . . and ther-of doon hym hommage, 525/30 (284).
Solche Fälle finden sich für 1,4 l,4b
B. | 6, er
P. 1; 2;
“ Ueber das persönliche Obj. ist nicht viel zu bemerken,
überall ist es als Stell.-Dat, durch ein persönl. Fürwort gegeben,
das sich unmittelbar an das Verbum anschließt,
Das Akk.-Obj. steht regelmäßig hinter Verb. + Dat., natür-
‘lich außer in .Frage- und Rel.-Sätzen oder bei Inversion infolge
besonderer Betonung.. Es wird daher stets durch einen ein-
fachen . Ausdruck dargestellt, der, wenn überhaupt, so durch
kein gewichtigeres Attribut als durch no, what, that (Boece),
this, another, newe (Mel.) beschwert wird. Was nun die Begriffe
anbelangt,. so ist. z.B. im Boece neben etlichen neutralen
Fällen mit Fürwörtern dreimal unter sechs Beispielen wrong
vertreten. Das erklärt sich aus dem räumlichen Zusammenhang
(295/310). Wiederholungen derselben Wörter knapp hinter-
einander, Wendungen, die für. manche Abschnitte typisch sind,
sind in Chaucers Prosa häufig anzutreffen. Mitunter stellen sie
einen ganz bedeutenden Prozentsatz der Gesamtheit der Beleg
— 9% —
stellen dar; in ihrer lokalen Beschränktheit und inhaltlichen
Zusammengehörigkeit sind sie wohl für den Stil charakteristisch,
da die Wiederholung eines der elementarsten Mittel des Nach-
druckes ist, bei ihrer rein zahlenmäßigen Wertung für die
Syntax aber (z.B. besonders häufige Verwendung eines be-
stimmten Wortes als Obj.) muß dieses formale Moment in ein-
schränkendem Sinne beachtet werden. — In IL,4b ist die
begriffliche Einheit der Akk.-Obj. für die Gruppe ein kenn-
zeichnendes Merkmal (so in M. 3X reverence, 1X obeissance,
1 X grace and mercy, 1 X bountee, ebenso in Pars. 1 X bountee
und 1X hommage). Aber auch die Obj. der Gruppe 1,4 zeigen
— obgleich die Ausdrücke selbst mannigfach sind — starke:
inhaltliche Zusammengehörigkeit; ihrem Umfang nach gehören
sie alle zu den moralischen Begriffen von Gut und Böse
und den verschiedenen Auswirkungen hievon (zusammengefaßt
in den später zu erwähnenden Abteilungen I,6b und c). So
trifft man contrarie (M.1X), grevaunce, anoy and grevaunce
{M.), damage (P.), harm (M.), wrong (M. 2X, B. 3x‘), vileynye
(M. 4X). Gerade diese innere Geschlossenheit und die Einheit-
lichkeit der Dativ-Obj. festigt die Verbindung do + Dativ des .
Pers.-Pron. + Akk.-Obj. Diese Folge hält John Ries für die
Normalstellung im Englischen sowohl als im Deutschen (vgl.
Sweet N. E. Gr. Il 1823). Ein alter Stamm häufig gebrauchter
transitiver Verba germanischer Herkunft hat sich zusammen
mit dieser Stellung den präpositionslosen Dativ erhalten, weil
aus.der Wortfolge allein schon hervorging, welches der beiden
folgenden Objekte zum Verb im Dativverhältnis stand (E. St. 56/81).
Im einzelnen sei noch kurz auf B. 1626 (423) hingewiesen:
That manere wol I don the, der Akk. steht in adverbialer
Funktion; in. freier Verwendung bezeichnet er Richtung, Er-
streckung über Raum und Zeit. Die Wortgruppe that manere
ist am Satzbeginn unter Hochton, so auch im Astrolab. 185.88
(647) The same manere maist thou worche to knowe....,
ähnlich Astrol. 343/50, am Satzende nimmt sie, wohl aus
rhythmischen Gründen, die Form: in thfs manere an. Das läßt
erkennen, wie nahe sich freier Akk. und adverbialer Gebrauch
stehen und wie leicht sich ein Uebergang vom transitiven zum
— 350 —
intransitiven Gebrauch von do (I zu 1) vollziehen kann. DR
heres s. unter II!) |
Do mit Akk.- und Dativ-Obj. mit to.
N.E.D. 1,5: Im Laufe der Entwicklung tritt statt des
flexionslos gewordenen Dativs, der als solcher nicht mehr gut.
kenntlich war, in weitem Umfang der. präpositionale Dativ mit
to ein. Er tauscht oft Platz mit dem Verbal-Obj., so daß dann
die Folge do+ Akk.-Obj.+to mit Dat.-Obj. erscheint. Hiebei
ist ein formaler Gesichtspunkt von Bedeutung: die Schwere
der Objekte rückt sie an das Satzende. So steht der Akk., ein.
einfacher Ausdruck, zwischen Verb und Dat.-Obj., wenn letzteres
aus mehreren Teilen besteht, z. B. B. 1325/30 (410)... or
doon harm to gode men, 1390/95 (413) doon wrong to othere
folk, M. 2270/75 (111) if he do harm to another wight, auch
3000/05 (117), P. 675/80 (291) und 745/h0 (294) gleichlautend:
it dooth wrong to Jhesu Crist, 655/60 (290), 815/20 (297) u.a.m.
Weist aber der Akk. mehrere Glieder auf oder wird er durch
. Attribute erweitert, so wechseln sie die Plätze und der „Per-
sonenkasus* tritt unmittelbar hinter das Verbum, so z. B.
M. 2455/60 (103) to doon to every wight honour and profit,
2600/05 (107) thou ne hast nat doon to hym swich honour
and reverence, ferner auch 2240/45 (95), 2545/50 (105) 2malu.ö.
Naturgemäß wird in Frage- und Relativsätzen und solchen
mit passiver Fügung eine Umstellung des Akk. vollzogen, in
letzteren wird er ja Subjekt. Inversion ist einmal festzustellen:
P. 640/45 (289) And moore shame do they to Crist, than dide
they ... (zu letzterem do vgl. S. 65). ö
| Zu den 14 Belegstellen des B., den 17 des. M. und den
17 des P. werden auch die indirekten Fälle gezählt, d.h. Pro-
nomina (Rel. Demonstr.) gelten für die von: ihnen vertretenen
Nomina (hauptsächlich bei den Verb.-Obj.). Die Akk.-Obj. zeigen
keine Besonderheiten;. befinden sie sich zwischen Verb und
Dativ, so haben sie nie schwere Attribute bei sich. Inhaltlich
stehen sie nicht weit von.einander ab; mag auch die Reihe:
der Begriffe, bes. im B., etwas bunter sein, so sind sie doch
ws 391-2
größtenteils scharf charakterisiert und .gehören in ein und die-
selbe Begrifisklasse, die schon in I,4 beschrieben wurde.
Damit hängt wieder die Setzung der Personal-Obj. (Dativus-
commodi, incommodi) zusammen (z. B. wrong B. 5X, M.3x,
P.7x, harm B.1X,M.2x,P.3x, vileynyeB.1X, M.6 x usw.).
Nur P. 815/20 (297) .. to doon ynogh to the... .appetit
fällt heraus, es vermittelt den Uebergang zum intransitiven.
Gebrauch (II, 15).
Dativ-Obj. mit und ohne to in Chaucers Prosa.
Das Unterscheidende zwischen den Gruppen I,4 und 15
(Dat. ohne und mit to) muß im Dat.-Obj. liegen. Wodurch
wird nun der präpositionale Dativ dargestellt? Nach diesem
Gesichtspunkte sind auch die Fälle zu ordnen, so z. B. für-
M.: to + Subst. 2920/25 (115), 3000/05 (117); Uebergang zum
Pronomen, to + ... wight 2200/05 (94), 2455/60 (103),
2770/75 (111); to + Pronomen 2240/45 (95), 2655/60 (108);.
to + Pers.-Pron. 2300/05 (98), 2545/50 (105) 2X, 2600/05
(107), 2650/55 (108) 3X, passiv gefügt 2580/85 (108), 2680/85-
(109), 3055/60 (118). Vor allem sind da die Subst. zu be-
merken, 9 in B, 2-+3 (wight) in M. 12 in P. die nicht
selten eine nähere Bestimmung bei sich haben. Wird das
Dativ-Obj. durch ein Subst. oder substantivisch gebrauchtes-
Wort gegeben, so fehlt to davor niemals. Der verkürzte Dativ
wird in Chaucers Prosa bei einem Hauptwort nicht verwendet;.
das gilt auch für die anderen transitiven Zeitwörter. Nur einmal.
findet sich der Stellungsdativ bei einem Subst. im Boece 120/25:
(357) in einer Glosse .... as whoso boughte a busschel corne
he most yyve the kyng the fyfte part. (Verba wie ihank M..
3060/65, P. 1085/90, help P. 795/800, mystrust M. 2945/50,
withstand B. 115/20 sind im Me. transitiv.) Anders in den
Verswerken! Vgl.Bihl $ 250, 251 telle, aus gete, male + Dativ
eines Subst. mit und ohne to.
Nun erscheinen aber nach do in der Prosa auch Per--
sonal-Pronomina mit to. Die Gründe, die für das Abweichen:
von der gewöhnlichen Wortfolge do + Stellungsdativ des-
93 —
Pers.-Pron. + Akk.-Obj. maßgebend sind, sind in erster Linie
‚äußerlich-formaler Natur, nicht so sehr scheinen innere, im
‚Geiste der Sprache liegende Ursachen einzuwirken, so zwar,
daß der. Stellungsdativ ein engeres, vertrauteres Verhältnis
ausdrücke, dem präpositionalen dagegen etwas Unpersönliches
.anhafte.
Um ein klares Bild der Verhältnisse zu gewinnen, werden
im Folgenden auch die anderen transitiven Verba berück-
sichtigt, zu denen ein Dat.-Obj. in Form eines Pers.-Pron. mit
oder ohne to tritt. Es zeigen sich hier Tendenzen, die, manch-
mal streng durchgeführt, beinahe den Charakter von fest um-
:schriebenen Regeln annehmen. Die Stellung der to-Obj. ist
von Bedeutung; außer in P. 525/30 (284), wo to hem be-
sonders betont an die Spitze des Satzes tritt (ähnlich M. 3045/50
‚bei obeyen), sind die Dative stets hinter do, sehr oft unmittei-
bar hinter ihm. Trotzdem nimmt das Pers.-Pron. to vor sich,
wenn es an den Schluß eines Satzes, meist Rel.-Satzes, gesetzt
wird (B. 4X, z. B. 195/200 (361) no wight myghte nevere
han doon that to the. 1145/50 (403) of the wrong that hath
ben don to me, M. 3x, z. B. 2650/55 (108) vileynye that
men han doon to me, P. 3x, z. B. 1055/60 (309) wronges
that ben doon to thee.); da schließt es sich nicht in Form des
Pers.-Kasus eng an das Zeitwort an, durch to wird es hervor-
‚gehoben, der Satz erhält so einen ausgeprägten rhythmischen
Abschluß, wobei mitunter das verstärkte unto gebraucht wird,
z.B. B. 560165 (377)... wronges that weren doon unto hym. Folgt
ein schweres Akk.-Obj., das mehrere Unterglieder hat oder
aus mehreren Gliedern besteht, so wird der Dat. des Pron. gern
mit to gefügt, wohl um einen gewissen Ausgleich zu schaffen.
Aber wenn es zum Inf. to do tritt, wird, offenbar um eine
Häufung der Präpositionen zu vermeiden (to do to S.0....),
der präpositionslose Dat. verwendet. Es ergibt sich also: to
do + Stell.-Dat. des Pers.-Pron. + Akk.-Obj. und do (in irgend-
einer anderen Form) + to mit Pers.-Pron. + Akk.-Obj. (vor allem
in M. zu beobachten, 2300/05 (98) I wol do to yow so much
that, 2545/50 (105) they . . that han doon to yow this tres-
pas and vileynye .. and in what manere they han to yow
— 33 —
doon al this wrong and all this vileynye, usw. — 2595/600
(106) .. to do yow this vileynye, 2650/55 (108) ... to do
me another vileynye, .. to do thee a newe vileynye). Die
Beschaffenheit der Objekte an sich, erweiternde Zusätze be-
einflussen wesentlich ihre Stellung. Auch für das Dat.-Ob;. gilt
das; so erscheint to vor dem Dat. eines Pers.-Pron., wovon
noch ein Rel.-Satz abhängt (B. 1X, M.1X, P.1X, bei anderen
transitiven Verben B. 5x, M.-8x, P.5x). Es ist leicht er-
klärlich, da das Pron. an den Schluß des Satzes zu stehen
kommt und öfters durch andere Redeteile vom Verbum getrennt
wird; überdies hat es schon durch den folgenden Rel.-Satz
eine kräftigere Eigenbedeutung. M. 2650/55 (108) gibt einen
guten Ueberblick über die besprochenen Eigenheiten; that men
han don to me (Ende des Satzes) ... hem that han doon to
me that vileynye (schweres Obj.), .. to do me a newe vileynye,
aber .. men wolden do to me so muchel vileynye. Die Trennung
des Dativs vom Verbum durch einen Einschub macht die Setzung
von to notwendig; nur hinter dem neutralen, meist in Senkung
stehenden it als Akk.-Obj. kann der Dat. ohne to gesetzt werden.
Für do sind keine Fälle vorhanden, aber z.B. B.3X schewe
it me (the), dagegen B. 275/80 mit Nomen als Akk.-Obj.; es
kann sogar heißen B. 765/70 . .. to tellen it the that... hast
assayed it, wo sonst doch gewöhnlich to vor einem solchen Pro-
nomen mit abhängigem Rel.-Satz steht B.5X,M.8x,P.5x).
Auch im übrigen werden die Beobachtungen bei do durch die
anderen Verba vollinhaltlich bestätigt; ist ein Pers.-Pron.
Dat.-Obj., so tritt es ohne to unmittelbar hinter answere (B. 3),
bere (M.1, P.1), conseile (M. 1, P. 18), foryeve (M. 3, P. 6),
gete (B.7,M.3, P.1), graunte (B.4,M. 9, P. 2), aber B. 970/75
part. pret. mit to, telle (B. 8, M. 9, P. 5), außerdem bei ver-
einzelten anderen Verben (10 in B, 11.in M, 8 in P., 2 im
Astrol.). Manche Verba zeigen so wie do beide Konstruktionen,
gewöhnlich ist einer der angeführten stilistisch-formalen Gründe
(anschließender Rel.-Satz u. ähnl.) für die Verwendung von to
maßgebend, so bei yeve (B. 16 ohne to, M. 5 ohne, 2 mit, P. 16
ohne, 6 mit to; Astrol.1 ohne to), shewe (B. 13 ohne to, nur 15/20
part. pres. mit to, M. 11 ohne, 2 mit, P. 2 ohne to; Astrol. 3 X
3
=. Sie
ohne to), saie (B. 4 ohne, M. 8 ohne, 4 mit, P. 4 mit to). Im ein-
zelnen ist in M. 255,60, 290/95, 750/55 der Einfluß des Prosa-
Rhythmus zu bemerken; auch am Schlusse von Rel.-Sätzen,
wo eigentlich to zu erwarten wäre, wird der einfache Stellungs-
dativ gebraucht nach zweisilbigen Verbalformen: yaven (yeven)
hym (hem), aber B. 810/15 mit einsilbiger Form: that Crist
vyaf to us. M. 2325/30 thanne rede I yow, Inversion, wobei
trotz Zwischenstellung des Subj. zwischen Verb und Dat. nicht
to eintritt.
Nicht so einheitlich liegen die Verhältnisse bei den Verben,
die für gewöhnlich den Dativ mit to bei sich haben. Haupt-
sächlich sind es solche, die eine Bewegung, Richtung zu etwas
hin bezeichnen, z. B. come (B. 4 mit, 1 ohne to, M. 3, P. 4
mit to), falle, retourne, put, turne, speke, das Verbum Subst.
ben (stets in B., M.) und dann besonders viele Verba ro-
manischen Ursprunges. Bei Subst.. und Adj. ist es der Dat. des
Interesses, der mit to angefügt wird (z. B. B. 12 Subst., 21 Adj.);
aber kommt er vor das Adj. zu stehen, so fällt to (B.3x‘).
Das Gleiche gilt für die Impersonalia: Dativ ohne to vor,
meist mit to nach dem Zeitwort. Sonst bekräftigen sie die
früheren Feststellungen.
Wie mannigfaltig die Fügungen bei einem und demselben
Verbum sein können, ist zu sehen bei reve und dem häufigeren
Kompositum bireve. M. bietet durch seinen Inhalt reichliches
Material hiefür. Ist die Person, der eine Sache geraubt wird,
durch ein Pers.-Pron. ausgedrückt, so ist die Konstruktion
dieselbe wie bei bynyme (B. 1325/30, M. 335/40, 675/80) ..
reveth hym the quiete... (M. 560/65 und noch 4X, B. 1X).
Anders, wenn das persönliche Objekt, das einer Sache beraubt
werden soll, nicht durch ein Pron. pers. dargestellt wird! Da
heißt es dann, wie im Ae. und Ne. (bereave s. o. of s. th.) to
bireve a mayden of hir maydenhede (M. 865/70, ebenso fro
615/20). Merkwürdigerweise findet sich auch: .. . to reve a
wight his thyng (M. 875/80), this synne .. byreveth man and
womman hire .. fame (M. 850/55, so noch 2 X), ganz denselben
Fügungen begegnet man auch in den poetischen Werken (Bihl
8 253). Eine allgemeine Uebersicht gibt Jusef Keilmann, Dativ
=
und Akkusativ beim Verbum. Ein Beitrag zur engl. Syntax
(Giessener Diss, Mainz 1909), doch scheinen seine Angaben
gerade für Chaucer nach der Besprechung E. Borsts (E. St.
41/91) nicht immer zutreffend zu sein; gutes Material hingegen
bietet Bihl in den „Wirkungen des Rhythmus in der Sprache
von Chaucer und Gower* (9, $ 250, 251 etc.).
Do mit Akk.-Obj..
1,6. Weitaus die umfangreichste ist die folgende Gruppe,
do mit direktem Obj.: eine Tätigkeit irgendwelcher Art aus-
üben. Man wendet seine Kräfte an, strengt sich an, um eine
beabsichtigte Wirkung zu erzielen, etwas hervorzubringen,
zu schaffen, zustande zu bringen, etwas auszuführen, zu voll-
ziehen, vollenden. Jede Tätigkeit kann nun als eine besondere
.Art „Tun* betrachtet werden; im Grunde genommen sind die
verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten von do ebenso zahl-
reich als die Klasse von Obj, welche durch das „Tun“
betroffen werden, die das Ergebnis, das Endziel des Tuns
‚bilden, das Bedeutungsgebiet des Tuns im allgemeinen jeweils
beschränken. Die Unterscheidung und Einteilung ist natur-
gemäß durch die verschiedenen Begriffsklassen der Akk.-Obj.
gegeben, hier nehmen sie das Hauptinteresse in Anspruch,
während in den vorausgehenden Gruppen das persönliche Obj.
mehr in den Vordergrund trat. Bei der Fülle der möglichen
Fälle können im N.E.D. nur die allgemeinsten Bedeutungen
angeführt werden. Für manche derselben sind in Ghaucers
Prosa keine Belege zu finden, ohne daß daraus Schlüsse auf
ihre Nichtverwendung als Obj. zu do gezogen werden dürfen,
Es fragt sich nun, welche Ausdrücke die Ergänzungen zu do
in Chaucers Prosa bilden, ferner ob bestimmte Begriffsklassen
des öfteren auftreten und dann eine gewisse Gleichmäßigkeit
in den Fällen zu bemerken ist. Das zahlreiche Vorkommen
des viel gebrauchten Verbums bietet genügend Material zur
Beantwortung: dieser Fragen. Die Gruppen des N.E.D. sind
folgende:
1,6 do und Akk.-Obj., das eine Handlung, Tätigkeit im
weitesten Sinne bezeichnet, perform, execute, achieve, carry out,
| .
effect, bring to pass: do work, deed, thing, that, it, what?, much,
nothing a.s.o.
I,6b umfaßt moralische Begriffe, to do 500d, evil, right,
WTOng 4.5.0.
I,6c gibt eine Steigerung und zugleich Beschränkung des
Bedeutungsumfanges der vorangehenden Abteilung, stellt den
Uebergang vom Begrifflichen zum Anschaulichen dar: to commit,
perpetrate sin (abuse, fault, trespass) crime (robbery, murder).
1,6d. Das Objekt drückt die Erfüllung irgend einer dienst-
lichen Verrichtung oder übernommenen amtlichen Pflicht aus:
to execute, administer, practise a function, office, or duty wie
z. B. justice, service .
I, 6e. Hierin vereinigt Murray verschiedene Erweiterungen
des Prädikats, die eine Beziehung des „Tuns“ zu einer Person,
einem Ding ausdrücken: etwas tun für, mit, gegen jemand.
So kommt diese Abteilung manchmal in nahe Beziehung zu 1,5,
do+ to mit Dat. der Pers. Auch für die folgenden Gruppen
I, —13 (mit Ausnahme von 1,8) ist die Art der Verbal-Obj.
kennzeichnend, sodaß sie sich grundsätzlich durchaus nicht
von I,6 und den dazugehörigen Unterabteilungen unterscheiden
Die umfassendste und allgemeinste darunter ist I, 11a—l (!):
to operate upon or deal with an object in any way, »the most
genercl word« für transitive Tätigkeit. Mehrere Gruppen sind
bei Chaucer belegt, auf sie muß dann näher eingegangen werden.
Passive Fügung, Partizip.
Es liegt in der Natur der Sache, daß manche unter ihnen
nicht durch scharf gezogene Grenzen voneinander geschieden
sind; sie greifen oft ineinander über, es bleibt der jeweiligen
Auffassung überlassen, welchem Geltungsbereich die einzelnen
Fälle dieser Grenzzonen zugezählt werden. So ist es z.B. mit
dem Part. Prät., einer Frage, die ihrer grundsätzlichen Wichtig-
keit halber gleich näher besprochen sei. Do im Verwendungs-
gebiet von 1,6 wird sehr häufig passiv gefügt, der Akk. als
herrschende Vorstellung wird zum Aussage-Gegenstand, das
Verbum erscheint in Form des Part. Prät. und eines Auxiliars,
ER
im 14. Jahrh. ist die passive Konstruktion vollkommen ein-
gebürgert. Murray behandelt das Part. Prät, gesondert in 1,8.
Don, y-do(o)n, y-do bedeutet: vollendet, vollzogen, ausgeführt,
zu Ende gebracht (accomplished, completed, finished, brought
to a conclusion), ähnlich I, F 14 entsprechend dem lat. fieri,
factum esse. Es liegt nun des öfteren in der Art der Auf-
fassung des Part., ob es zu 1,6 oder I,8 gezählt wird.
Das Mittelwort der Vergangenheit schließt zwei Bedeutungen
in sich, eine präsentische und eine perfektische wie das deutsche
Part., je nachdem, ob es den Abschluß, die Vollendung eines
Geschehens bezeichnet oder einen dauernden Zustand ausdrückt.
Eine Tätigkeit bewirkt ein Ergebnis; wird diese Tätigkeit
erwähnt, so wird auch das Resultat mitverstanden, ja oft denkt
man gerade daran, nicht an die Handlung selbst, sodaß das
Sekundäre zur Hauptsache wird. Indem nun das Ergebnis
als eigentlich bedeutungsvoll angesehen wird, muß das Part.
perf. als für die Gegenwart wichtig, hiemit präsentisch erscheinen
(Paul). Manchmal ist schwer zu entscheiden, ob die Partizipia
in Verbindung mit den unterschiedlichen Formen von ben
das reine Passivum darstellen und daher zu 1,6 gerechnet
werden müssen oder ob sie darüber hinaus etwas ausdrücken
sollen und demnach zu 1,8 gehörten. Unter den 7 do-Fällen
des Astrolabiums sind 4 transitiv, alle lauten auf das Wort
gleich: And whan that this is done (doon) 222/28 (649)
2x, 240/45 (650), 251/58 (651), der folgende Hauptsatz beginnt
stets mit dem Verb. fin, einem Imperativ. Hier bedeutet
to be done soviel als to be at an end, es wird doch
nicht so sehr die Handlung, mehr das Resultat betont; jedes-
mal dreht es sich um die Durchführung astronomischer Beobach-.
tungen, daher ist schon des größeren Nachdruckes wegen
dieselbe Formel verwendet. Die Einschiebung des Korrelativ-
Partikels that ist nichts Außergewöhnliches, als pleonastisches
Fügewort schließt sich that an fast alle selbständigen Konjunk-
tionen an, oft wie wohl auch hier zu rhythmischen Zwecken
(Eitle, Die Satzverknüpfung bei Chaucer, Anglist. Forschungen
H. 44, 1914; Bihl). Zur äußeren Form sei bemerkt, daß Chaucer
das Part. Prät. bald ohne, bald mit dem Präfix y- bildet; er
bedient sich desselben sogar recht ausgiebig, - während bei
Gower y- nur einmal zu finden ist. Schon im Ae,, besonders
in der Prosa hatte es größtenteils seine formelle und inhalt-
liche Bedeutung eingebüßt, die in der Perfektivierung eines
imperfekten Verbums und in der Bezeichnung der Intensität
bestand; es wurde farblos, verlor seinen Aktions- und Affekt-
wert. Im 13. Jahrh. ist es völlig bedeutungslos, die Grammati-
kalisation ist durchgeführt (Bihl, Funke E. St.56/6, 7 1922).
Die einzelnen Obj.-Begriffe.
Schon im Ae. sind Belege für die Gruppe 1,6 in reichster
Zahl zu finden, sie umfaßt ja die geläufigsten Bedeutungen von
do. So ist es nicht verwunderlich, daß sie auch bei Chaucer
als die weitaus: stärkste in allen Prosawerken erscheint; im
Boethius ist sie mit 112 Beispielen vertreten, in Mel. mit 36,
in Pars. endlich verschwinden die übrigen Gruppen geradezu
ihr gegenüber, ’; aller transitiven Beispiele gehören ihr an.
Diese Fülle von Fällen wird durch verhältnismäßig wenige,
dafür sehr oft vorkommende Begriffe gegeben. Unter diesen
ist wieder to do (a) thing einer der allgemeinsten. Thing hat
von seiner eigentlichen Bedeutung eingebüßt, sodaß es nicht
nur mit adjektivischem any, some, every, no sich fest verbindet,
sondern auch selbständig und allein gebraucht als unbestimmtes
Fürwort betrachtet werden kann. Ein Relativ-Satz schließt sich
des öftern an (soinM.7X). Die Einteilung ist nach den
Attributen von thing getroffen: Ä
thing ohne jede Beifügung B.5,M.3, P.5x,
mit Demonstrat. tho B. 1X,
mit uneigentl. Demonstrat. swich, das zugleich auf eine
Eigenschaft hinweist B.2, M.2x,
mit Determinativum thilke B.2, P.1X,
mit Indefinita, alle: B.7, P.1, no: B.5, M.4,P.1x,
any: B.3, P.1X, some: M.1x,
(abweichende Stellung: Modalverb. + no thing + doon
M. 2950/55, P. 1070,75), Zn
— 39 —
Eigenschaftswörter B. 2X (goode, yvel), P. 3x (leveful,
faire, foule); Zahlwort P. Ix.
Indirekte Fälle. d. h. solche, wobei das Nomen thing nicht
in demselben Satze steht wie do, sondern durch ein Pronomen
vertreten wird. Personal-Pron. B.12 (9 darunter passiv), P.1X
'Relativa B.10,M.3, P.1x,
swich as —_ M.2x,
any of thilke thinges B.1 X (1770/75).
Umstandswörter und -bestimmungen (Subst. mit Präposition)
sind nicht selten anzutreffen. In B. und M. kommt ein solcher
Fall auf ungefähr drei ohne Erweiterung. Die Stellung der
Adverbia bietet nichts Auffallendes, nur die Zwischenstellung
zwischen Verb und Objekt (z.B. B. 1535/40) ist heutzutage nicht
mehr gebräuchlich, nach Dahlstedt (Rhythm and Word-Order
in Anglo-Saxon) ist sie ein Ueberbleibsel aus ae. Zeit. Die Stellen
mit thing als Verbal-Obj. und weiteren präpositionalen Bestim-
mungen gehören eigentlich schon dem Grenzgebiet zwischen
1,6 und 6e (Erweiterungen des Prädikats) an und stehen auch
1,5 (Dat-Obj. mit to; for) nicht ferne. So z.B. B.500/05 2X do
(a thing) in s.o.soviel wie towards, Richtung der Tätigkeit be-
zeichnend, anders wieder M. 2950/55; for B.2, M,1X;toP. 1x,
Ausdrücke wie for grace of (B.1635/40) sind zu werten wie
to the profit of, on, in behalf of (1,5 B. 1520/25, auch P. 675/80).
Gerade als Verbal-Obj. zu do nimmt thing verhältnismäßig
wenig Unterglieder, zumeist nur Fürwörter zu sich, der pronomi-
nale Charakter prägt sich in diesem Zusammenhange besonders
aus. Doch auch sonst bestreiten die Pronomina den Hauptanteil
an Untergliedern (im B, in ungefähr 470, M. und P. in rund
50 Belegen, Astrol. alle, any 4 X); außerdem aber tritt eine bunte
Reihe von Adj., Partiz., Zahlwörtern, bisweilen mit einem Adverb
als Attribut vor oder hinter thing. B. hat an 54 Ausdrücke in
110 Fällen, P.25 Adj.in 50, Zahlwörter in 20 Beispielen, M. aber
nur 8X Adj, 6X Zahlwort. Auch zwei oder drei Unterglieder
in verschiedenen Zusammensetzungen und Stellungen sind zu
bemerken; bei dreien (B.10x P. 1X) sind entweder alle drei
oder mindestens zwei von ihnen Pronomina (alle, othere),
=. 40: 2
Das direkte Obj. wird nun auch durch Pronomina allein
gegeben ; in den Passiv-Sätzen werden sie natürlich zum Subj.
Es kommen vor: it, als unbestimmtes Obj. eine Handlung im
allgemeinen bezeichnend; B.5%X, M.3+2 (wo it für ein vor-
angehendes Nomen eintritt), P. 2x,
Demonstrativa: this B. 1X (passiv 1630/35),
that mehr bestimmend als hinweisend, stets an betonter
Stelle am Schlusse oder Beginne des Satzes (Inversion, pas-
sive Fügung): B. 3X,
that als determinatives Relativ-Pron. Das Objekt zu do
kann auch durch einen Rel.-Satz dargestellt werden, der mit
dem Hauptsatz durch that verknüpft ist; dieses Pron. steht
nur im Akk. oder Nomin., also als Obj. oder Subj. des von
ihm eingeleiteten Satzes. Das formale, unmittelbar zu do
gehörige Obj. des Hauptsatzes ist in ihm aufgegangen, deshalb
kann that als Stellvertreter hiefür, d. h. als direktes Obj. zu
do angesehen werden. Der Obj.-Relativsatz drückt inhaltlich
immer dasselbe aus, einen Wunsch, ein Begehren, Verlangen
(tun, was ihm gefällt, was einer will): B. 5X, z. B. 1260/65
(407)... wise men doon that thei desiren, .. schrewes do
that hem Iyst, M. 1X (2395/400), P. 1X (555/60 al that,
ein Begriff=what so ever). — Nun kann that von zwei
Seiten her durch do in Anspruch genommen werden, indem
nämlich im Obj.-Relativsatz wieder do (stets mit Modal-Hilfs-
zeitwort) das Pronomen als direkte Ergänzung fordert. B. 3X
(730/35 [386] that he wolde doon that he may nat doon,
1185/90 [404] to done that he wol nat doon, 1190/95 [405]
a wyght that hath doon that he wolde doon), P.3X (darunter
einmal al that). — Diese Fälle leiten über zu jenen, wo do
nur im Rel.-Satz steht und sein Obj. that sich auf ein Wort
im Hauptsatz bezieht: B. 4X 1430/35 (414) bytwixen that
that God doth and.. ., die anderen drei Fälle passiv, 1505/10
(418) mit Erweiterung: that is doon unhopid or unwended,
P. al that (ever) 2X, what so that: 1X (160/65),
what: als INIBEROBAUNSS Rel.-Pron. B1X (35/40), P. 1X
(825/30),
which: M. 1x (3040/45),
— 4 —
what als Interrogalivum: P. 1X (670/75) in indirektem
. Fragesatz: M. 2x.
Indefinitum moore: P. 1x (940/45).
Am öÖftesten werden im Boethius die Pronomina mit do
in Beziehung gebracht (22mal gegen M. 9 und P. 12), auch
relativ sind da die zahlreichsten Gattungen vertreten. Ueber
diese typischen Belege hinaus erweitert sich jedoch der Be-
grifiskreis der Obj. in diesem Denkmal nicht, wohl in den
beiden anderen Werken. Zu do tritt als Akk.-Obj. ein ihm
stamm- oder sinnverwandtes Nomen, ein inneres Objekt, das
deutlichste Beispiel ist deed M, 2X (beide Male mit Unter-
gliedern, die dem allgemeinen Sinn der festen Verbindung to
do a dede erst eine bestimmte Bedeutung geben, ihn ein-
schränken), werk, das als inneres Objekt in P. (10X) neben
do steht, hat auch stets ein Attribut bei sich, sehr oft (6X,
darunter 3X neben einem zweiten Unterglied:) goode (werkes)
auch die indirekten Fälle sind hieher zu rechnen (6X: the
goode werkes that men doon ... 1X durch Pers.-Pron. ver-
treten). Die Belegstellen sind alle (außer 290/95) örtlich zu-
sammengedrängt 230/45 (271), vermehrt werden sie noch durch
die Beispiele mit dem sinnverwandten Verbum werken (goode
werkes, 5X außer 690/95 an demselben Platze: 230/40).
Anschließend daran mögen auch noch die übrigen, nicht
zu zahlreichen Nomina Erwähnung finden, die als Akk.-Obj.
erscheinen und in keine der folgenden geschlossenen Gruppen
eingereiht werden können, da sie zu verschiedenartig sind.
Sie würden am ehesten zur großen Gruppe I,11 mit ihren
12 Unterabteilungen gehören: do als das allgemeinste Wort
für den Ausdruck irgendeiner Tätigkeit mag jedes beliebige
Zeitwort vertreten, dessen Begriffsinhalt und -umfang aus Subj.
oder Obj. oder beiden zusammen leicht erschlossen men
kann (S. 36).
B. 1400/05 al the contrarie, 1505/10 miracle, (1535/40 ..
make .. myracle);
M. profit 2X, 2720/25 defense (passiv);
P. abstinence 3X, indirekt vertreten durch it 2x,
almesse 4X, 1X mit Inversion, ind. durch it 2x,
confessioun 2X indirekt passiv mit it,
emprise 2X indirekt durch that 400/05,
profit 1X 1000/08.
Die Redensart to do no fors of=to take no account,
attach no importance: to, give no heed to, no care for s. th.
(N.E.D. force Nr. 21, Fansler D. Spr., Chaucer and the Roman
de la Rose) wird von Chaucer nicht nur in der Prosa, sondern
auch in der Poesie gebraucht (C.T. B 4131, D 1234, 1512,
Dethe of Bl. 542): B. 405/10 (370) do no more force of.
(in einer Glosse),
P! 710/15 (292) do no fors, 120025 (293), 830/35 (298)
do no fors of.
Für do treten eine ganze Reihe anderer Verba in gleicher
Bedeutung ein (make, give, take, have, let, set). Chaucer ver- .
wendet nur do und make, letzteres seltener (C. T. H 68), ebenso
Lydgate (z. B. Pilgrimage 6524, Min. Poems 160). Aus der
Aehnlichkeit der französischen Phrase ne pas faire force d’une
chose (nach Godefroy’s Erklärung im Dict. de l’anc. langue
franc.=n'en ötre pas effraye, n’en pas faire difficulte) wollte
man auf französischen Einfluß schließen, Koeppel nimmt ihn
auch für Chaucer an (Rosenroman, Die Uebersetzung Ch. und
das Original. Aber dem französischen faire steht eine Fülle
von englischen Verben gegenüber, die mit force in Verbindung
treten können: das deutet doch auf eine unabhängige Ent-
wicklung im Englischen hin, _
I, 6b (S. 36). Bei dem moral-philosophischen Inhalt der
drei Prosawerke kann es nicht Wünder nehmen, daß Begriffe
dieser Art als Objekte nicht selten zu finden sind, auch paar-
weise treten sie auf, dann wirken sie umso nachdrücklicher.
Die, moralisch gewertet, positiven Ausdrücke sind beschränkt
auf: M. goodnesse 3X (die Zahlen in Klammern bedeuten die
Fälle von Stellvertretung durch das angeführte Fürwort, also
1X indirekt durch that, 1X it), P. goodnesse 3X (500/05 2 X
that), good 230/35, bountee 390/95 je 1X indirekt durch that.
Die negative Seite überwiegt: evel, vvel (über die verschiedene
äußere Form 'von ae. yfel [vgl. Luick, Untersuch. $ 534] in den
Chaucer-Hss. handelt Wild S.67, Reime fehlen): Im B.steht yvel
2, 2
stets in Verbindung mit dem Inf. don in abstraktem Sinne ohne
Artikel 13X (1X noon yvel, 1X durch noon vertreten), 10 x
ist der Inf. von einer Form des Modalverbums mugan abhängig
(im lat. Text facere malum), M.2 X to do many yveles; wrong
(wronges) konkret, im lat. Text des B. malum und iniquum, B.
7x (2X Rel,. that), M.3 X: (1x that), P. 750/55 (294); wikkyd-
nesse bildet den Uebergang zu I16c, B.4x (2X the whiche,
1X that), M.3X (1X that), P.880/85 (300). Bei diesen drei
Nomina sind Attribute selten, häufig bei den folgenden Begriffen:
B. 485/90 (374) harmes, M. 2205/10 (94) damage, 2715/20 (110)
excesse, 2890/95 (114) folye, P. 870175 (300) damage (that), harm
3X (2X that, 1X Inversion), 80/85 (266) gilt (that), 965/70 (304)
vileyne. Doppelausdrücke: B. 485/90 (374) . . damages and
destruction, 515/20 (375) . . harmes and destrucciouns (passiv),
1400/05 (413) the grevances and the wronges, M. 2660/65 (108)
the wronges and the vileynyes. Im ganzen B. 28, M. 14, P.13 Fälle.
I,6c (S. 36). Die Grenze zwischen dieser und der soeben
besprochenen Gruppe ist oft schwer zu ziehen, es handelt sich
um eine Steigerung in ethisch schlechtem Sinne. So in B. stets
mit Inf. don 1255/60 (407) yvel and felononye (sic!) und noch
3X, 1720/24 (427) vices, in M. outrage 4X. P, ist reichhältiger
910/15 (302) cursednesse mit Inversion, 765/70 (295) extercions,
4X lecherie, indirekt: 570/75 (286) homycide that . . passiv,
855/60 (299) likerousnesse that, 600/05 (288) sweryng of ad-
juracioun as... Es sind noch zwei Obj. zu erwähnen, die mit
dem Inhalt der betreffenden Werke in innigem Zusammenhang
stehen; das eine ist synne, das ja auch inM. 3X vorkommt,
in Parson’s T. aber nicht weniger als 30mal direkt, 11mal
indirekt (7 that, 4 it) als Obj. zu do belegt ist. So reichhaltig
und mannigfaltig die Attribute dieses Subst. sonst sind (z. B.
venial, deedly, privee, original, stynkyng ....), in diesem Falle
werden sie auffallend spärlich verwendet. Die 30 Stellen zeigen
18x keinerlei Beifügung (1X Adverb),. 6x EOnOmInA;: von
Adj. 5X deediy, 1X greet.
Das andere charakteristische Akk ‚„Obj. ist vengeance:
es tritt außer P. 540/45 (107) in M.8X zu do (darunter 2X
"mit Attributen, indir. 2X that, 1% it), to do vengeance upon,
u AR ie
of s. o., wenn die Person genannt ist. An Stelle von do ist
öfters take zu finden (ungef. 12 Fälle) besonders dann, wenn das
Subst, durch ein Attribut beschwert ist, to take (sodeyn, thilke,
no...) vengeance of, auch upon, on (2X). Nie wird do, stets
take bei Bildung des Gerundiums gebraucht (8X), in vengeance
takynge (2X in takynge vengeance). Die Verbindung dieser
beiden Verba mit dem Subst. kommt dem betreffenden Zeitwort
vengen gleich (1,11 S.36), es erscheint nicht selten, in rund zwei
Dutzend Fällen, und weist dieselbe Konstruktion auf, zumeist
ist es reflexiv, to vengen one (yow, hem) upon, on, of; wreken
ist nicht so häufig (4 Belege).
1,6d (S. 36) ist im B. durch office (lat. Text officium) 2X,
durch equite einmal 1560/65 (420) vertreten. Eine Erweiterung,
die zu I,6e hinüberleitet, ist M. 3020/25 (117): the sentence
and juggement that Melibee wolde comande to be doon on hem
by the causes...
1,7 (S. 36). Der Obj.-Begriff drückt Befehl, Gebot, Pflicht aus,
to do=to perform duly, carry out, execute; in 7b wird er enger
umgrenzt, to perform, celebrate a ceremony. In M. kommt 3X in
nahem räumlichen Zusammenhang das Obj. wilvor (todo youre,al,
his wyl). P. bietet hier wiederum viel mehr Material, 14 Beispiele,
so 440/45 (280) amendement, 400/05 (279) honour, 745/50 (294)
observance (in kepyng of..), 85/90 (266) satisfaccioun, 680/85
(291) the service of God, indirekt durch it 600/05 (287) sweryng.
Was für synne gilt, ist auch für die Belege mit penitence oder
' penaunce zu sagen: sie sind bedingt durch den Inhalt. Bezüglich
der beiden Formen des Wortes stellt Bihl (S.93 III, $ 45 i) fest,
daß das gelehrte, der kirchlichen Terminologie angehörige
penitence seit dem 13. Jahrh. neben der volkstümlichen Form
penaunce belegt ist. Chaucer bevorzugt die letztere; das
Verhältnis der beiden Gestalten des Wortes ist im allgemeinen
1 (penitence): 5 (penaunce). Auch die entsprechenden Personal-
begriffe penitent und penaunt sind bei Chaucer nicht selten
(Mo. P. 46, ABC 59). (Hans Remus, Die kirchl. und speziell-
wissensch. roman. Lehnworte Chaucers. Studien zur engl.
Philologie, Heft 14 [1906], darüber Ekwall, E. St. 41/97.) Im
ganzen 8X kommt to do penaunce (3X), penitence (5 X) vor,
22» An. 5
darunter einmal indirekt (durch that vertreten), zweimal mit
Erweiterungen, P.100/05 (266) for to do open penaunce und
P. 115/20 (267) Dooth digne fruyt of penitence. In B. findet sich
kein Beispiel.
1,9 (S. 36). Desgleichen ist diese bei Chaucer sonst reichlich
starke Gruppe des N.E.D. im Boethius nicht zu belegen, auch
nicht im Astrol.,; hingegen weist M. 12, P.4 Fälle auf: to do
‚steht hier in der Bedeutung von to put forth, exert, use; die
Verbal-Handlung bezweckt eine Wirkung, Folge nach dem Willen
und Wunsche des Subj.; die Intensität des Tuns wird durch
die Obj.-Begriffe ausgedrückt: to do one’s best, most, cure,
devoir, diligence, endeavour, might, pain, power. Hievon kommen
hauptsächlich zwei Nomina in Betracht, das erste ist diligence
M.7x, darunter 4X mit dem als Attribut hier sehr beliebten
Possessiv-Pron., 2X mit dem Adj. greet als Unterglied; P.3X,
davon einmal mit Possessivum; das zweite ist bisyness M.3x,
und zwar einmal mit Possessivum, zweimal mit Adv. und Ad).
2205/10, 2460/65. Auch beide Ausdrücke zusammen erscheinen,
diligence and bisynesse, M. 2830/35 (113), 3030/35 (117). End-
lich ist noch anzufügen P. 760/65 (295) do his devoir.
Die beabsichtigte Wirkung wird gegeben durch to + In-
finitiv eines Verbums (M.6 X, P. 2X), durch in + Verbal-Subst.
(M. 3X) oder Subst. (M. 2X), ferner auch durch unto + Subst.
(M. 1x), z. B. M. 2185/90 (93) do diligence to gete another
freend, 2820/25 (112) doon youre bisynesse to gete yow
richesses, P. 710/15 (292) doon diligence to plese god;
M. 2215/20 (94) thou do thy diligence in kepynge of thy ....
persone, in swich a wise that ..., 2825/30 (113) Do greet .
diligence ... in kepyng of thy freend; M. 2460/65 (103) they
sholde do the moore ententif bisynesse in the curacioun of ...;
M. 2460/65 (103) to doon greet diligence unto the cure of. .;
schließlich M. 2205/10 (94) we shullen do so ententif bisynesse ..
that .. (Folgesatz).
ir AB:
Die sinnverwandten Verba make und werke
mit ihren Obj.
Um die Art und Weise der Verwendung von do in ihrem
vollen Umfange deutlich zu erkennen, sind auch die wichtigsten
der anderen sinnverwandten Verba in Betracht zu ziehen, die
in gleicher und ähnlicher Bedeutung wie do stehen können;
etliche wurden schon erwähnt (S. 41,44). Hauptsächlich kommt
der transitive Gebrauch von make und werke in Frage. Make
hat erst spät im Ae. das ursprüngliche (ge)wyrcan (Wild be-
spricht die verwickelten Lautverhältnisse des Verbums bei
Chaucer $ 445, S. 150/151) verdrängt, das im Sinne’ von lat.
facere (trans.), des Öfteren in Chaucers Prosa zu treffen ist,
so in B.2X mit dem Obj. batailes und hem(=clothes),
B. 1940/47 s. Il intrans. Gebrauch, in M. 3X transitiv (thinges,
wikkednesse, hem= wommen), häufiger aber intransitiv, in P.
außer den schon S.41 erwähnten Fällen mit dem inneren
Obj. werk(es) noch 2X mit dem Verbal-Obj. miracle und
wikkidnesse; im Astrol. the verrey practik (15/20); bemerkens-
‚wert sind endlich im Astrol. 185/83: The same manere maist
thou worche to knowe ... Der Zweck wird durch to + Inf.
gegeben; 343/50: The same wise wirche thou fro .... Die
beiden letzten Obj. sind eigentlich Umstandsbestimmungen;; der-
selbe Fall bei do, B. 1625/30 wurde S. 29 erwähnt. Diese
Fügung wird noch beim intransitiven Gebrauch zur Sprache
kommen müssen. Zum großen Teil sind also die Akk.-Obj.
dieselben wie bei don.
Anders bei make. Wohl sind auch hier manche Achnlich-
keiten und Parallelen mit do zu beobachten, so z.B. wenn
— allerdings nicht sehr häufig — die Person ausgedrückt ist,
. für welche etwas gemacht, geschaffen wird. Der Gruppe 1,4
bei do (Pers.-Pron. ohne to) würde M. 2375/80 (100) .. and
maketh thee chiere of .., entsprechen, 1,5 (Dat.-Obj. mit to)
B. 605/10 (380) .. I... hadde maked to the the same habite,
auch in M. und P. je 2 Belege. — Nun aber tritt zu make
als Akk.-Obj. eine Fülle der mannigfachsten Begriffe, die weit
über das hinausgeht, was bei do unter 1,6 und die anschließen-
den Gruppen fiele. Die folgende Liste wird eine Auswahl aus
den Fällen im Boethius bieten, woraus das Bezeichnende in
der Anwendung des Verbums, das äußerlich Gleiche oder
_ Aehnliche mit do bei innerer Verschiedenheit zu erseken sein soll.
Zu make gibt N.E.D unter I,1 trans.: to produce (a ma-
terial thing) by combination of parts. Thing B.5X (2X that);
it 1910/15, that 785/90 sind schon von do her als Verbal-Obj.
bekannt. — Die folgenden Unterabteilungen umfassen die ver-
schiedensten Begriffe, so I,2: make==herstellen von Speisen,
Getränken, die aus mehreren Bestandteilen zusammengesetzt
werden, 475/80 no pyment or claree, 1310/15 drynkes (ind.).
— ],3: make in der Bedeutung von erschaffen, said of God
as Creator, 865/70 world, 1545/50 thinges (indir.) mit Ergän-
zungen, um Zweck und Ziel des Schöpfungsaktes zu erklären
(into his semblaunce, verwandt mit 111,50: to convert into s.
th.); dazu gesellen sich weitere zwei Belege. — 1,4: ver-
fertigen von Sachen, aus einem bestimmten Material (of), z. B.
B. 15/20 clothes. — 4b: to be »compact« of (certain qualities),
365/70 of sapience and of vertu (diese Stelle im N.E.D. als
Musterbeispiel.. — 1,5: ein Gedicht, einen Brief verfassen,
1j5 ditees, 145/50 lettres. — 1,9: make gibt den Grund des
Vorhandenseins von physischen Gegenständen und Erscheinun-
gen sowohl, als auch von sinnlich nicht wahrnehmbaren Dingen,
a condition of things, a state of feeling, z. B. body of blis-
fulnesse, gentilesse, hap, mutacioun (indir.), nede, proprete,
resoun, skiles. — 1,9d: wey to s. th. — 1,13: make=ver-
anlassen, daß jem. zu dem wird, was das Obj. angibt, so 510/15
‚mucisyens, phisicyeens, rethoriens, 445/50 a blisful man, 830/35
out-caste. — 1,14: ein Fest veranstalten, 690/95 feestes. —
l,15a: ein Heer zusammenbringen, 85/90 oost (ayens). —
1,19: etwas in Gedanken, in der Vorstellung bilden, 1445/50
questiouns. — Diese Bedeutung leitet über zu V: make=to
do, perform, accomplish. V,59a, b: das Obj. drückt die Tätig-
keit irgendeines meist stammverwandten Zeitwortes oder das
Ergebnis desselben aus, sodaß make und das folgende Nomen
dem Sinne nach dem betreffenden Verbum gleichkommen (wie
do 1,11) z. B. to make comparysoun of...B.5X, 680/85 sufüi-
ii, 8
saunce, 110/15 assawtes (ayens), 1600/05 alliaunce, 795/800
preyere. — Dasselbe bunte Bild zeigen die anderen Prosa-
denkmäler. In M: sind fast 40 Fälle, darunter an die 20 Be-
griffe, meist Abstrakta, werre 4X, make semblant (of) 5X;
das Astrolab, weist fünf Beispiele auf, darunter mehr Abstrakta,
ebenso P., wo über die Hälfte der 26 Begriffe Abstrakta sind
(32 Fälle), auch synne kommt (indir.) vor 360/65, semblant(as)
640/45. |
In der Prosa niemals, sonst sehr selten, z. B. C.T.E.
1098 (201) wird do von Chaucer mit dem doppelten Akk.
verbunden; dieser ist das unbestrittene Gebiet von make. N.E.D.
gibt den seit Aelfric (ca. 1000) bestehenden Gebrauch III make
=to cause to be or become (s. th. specified) 48: mit Adj..
oder 48b: mit Part. Prät. als »complement«, to cause to be,
render; B. weist 31, M. 4, Astrol. 1, P. 11 Beispiele auf, ver-
teilt auf 6X Subst.-Adj, 5X Pron.-Adj. — 48f: passiv, lat.
fieri entsprechend mit doppeltem Nom. B. 12 X, M.1x, P.2x.
— 49: mit einem Hauptwort als prädikativem Akk. a) to
cause s. 0, 3. th. to be or become what is denoted by the
complement, spezifiziert: to raise to the dignity of, to create
z.B. B. 1165/75 2X passiv, 1285/90 u. viele mehr; den zahl-
reichen Belegen in B, (10 Fälle bis 1540) stehen nur zwei Fälle
in P., einer in M. gegenüber. (Ae. dön mit dopp. Akk. s.:S. 108.)
Make betont vor allem das Hervor-, Zustandebringen, Er-
zeugen, die Gewinnung eines Resultatis in physischem oder
psychischem Sinne, selbst bei Obj. wie thing, während do die
Handlung, das Tun, das Beschäftigtsein an und für sich her-
vorhebt. Gerade die verwickelte Verschiedenartigkeit, die über-
aus große Buntheit der Obj. bei make läßt die relativ einfachen
Verhältnisse bei do umso schärfer hervortreten. Die ganzen
zahlreichen Beispiele für den transitiven Gebrauch von do.
zeigen, daß von den vielen Obj.-Möglichkeiten eigentlich recht
wenig Begriffe als solche bei do verwendet werden, diese
allerdings dafür sehr ausgiebig. Aus dem Fehlen von Belegen
für gewisse Verwendungsarten kann man ja keine weiter-
gehenden Folgerungen ziehen, wohl aber lassen umgekehrt die
vielen Beispiele für bestimmte Ausdrücke eine gewisse Ein-
= d0
heitlichkeit erkennen, die’ im Obj.-Inhalt, meist auch .in der
Fügung :als ‚solcher zum Ausdruck kommt. Diese : innere
Gleichmäßigkeit, diese äußere Aehnlichikeit in der Gestaltung
der Obj.-Akk. im Verein mit der Häufigkeit des Vorkömmens
. gibt den do-Fällen im allgemeinen ein eigenartig nachdrück-
liches, beinahe formelliaftes Gepräge,: sie alle haben, mehr
weniger, etwas. Typisches an sich. Diese Erscheinung greift
aber weit über Chaucer hinaus, sie ist für die Baum me. Zeit
kennzeichnend. Ä
I. Intransitive Verwendung.
Wirkliche Intransitiva oder subjektive Verba i im: een
Sinne gibt es im Englischen verhältnismäßig wenige. Sie weisen
nur eine Beziehung, die zum Ausgangspunkt der Handlung,
zum Subj. auf, ein’ Akk.-Obj. ist bei ihnen ebenso unmöglich
wie das Passivum. Auch die transitiven oder objektiven Zeit-
wörter brauchen nicht stets einen Akk. bei sich zu haben, es
kann nur der Verbalbegriff selbst ohne Rücksicht auf eine
Ergänzung ins Auge gefaßt werden. Der Sprechende denkt
überhaupt ‘nicht an ein Obj., zumindestens hat er kein be-
stimmtes im Sinne. Bisweilen ist es so leicht zu. ergänzen,
ergibt sich so. selbstverständlich aus dem ganzen Zusammen-
hange, daß es nicht nötig erscheint, es eigens zu erwähnen.
Auf diesem Wege wird ein transitives Verbum zum „poten-
zierten Transitivum* (Wendt), „absolut“ verwendet (Deutsch-
bein $ 40/4) und gleitet hinüber in die intransitive Gruppe. Auch
do hat außer den transitiven mehrere intransitive Bedeutungen,
die N.E.D. anführt, vor allem die allgemeinste, die allein in
Chaucers Prosa zu belegen ist, N.E.D. IE 15: To put forth
action, exert activity of any kind whatever, to act (in some
speciied way). ‘Der Grundbegriff des Verbums, das Tun,
Handeln an und für sich. wird nachdrücklich betont, Das. Be-
deutungsgebiet von do ist aber viel zu weit und zu allgemein,
als daß es in diesem Sinne oft verwendet würde und für sich
allein stünde. Dieser seltene Fall ist in. der Retractatio der
Parson’s T. zu finden, 1090/95. (310) grace of... to doon in
4
=, SA.
this... Iyfso that... Für gewöhnlich müssen Einschränkungen,
Bestimmungen adverbieller.:Ärt in :verschiedener Form. zum
absolut verwendeten do treten, um den Sinn. jeweils zu ver-
deutlichen. In vielem übernehmen sie. die Rolle der Akk.-Obj.,
vermitteln. den Uebergang zum intrans. Gebrauch, so wenn.
z. B. an Stelle 'der unbestimmten Obj. it, that ein demon-
stratives oder determinatives Adverb. wie so, thüs oder ein
Nebensatz (Modalsatz) steht. .Schon im Ae. ist das zu’ be-
obachten, die weiteren Entwicklungsstufen und genaueren Un-
terscheidungen scheinen sich aber erst im Me. und Frühne.
herausgebildet zu haben, (S. die Belege im N.E.D., ferner
Sunden K.F., Essay I: The predicational categories in Engl.II: A
category of predic, change in Engl. — Univ. Ärsskrift Uppsala
1916, besprochen .von Brandl, Archiv 137 (37)j123, 1918.) Im
folgenden werden die Belege etwas ausführlicher gegeben;
dafür spricht ihre geringe Zahl, dann. auch ihre äußere Ver-
schiedenartigkeit trotz der gleichen inneren Grundlage. Die
Einzelheiten geben manche Anhaltspunkte für den. Uebergang
aus der transit. in die intransit. Gruppe. Im ganzen sind in
B. 6; in M. 6, in P. 20!, (Astr. 1) Stellen zu verzeichnen,
‘Der weite Begriff des Tuns. wird beschränkt durch einen
. Modalsatz, eingeleitet mit as B. 1095/1100 (401) Do, quod I,
as the list (Tuo, inquam, m M. 2390/95, ig [10 das:
P. a
Stellung der Aaverbia
Ba die , Adverbia: Bene hier eine große Rolle: eo
möge einiges über ihren Platz im Satz ‚bemerkt werden: Im
allgemeinen "herrscht bei Chaucer .noch große Freiheit in: der
Stellung: der Umstandswörter.' Sicherlich haben rhythmische
‚Gründe bedeutenden Einfluß,‘ aber für! diese Zeit kann noch
nicht ‚mit ‚Bestimimtheit‘ behauptet werden, daß. Nachstellung,
Stellung :am: Schlusse. des Satzes’ mit-'starkem Tone, hingegen
Stellung in: der: Mitte. des :Satzes ‘vor. dem. Verbum : etc. mit
Schwachtonigkeit ‘verknüpft’: wäre,::'Bei -Chaucer ist 'es 'nicht
gleichgültig, .ob’ das: -Adverb :ineinem Haupt« oder in':einem
\
a HB
Nebensatz steht; in letzterem ist die Setzung des Adv.: vor
das Verbum häufiger. Grad- und Pronominaladv. werden in
der Regel nachgestellt, z.B. ynoghe B. 1170/75 (404) ähnlich wie
P. 815/20, auf S. 31 1,5 erwähnt; how .muß natürlich an den
Beginn des Satzes treten; M.2835/40 (113). how ye shul do in
getynge richesses, 2860/65 (113) how I shal do in this nede.
Aber auch abgeleitete Adv, treten zum Verbum und bezeichnen
so die Art des Handelns genauer, z. B. P. 600/05 (288) don cursedly
and damnablely agayn Crist. . . die Person ist hier ebenfalls
ausgedrückt, gegen welche sich das eingehend charakterisierte
Tun richtet; ferner die Adv. yvele M. 2715/20 (110) (vorangesetzt
im Nebensatz), wörse .P. 765/70 (295), endlich well (M.2480/85
_ ist später zu erwähnen) M. 685/90 (291) al do.he never so weel,
ein Konzessivsatz mit merkwürdiger Voranstellung des Prädikats
(dazu Eitle, Satzverknüpfung bei Chaucer); 685/90 (291). : .
they ne may neither wel do ne wel thynke, das Adverbium steht
vor derı Zeitwörtern. Diese auffallende Wortfolge zeigen weitere
6 Fälle von ziemlich einheitlichem Gepräge: 710/15 (292). -
abaundone hymself, with al his myght, wel for to doon; gleich-
lautend 280/85, 285/90 (273) 2X, 805/10 (297) grace wel on
to do; 685/90 (292) corage wel to doon. -
Unter den Umstandswörtern bilden so und thus eıne
Gruppe für sich; gerade das hinweisende so kommt sehr häufig
bei- Verben vor und tritt auch mit do etliche Male in Verbindung,
B. 55/60 (354) überleitend zur siellvertretenden Funktion von
do, 95/100 (356), 1450/55 (415); M.—; P. 765/70 (295), 86570
(300), 870/75 (300); Astrol. 209/11 (649) (ähnlich wie B. 55/60
zu III, 24 d gehörend). Da man gerade auf dieses Umstandswort
so oft stößt, mögen einige 'allgemeine ergänzende Bemerkungen
folgen, die zugleich einen Beitrag zur Charakteristik des me:
Stiles bilden. In Nebensätzen, besonders in solchen, die mit
who so, what so (ever), where — how so.(ever) eingeleitet sind;
ist so stets: vor dem Verbum. Borst verzeichnet in seiner
Untersuchung eine einzige Ausnahme in der. Prosa: M. 2270/75
(97), it is nat so, for if it were so- that :'...: ‘diese für einen
Nebensatz ungewöhnliche Wortstellung mag durch die Form
des unmittelbar vorausgehenden Hauptsatzes beeinflußt worden
r
— 9 —
‚sein. Sonst steht in den Bedingungssätzen in der Prosa immer
yif it so be (were) that... B.8 +2 (were) Fälle, P.2x, Astrol.
2X; auch wenn das unbestimmte Subj. it fehlt, if so be (were)
that B3+1xX, M.4, P.5, Astr. 7X, desgleichen in den mit though
eingeleiteten Einräumungssätzen ohne it, though so be (were)
M.1X,P.2+ 1X, M. 2675/80 if it so bifalle or happe, B. 105|10
yif it so befille. Regelmäßig aber lautet es al be (were) it so
that... (Einenkel, Hist. Syntax: tout soit-il que) B34+3x,
M.9+1,P.5x, Astr.1X,(P. 295/300 al be it never so lite, Astr.
352/58 ‚be it never so lite). Die Erklärung liegt wohl darin, daß
al be it eine eng zusammengehörige Wortgruppe bildet; .das
läßt manchmal die Schreibung einzelner Hss. erkennen, B. 1800/05,
1820/25: albeit. Alle diese seit Ende des 13. Jh. auftretenden
‘Umschreibungen unterscheiden sich in ihrer Bedeutung kaum
von den entsprechenden einfachen Konjunktionen. Für die
Schwerfälligkeit des me. Prosastils sind sie geradezu bezeichnend.
In der Poesie erscheinen übrigens auch Typen mit so am Schlusse
des Satzes. Bei den Konzessivsätzen überwiegen die Erweiterungen
von al bedeutend die von though, sie sind in der Prosa ganz
besonders häufig. (Näheres s. Eitle, Satzverknüpfung $ 62 u. ö.)
Auch im Hauptsatz wird so im Gegensatz zu thus fast durch-
wegs vorangestellt. Die Negation bewirkt aber eine Aenderung,
M.765/70 (295). . ne do nat so, ebenso im Nebensatz 350/55
(276) that he do nat so, (vgl. B.1345/50: ifit ne be nat so. .).
Die verschiedenen Verwendungsgebiete von do sind nicht
durch starre Grenzlinien geschieden und greifen manchmal
ineinander über. Ein gutes Beispiel hiefür bietet M. 2480/85 (103)
but do wel to hym that doth thee harm. Do im Hauptsatz ist
gewiß intransitiv gebraucht, gehört aber nicht zu N.E.D.11,18
to do well =to fare, get on, to be prosperous, succeed, es
handelt sich nicht um einen Zustand, um ein Werden, sondern
das den intrans. Charakter besonders kennzeichnende Adverb
gibt die moralische Qualität des im Verbum ausgedrückten Tuns
selbst an wie die Fälle in P. (S.51). Man wird an L,6b (Akk.-
Obj. moral. Inhalts) erinnert, das gut (= Gutes) tun wird überdies in
Beziehung gesetzt zu einer Person, ihr gilt dieses Handeln, to
hym, das klingt an 1,5 (Dat.-Obj. mit to) an, to do well (= good)
u Bi
to s.o. Adv. und Akk.-Obj., beide bestimmen den Geltungsbereich
des. Verbums genauer, nur die Art der Einschränkung ist
verschieden. Der von to hym abhängige Rel.-Satz, ein Beleg
für 1,4 (Dat.-Obj. ohne to) macht die Sachlage noch deutlicher.
In P. finden sich 4 Fälle, wobei sich an do wohl kein Sachobj.,
aber ein persönliches (Dat.-) Obj. anschließt 515/20 (284) 2X:
that thou shalt doon to hym. .'as thou woldest that it were
doon to thyn owene person .. . , 525/30 (284) thus comaundeth
oure Lord... to do to oure enemys, 975/80 (305) how that she
had suffred that folk han doon to hire. Dem Sinne nach ist
überall das Akk.-Obj. ohne weiteres zu ergänzen, das im Passiv
515/20 wirklich durch das unbestimmte it gegeben werden muß.
(525/30 wird thus auch noch für do gelten können.) Endlich
zeigt noch B.1940/42 (437), wie leicht der Uebergang von den
transit. zur intransit. Gruppe sich vollziehen kann: syn that ye
worken and don (that is to seyn, your dedes or your werkes)
byforthe eyen. . Don ist eigentlich absolut, ohne Obj. gebraucht,
aber die in Parenthese angeschlossenen fakultativen Ergänzungen
machen es sozusagen im nachhinein transitiv. Hier kann es
um so eher geschehen, als sie durch ein stamm- und sinn-
verwandtes Hauptwort gebildet werden, mithin innere Übjekte
sind.
Das sinnverwandte Verbum werke.
Was für do gesagt wurde, gilt auch für werke im letzten
Beispiel. Schon B. 1765/70 (429) ist werke intrans. zu belegen:
as men seen the cartere worken (lat. Orig. facere) in the
tornynge .. In M. ist werke(n) nicht selten intransitiv verwendet
(8X), und dann oft in Verbindung mit dem Stamm conseil,
so by . .. conseil (4 X), conseillyng (2250/55), after his conseil
(8060/65); das Adv. so steht wie gewöhnlich vor dem Verbum
(2950/55). Eine ausführliche Umstandsbestimmung ful avysely
and with greet deliberacioun liegt in M. 2485/90 (103/4) vor.
Auch in P. ist das Verbum ohne Akk.-Obj. gebraucht 680/85.
Präpositionale Bestimmungen treten noch hinzu, 725/30 to the
deeth of . ., 760/65 in swiche wise with thy cherles... Die
— 4 —
interessantesten: Fälle weist aber. das Astrol. auf.-. Schon S, 46
wurde ‚185/88 und 343/60. angeführt, wo, die Akk.-Obj. the same
manere und the same wise am -Beginne. der- Sätze dasselbe
besagen wie die Umstandsbestimmungen 272/77 . . and worche
in the manere forseid, 139/45 ... and wroughte in this wise,
168/70 thou must worken in this wise. Die adverbielle Er-
gänzung erscheint also auch in Form eines Akk.-Obj., und
zwar am Satzanfang, worauf bei Inversion umso stärkerer
Nachdruck ruht. Aber die Satzschlüsse sind hier ebenfalls
schwer betonte Stellen. Chaucer verwendet das Zeitwort
in ‚derselben Bedeutung wohl aus rhythmischen Gründen (vgl.
S. 29) transitiv und intransitivv. Die &adverbiellen Ausdrücke
erscheinen, auch in Verbindung mit Präpositionen, 376/82 ..
that in this manere maist thou wirke with any latitude,
382/91 and in this manere ... wie das vorige Beispiel; mit
einfachem Adverb 286/89 and thus maist thou werke with
every porcioun; auch mit Präp. allein 168/70... worke with
thin... instrument, 368/71 by these nn .. maist thou
wirche in every signe.
Belege für intransitives make finden sich nicht.
Ist beim transitiven Gebrauch von do gleich von vornherein
auf einen großen Spielraum zu schließen durch die zahlreichen
Akk.-Obj., durch das Hinzutreten der Dat.-Obj. in mehreren
Formen (Stellungsdat., Dat. mit to) und durch andere Er-
weiterungen, so scheint die intransitive Verwendung fürs erste
auf ein verhältnismäßig enges Gebiet beschränkt zu sein,
denn gerade der theoretisch weiteste, der absolute. Gebrauch
yon do ist praktisch nicht oft anzuwenden. Aber die Beispiele
für do, und ebenso für werke zeigen, daß auch hier große
Mannigfaltigkeit herrscht und alle möglichen Begriffs-Schat- .
tierungen durch verschiedene Zusätze ausgedrückt werden
können. So dehnt sich der Bereich. des intransitiven do bis
an und in die Grenzgebiete der transitiven Gruppe aus und
manche Einzelheiten geben die Zwischenstufen eines organischen
Ueberganges von der :einen zur anderen Verwendungsart. -
— 55 —
Ta ne Kausale und:auxiliar6. Verwendung. : ;
. (NE: D. IN: eausal and züxiliary ee
gibt do die Ursache für | eine Handlung, eine: Tätigkeit
| an, so ist es selbstverständlich Haupt(Begriffs)verb. Anders aber
als Hilfszeitwort oder Modalverb;.da bat es soviel von seiner
Eigenbedeutung .eingebüßt, daß es nur mehr die Modifizierung
eines schon erwähnten Begriffes darstellt. So. umfaßt diese
Gruppe: Elemente, die für den ersten Blick auf ganz. ver-
schiedener. Grundlage zu beruhen scheinen. Trotzdem 'gehören
sie ihrer historischen. und sprachpsychologischen Entwicklung
nach zusammen. Das Abhängigkeitsverhältnis dieser: Verwen-
dungsärten voneinander bietet. manche Probleme, an die sich
gerade hier wieder andere Fragen schließen. Die nicht sehr
zahlreichen Beispiele, welche für diese Gruppe in Chaucers
Prosa zu finden sind, geben an Anlaß zu EL
ER: :
1. _Begründendes do und Infin ‘ohne, mit'to,
mit for to. : |
-Do 'als kausatives EEE chnasl N. E. D) oder
causative use (die zweite Bezeichnung 'nach Kenyon) —. drückt
die . Begründung, Veranlassung, Ursache für ein . Geschehen,
eine Handlung aus, die in einem folgenden Verbum näher be-
zeichnet wird, es ist faktitiv: tun, u bewirken. N.E.D,
führt folgende Gruppen an:
121 (F=obsolete); von do hängt ein durch that einge-
leiteter Obj.-Satz ab. (Deutschbein $ 37/2, Verweis auf Mätzner
II 12 do + pat-Satz als Ausdruck. für. das kausative Ver-
hältnis.) In der Prosa ist diese Fügung nicht zu belegen, ’wohl
aber kommen an ' Dutzend Beispiele in. den Verswerken vor.
22::do hat ein Akk.:Obj. und. einen Infinitiv bei sich, das
logische Subj. des Inf. ist das Obj. des. regierenden : Verbums.
Tg.make a.person (to) do 3. th..Chauceer verwendet: die Kon-
struktion..mit und die ohne to. Der. Gang! der Entwicklung bis
zu seinem Standpunkte ist ungefähr folgender gewesen: Van
einem Accusativus. c, infinitivo. kann man, streng genommen,
erst dann sprechen, wenn die syntaktische Gliederung den Akk.
nicht als Obj. des Hauptverbums, sondern als Subj. des Infin.
empfinden läßt. Diese Funktion drängt jene soweit zurück, daß
der Akk.. auch dort erscheint, wo er nicht Obj. des überge- .
ordneten Verbums sein kann. Deutschbein sucht den Ausgangs-
punkt für die ganze Fügung in den Zeitwörtern der Bewegung
(der sinnlich wahrnehmbaren wie der Gemütsbewegung), wozu
er auch die der sinnlichen Wahrnehmung rechnet („Infinitiv
und Gerundium“ in den Neueren Sprachen, Bd. 30/12 1922).
Der Inf. (ein alter Dativ eines Nomen actionis mit lokativer
Bedeutung) geht über in einen Akk. des Inhaltes, gleichzeitig
tritt der Träger des beobachteten Vorganges (= Akk. des In-
haltes) als ein Accusativus resultativus in das Bewußtsein.
Mit der Schwächung der Verba — sie werden „modal® —
gewinnt der Inf. an verbaler Kraft, lehnt sich an den: Aus-
gangspunkt der Tätigkeit, das vorausgehende Nomen, an, die
Verbindung wird enger, endlich bilden die beiden eine ge-
schlossene Einheit, sodaß sie zusammen als Obj.-Gruppe des
Hauptverbums betrachtet werden können. Im frühen Ae., ist
die Fügung nur bei Verben sinnlicher Wahrnehmung und Ver-
anlassung (Ziel, Zweck) verwendet (die Belege für den Akk,
und Inf. im N.E.D. aus dem 9. Jahrh.), dann gewinnt sie rasch
an Boden. Vor dem Inf: steht häufig to; dadurch ist der feste
Zusammenhalt zwischen regierendem Verb und Inf. ohne to
gelockert, die . Eigenbedeutung des Inf. prägt sich deutlicher
aus. Im N.E.D. sind unter Ill, 224—d: etliche Unterabteilungen
nach dem Einteilungsprinzip do+ Akk. mit einem Inf. zusam-
mengefaßt, wovon zumindest 22b und c besser eine eigene
Gruppe hätten bilden sollen.
22 T a (obsol. or archaic) mit einfachem Inf. ohne to;
so schon im Ae. To do him die=to cause or make him die,
to put him to death. B. 260/65 (364) .I schal not greetly
travailen to don the remembren on thise thynges (Orig. haud
multum tibi haec in memoriam revocare laboraverim), P. 120/25
(267) .. and doth him haten his synne, (in den Verswerken
über 70 Fälle): | u | |
= ie
22 7 b mit »dative infinitive«, so wird im N.E.D. to+
Nennform bezeichnet; damit ist angedeutet, daß die ursprüng-
liche, dativisch-lokative Bedeutung von to noch nicht völlig
verblaßt ist und irgendwie zur Geltung kommen soll. Bei
Chaucer finden sich hiefür jedoch keine Anhaltspunkte mehr.
(In den Verswerken an 30 Beispiele.)
.22c (archaic) ein sehr. häufiger Spezialfall der voran-
gehenden Abteilung, .der schon in der Uebergangszeit vom Ae.
zum Me. belegt ist: To do (one) to wit, know, or understand,
to cause (one) to know, to give (one) to understand, to make
known. to, to inform: jemandem kund und zu wissen tun.
B. 1440/45 (415) I preie the... that thou do me to un-
dirstonden it (Orig. nur, quaeso uti quae hinc decernas),
Mätzner, Gramm. lI, 2 S. 12, erklärt das pronominale Obj. me
als Dativ, in genauer Entsprechung zum deutschen „jemandem
etwas zu verstehen geben, begreiflich machen®.. Ein äußeres °
Kriterium zur Entscheidung dieser Frage ist in der Zeit
Chaucers nicht vorhanden, da sich Akk. und Dat. des Pers.-
Pron. der ersten Person nicht mehr unterscheiden. Aus syntakti-
schen Gründen wird man aber doch in me den Akk. zu sehen
haben.
22 7 d; auch der passive Inf. mit und oline to wird
gesetzt, to do him (to) be slain, eine Fügung, die aus dem
14. Jahrh. belegt erscheint. B, 535/40 (376) ... thynkynge to
manyfesten or publisschen your renoun and doon your name
for to be. born forth? |
T 23 (obsol.) Das logische Subj. des Inf. nach do ist aus-
gelassen, es wäre das direkte Obj. von do; der Inf. hat aber,
da er gewöhnlich einen transit. Verbalbegriff darstellt, eine
Ergänzung bei sich, do bind him= make somebody bind him,
cause him to be bound, have him bound (franz. faire lier)
binden lassen, So schon im 13. Jahrh. Diese Konstruktion ist
auch möglich mit to (23 } b) und im Passivum (23 7 c).
B. 687/90 (384)... and thoughe he do ere his feeldes plente-
vous with an hundred oxen (Lat. Metrum: Ruraque centeno
scindat opima bove). (In den Versdenkmälern an die 40 Be-
lege.) Hier ist eine zweite Auffassung der Funktion von do
HB —
. möglich,. daß .es 'nämlich nicht kausatives Hauptverbum sei,
sondern: als Hilfsverbum in periphrastischer Funktion stehe.
Davon wird später die Rede sein. In keinem der. Fälle ist
irgend. ein Einschub zwischen Verb. finitum, Akk. und Inf. zu
bemerken, nur die Art der Verbindung des Inf. mit dem Haupt-
verb ist verschieden, 2 X folgt die. Nennform ohne, 1X mit to,
endlich 1X verstärkt for to, Do, obwohl nicht ein Zeitwort
der sinnlichen. Wahrnehmung, hat den Inf. ohne to. nach sich;
denn es gehört in die Klasse der themavokallosen Verba (3.S. 1);
für sie ist diese Fügung ursprünglich charakteristisch. Im weiteren
Verlauf der Entwicklung wirkt die Analogie nach zwei’ Rich-
tungen hin: einerseits werden andere sinnverwandte Verba
(wie ae. macian, lsetan) in diese Konstruktion hineingezogen, an-
dererseits nimmt do nach dem Beispiel so vieler anderer Zeit-
wörter auch den Inf. mit to zu sich. Manchmal mögen äußer-
* liche Gründe für das Setzen oder Nichtsetzen von to maßgebend
gewesen sein, z. B. 260/65 mit bloßer Nennform, abhängig vorn
to don, um eine Häufung von to zu vermeiden (ähnlich wie
S. 32). Im allgemeinen herrscht bei Chaucer und Gower, seinem
Zeitgenossen, große Unsicherheit und Unbestimmtheit .in der
Verwendung von to vor dem Inf. Von beiden Dichtern wird
das faktitive don öfters mit dem reinen als mit dem präpo-
sitionalen Inf. verbunden, 80:27 bei. Chaucer (nach Kenyon),
für seine Prosa ist das Verhältnis 3:2. Mit dieser Frage be-
faßt sich Brandl in seiner Besprechung des Werkes von Kenyon
(Archiv 126[26])494); Herm. Sanders, Der syntakt. Gebrauch
des Inf. im Frühme. (Kieler Stud. N. F. Heft 7, 1915); B. Fehr
in seiner Besprechung von Einenkels Syntax in Pauls: Grund-
riß (Archiv 136[36]/313) u.a.m. Schon in der ae. Prosa ist der
reine Inf: in seiner Anwendung sehr eingeschränkt. Die eigent-
liche lokative Bedeutung der Präposition to vor dem Inf. ver-
blaßt, sodaß schon im.Frühme. der präpositionale Inf. ganz
allgemein geworden ist, besonders durch Analogie nach den
Verben des Wünschens, Begehrens u. ähnl., die ihn auch im
Ae. nach sich haben konnten. Lazamon verwendet ihn durch-
wegs (P. Lichtsinn,' Der syntakt. Gebrauch des Inf. in Laz. Brut.
Kiel 1913), :Orm "hingegen zieht die einfache Nennform ohne
ae 59: Fee,
to ‘vor (Fr. Weyel, Der syntakt. Gebrauch des Inf, im Ormulum,
Progr. Meiderich, 1896).: In den von Sanders untersuchten
frühme. Texten 'ist: der reine Inf.. in der Ueberzahl, 67 Fälle
ohne gegenüber 36 mit to. Franz und Bihl nehmen mit Recht
an, daß für die -Ausbreitung. von to der Prosa-Rhythmus von
großer Bedeutung war..P. Fijn van Draat. (Rhythm in Engl.
Prose, Anglist. Forschgn. H. 29, 1910) hält den Satzrhythmus
für. die Setzung des reinen oder präpositionalen Inf. im Ne.
für ausschlaggebend (ch. 4, S. 73). — Die Anknüpfung mit for to
ist im Ae, noch nicht gebräuchlich (Shearin, The Expression
of Purpose. in O. E. Prose, führt zwei Fälle an),. im Frühme.,
dagegen (Fehr, Archiv 136[36]/313: Sachsenchronik 1127). und
besonders in der Folgezeit ist sie sehr häufig. Ueber die Ent-
stehung dieser Konstruktion sind die Ansichten sehr geteilt;
Kenyon und: Einenkel (Streifzüge durch die me, Syntax, Hist.
Syntax in Pauls Grundriß 6 $ 42) sehen im afrz. por (pour)
vor dem a-+-Inf. das Vorbild für for.to, Shearin und Mätzner
nehmen nordischen Einfluß an (dän. schwed. för, for at), aber
Brandi weist darauf hin, daß solches for to beim Inf, schon
bei Orm zu finden ist, der verschwindend geringe Anklänge
an das Französische aufweist, ebenso bei Lazamon und anderen
Autoren um 1200, bei denen ein so tiefgreifender Einfluß der
französischen Syntax. nicht gut denkbar ist. Auch sonst ist
for to besonders in nördlichen Dialekten häufig zu belegen.
„Solch volkstümlicher Charakter der Fügung hätte... warnen
können, den Schein des Eindringens von außen zu erwecken.“
Auch Fehr findet schon im Ae. alle Keimansätze für die
spätere Entwicklung. Sanders gibt eine ausführliche Darstellung
des organischen Werdens. In der ursprünglichen Stellung
for-Obj.+to-Inf. wurde das Obj. von seiner Präposition los-
gelöst, .die so unmittelbar vor to mit dem Inf. zu stehen kam,
(Belege für beide Stellungen z. B. in den Vices und Virtues
ed. Holthausen.) Im weiteren Verlaufe wurde sie als Bestand-
teil der Inf.-Fügung angesehen.. For ‚to wird .gern zur Betonung
der finalen Bedeutung verwendet, so bei den Verben der Be-
wegung; for bezeichnet ja auch den Zweck und war: daher
zur Verstärkung des verblaßten to besonders geeignet (deutsch:
— 0% —
' um zu, niederländ.: om te). Sehr früh schon (Ancren Riwle,
Mitte des 13. Jahrh.) wurde die Konstruktion auch ohne be-
sonderen finalen Sinn angewendet, sodaß to und for to bald
ohne syntaktischen Unterschied gebraucht wurden. Seit dem
Ausgang des Mittelalters ist letzteres wieder selten geworden.
Gleichwertige Formen können sich auf die Dauer nicht nebenein-
ander behaupten; das schwerfällige, der Sprachökonomie wider-
sprechende for to mußte dem einfachen to den Platz räumen, außer
in den Mundarten, wo es bis heute bewahrt ist. Im Frühme. tritt so-
gar eine Vereinfachung nach der anderen Seite hin ein, indem nach
don for + Inf. ohne to gesetzt wird. Shakespeare hat an einigen
Stellen noch for to, bei seinen Zeitgenossen galt es als archaisch
(L. Kellner, Hist. Outlines; Franz, Shakesp. Gramm. $ 651,
Anm, 1). Satzrhythmisch ergibt sich das Bild: dön your näme
för to b& born förth? Aus rhythmischen Gründen scheint die
Verstärkung des einfachen to dann einzutreten, wenn das
Wort vor to auf der vorletzten Silbe betont ist, also xx for
to X (=verb), ebenso, wenn das Verbum mehrsilbig ist und
_ der Ton auf seiner letzten Silbe ruht, XX for t6 XX (=verb);
für den ersten Fall z. B. B. 145/50 (358) thei han 'höped för to
döon, 880/85 (392) we schulde .. enquere för to witen, 825/30
(390), 1865/70 (434) usw., 700/05 (384) that is för to seyn,
(sonst aber werden die Glossen stets durch that oder this is to
seyn, 154, bez. 18X, eingeleitet), für die zweite Betonungsart,
z. B. B. 145/50 (358) liberte for t6 han üsed, 200/05 (361) the
wfl for t6 enhäbyten there (wenn nicht Apokope eintritt),
705/10 (385) as möchel äs for t6 be hölden u,a.m.
Das sinnverwandte Verbum let.
Als Faktitivum nimmt do bei Chaucer und im Me. über-
haupt eine. Uebergangsstellung ein. Etwas ähnliches war schon
beim transitiven Gebrauch zu bemerken; das ae. wyrcan wurde
vielfach durch don ersetzt, aber diesem gegenüber tritt make
bald in den Vordergrund, sein Verwendungsgebiet wurde immer
vielseitiger. So auch hier: das kausative do steht für lsetan, das
früher gewöhnlich nicht nur im Sinne von „zulassen“, sondern
== 56
auch in der Bedeutung von „veranlassen, bewirken“ gesetzt
wurde, so z. B. noch bei Rob. of. Gloucester (nach Moore), Der
Grund für die Bevorzugung von 'don mag: im Streben nach
genauer Unterscheidung und Eindeutigkeit des sprachlichen Aus-
drucks gelegen sein. Doch das kräftige make verdrängt auch
hier wiederum do, das also eine ähnliche Mittelstellung zwischen
den beiden Verba einnimmt wie in der transitiven Verwendung.
N.E.D.let IL: Gebrauchsarten, die einen’ folgenden Infin.
(meist ohne to) bedingen. 12: not to prevent, suffer, permit,
allow, vom Ae. bis in das Ne.
13: to cause. Auch in diesem Sinne ist es im Ae. zu finden,
doch schon im Frühme. überwiegt das „zulassen“. In den von
Sanders untersuchten mehr als 60 frühme. längeren und kürzeren
Texten stellt er 114 Fälle für Il,12, nur 56 für IL,13 fest. Vom
15. Jh. ab wird let(en) = veranlassen nur mehr: verwendet in
der jetzt noch gebräuchlichen Verbindung: to let s.o. know,
(= inform of s. th.) jem. elwas wissen lassen.
14: auf: die Befehlsform let folgt ein Subst. oder Pron. als
Obj., darauf ein Infin. eines Begriffsverbums; let dient gleichsam
als Hilfszeitwort in abgeschwächtem kausativen Sinne, die ganze
Wortgruppe entspricht der Aufforderungs- oder Befehlsform der
1. oder 3. Person des im Infin. stehenden Hauptverbums (Conjunct.
hortativus).
Belege für let II, 12: B. 660/65 (382) but yif the hand of hym
that it (=the crop) bente, leet it goon ageyn, anoon the crop
loketh upryght... (Lat. Text: Hanc[= virgam] si curvans dextro
remisit-Recto spectat vertice cacumen.), P. 720/25 (293)...
sheepherdes that leten hir sheepe .. go renne to the wolf.
Grenzfälle zwischen IL,12: und Il.13: B.610/15, P. 570/75,
990/95, zwischen 1,12 und 1,14: M. ey: 2x, 2910/15,
P. 1010/15 2X, —
Für 1,13 let = veranlassen entsprechend do Ill} 23:B.
515/20(375) He leet brennen the cite of Rome, and made .
sleen the senatours; (.. Urbe flammata patribusque caesis),
B.515;20(375)... that is to seyn, he leet sleen and sliten the
body of his modir (Glosse), B, 1595/60 (422)... that is to seyn
= I
that Agamenon le et kutten thethırote of his doghter...... (Glosse),
M. 2190/95 (94). .this Melibeus leet callen a greet comgregacioun.
Für II, 14: Im B. 23 Fälle, ausnahmslos zur Wiedergabe des
lat. Conjunctivus verwendet, in M. 9X, in P. 5X, weitaus die stärkste
Gruppe. — In 515/20 wurden let und make unmittelbar hinter-
einander gesetzt; eine kleine Differenzierung in der Bedeutung
prägt sich darin aus, daß in let mehr das passive Zulassen,
nicht Einhalt tun liegt, make das aktive en BEIeIen
deutlicher ausdrückt. F | !
Das sinnverwandte Verbum make. j
Nach dem N. E, D. make IV causative uses:
52: to cause (s.th.to happen) to bring it about (that s. th.
happens) mit einem abhängigen that-Satz, schon im Ae. ie
Diese Gruppe entspricht do II, + 21,
53: aber auch mit einem Obj. und Infin. bedeutet make to
cause a person or thing to do s. th, to have s. th. done to a
person or thing; a) der Infin. ist ohne Präposition beigefügt
(jetzt nur, wenn make.und das abhängige Verb aktiv en)
= do, 22 7a.
b) der Infin. hat to, for to vor sieh Meute wenn make
Be konstruiert ist) = do, 22 7b,
-d) ein unbestimmtes Obj. an enteprechnd do 7 23,
unerwäb nt bleiben.
Diese Konstruktion wäre nach Sanders im Ae. noch nicht
gebräuchlich, aber die ersten Belege des N. E.D. stammen doch
schon aus der Uebergangszeit, und zwar liegt der erste an-
geführte to-Inf. abhängig von make zeitlich ‚nicht viel später
als das Beispiel für den Infin. nach make überhaupt. Für 53a
gibt N.E.D. eine Stelle aus 1175 (Lamb. Hom. ) für 3b aus
dem Jahre 1200. (Trin, Coll. Hom.) —
| Beispiele für 52: B.6 x, in Klammer steht. de eiiisrechänle
lateinische Ausdruck 45/50 (Quis: dedit ut), 280/85 (facit); 440/45
(faciet), 675,80- n un Ss Ze = zn aa D 2 *%
685/90, 74550; .. .\ N
u
für 53a: B.6x, 180/85 wynter that maketh the leves falle
(Skeat 137 b... The levesto falle) (frondisfluae frigore brumae),
290/95 (fecit), 495/500 ( —.), 575/80 (effieit), 680/85 (faeiunt),
875/80. (facis) ; ‚M. 2X, N a P.3 x,.335/40, en
705/10;
.für 53b: B.10x, 425,30 (fecerit), 72085 (eflcere), 790/95
(perfieiunt), 1115/20,. 1120725 2X und noch das unter 52’ ge-
gebene Beispiel (coegerat iunxitque . .), 1535/40, 1605/10. B. 930/35
(395) stellt einen Parallelfall zu do, 22c dar: that thou madest
me clerly to undirstonde what . .(id. . patefaceres), 420/25 (371)
zu do, 22 +d avaryce maketh alwey mokeres to be hated and
largesse maketh folk cler of renoun (si avaritia semper 0diosos
claros largitas facit); das: einfache facit ist zweimal durch make
und jedesmal mit anderer Konstruktion gegeben. M. make 4X
mit to 2335/40, 2930/35, mit for to 2170/75, 2680/85, P.11x,
140/45 zweimal, 230/35 zweimal, 310/15, nn 615/20, pe
he 690/95, 730/36.
‘Bei Chaucer stehen sich nach Kenyon 76 Infin. ohne. to
und 121 mitto nach make. gegenüber, Bihl findet übereinstimmend
etwa 70 mal reinen, 90 mal präpositionalen Infin. und ungefähr
30 mal for to. (Prosa B.6:10, M.2:[2+ 2], P.3::.11). Lazamon
kennt nach make nur den Infin. öhne to, Orm gebraucht ihn
nach make überhaupt nicht. In der Ancren. Riwle: ist das
Verhältnis 18 Infin. ohne, 16 mit to, bei Langland 10:15, bei
Pecöck 17 : 33, auch Lydgate verbindet oft make mit dem Infin.
ohne to. In der Bibel-Uebersetzung halten sie sich. das Gleich-
gewicht. Shakespeare setzt häufiger den präpositionalen Infin. —
Fijn van Draat (Rhythm in Engl. Prose, ch. 4 $ 36) zieht auch
Chaucers Prosa und besonders den Boethius heran und kommt
zum Schlusse, daß das Setzen oder Weglassen von to vor. dem
von ‚make: abhängigen: Infin. hauptsächlich durch den Satz»
rhythmus bestimmt wird, um das Aufeinanderprallen von Hoch-
tönen zu vermeiden; to führt zu Typen wie xX to X, zB.
B.1605/10 (422) and made his hors to freten hym, M. 2335/40,
P. 615/20 (288) they make ‘a man to wene of, 650j55. oder
xX.to x> X, bez. xX mit ev. Akzentverschiebung, z. B. P. 230/53
(271) maketh a man to waymenten, 665/70 (290), maken hir
BA
servantz to travaillen, 610/15 & 730/35, wenn nicht Apokope
eintritt; so werden zwei Hauptakzente auseinander gehalten.
(Die von Fijn van Draat hiefür gebrachten Zitate nach Einenkel
[S. 79... Boeth. III 187, 701 a..] sind unrichtig. Einenkel gibt
in seinen „Streifzügen® nur Consol. 1942, 2059. II 187: be-
zieht sich auf Chaucer, Aldine- ed. von Morris, ebenso S. 81:
IIE bedeutet ‘die Band-, 187 die Seitenzahl, F, van Draat hat die
diesbezügliche, ausdrückliche Bemerkung Einenkels übersehen.)
Andere Kausativa.
Die drei genannten Verba stellen aber durchaus nicht die
einzigen Faktitiva oder Kausativa dar; wohl verwendet Chaucer
hauptsächlich sie, um ein Veranlassen, Bewirken auszudrücken,
doch sonst kommen im Me. noch mehrere Verba. in Betracht,
unter ihnen cause und im Norden kesonders gare, gere (ae.
gearwian, gyrwan, an. görva, ger(v)a, ahd. gar(w)en). Für das
Me. liegen die Dinge nicht nur der Zeit nach, sondern auch
je nach der Gegend sehr verschieden; im Frühme, tritt z. B.
make in diesem Sinne noch bedeutend zurück gegenüber do,
im 15. Jahrh. hingegen ist es als Kausativum vor allem im
Norden häufig anzutreffen, do. erscheint in dieser Verwendung
im 14. und 15. Jahrh. dort so gut wie nie. Doch auch make
wird in den Hintergrund gedrängt durch gar(e), das hie und
da sogar zu einem Hilfsverbum geschwächt wird — eine höchst
bedeutungsvolle Parallele. für die Entwicklung von do. in der-
selben Richtung, die noch zu besprechen sein wird. Im Norden
geht also make vor do, gar vor make. Klar ersichtlich wird
das aus der Zusammenstellung von J. F. Royster, Mod. Phil.
12/195 Anm. 1 (1915), in Barbour’s Bruce Buch 1—11 z. B.
do 0, make 2, gar 71, York plays 3:13:21, Townley plays
3:16:27; im Bruce wird gar. auch auxiliar gebraucht. Zilling,
Das Hilfsverbum Do im Me... stellt fest, daß für das kausative
did einiger Handschriften des Cursor M. (G ”) andere R T)
neben let und make auch gar setzen.
iu sh
2. Stellvertretendes do,
Zu allen Zeiten gibt es zahlreiche Belege für den Ge-
brauch von do als Platzhalter und Stellvertreter für Haupt-
verba. Um das Vollverbum in einer einfachen Zeit nicht noch-
mals setzen zu müssen, nimmt man mit Vorliebe die ent-
sprechende Form von do zum Ersatz; so ist die Wiederholung
vermieden. Als Verbum vicarium ist do begrifflich und formal
»a substitute for other verbs«, seine Funktion die eines Hilfs-
zeitwortes.
N.E.D. 24a: do als Proverb ohne besondere Konstruktion
(schon im Ae.), es ist sozusagen intransitiv (II,15), es bleibt
sich gleich, ob das vertretene Zeitwort nun mit oder ohne
Akk.-Obj. gebraucht ist. Stets handelt es sich hier um Modal-
und zwar Vergleichsätze, die in Bezug auf Grad oder Maß
positiv oder negativ sein, d. h. Gleichheit oder Ungleichheit
ausdrücken können. 1. Gleichheit: B.485/90 (374) thei doon
as greet damages as doothe the flaumbe of ... Etna ..
(quae flammis Aetnae eructuantibus dederint ..), B. 1705/10
(427) .. as men doon (..si uti homines..); P.135/40 (268),
185/90 (269), 580/85 (286), 720/25 (293), 885/90 (300); 2. Un-
s:eichheit: P. 595/600 (287), 640/45 (289) And more shame do
they..., than dide they that... Astrol. 358/62 (657). Die
Modalsätze der Gleichheit werden immer mit as (verstärkt
right as P.185/90) eingeleitet und stehen immer hinter dem
Hauptsatze, sie bringen einen nicht verkürzten, vollständigen
Vergleich mit dem Inhalt desselben. Ein Korrelat in letzterem
weist nur B. 485/90 auf, sonst steht die Konjunktion as ohne
solches, das Moment der Proportionalität wird bei den kürzeren
Sätzen nicht so stark betont. Die Modalsätze der Ungleichheit
beginnen mit dem Erkennungswort than, das den voran-
gehenden Komparativ ergänzt und ihm unmittelbar (595/600)
oder durch andere Bestimmungen getrennt folgt. — Normale
Wortstellung zeigt nur B. 1705/10, in den übrigen Fällen ist
durchwegs Inversion zu beobachten; sie erklärt sich aus der
Schwere der Subj., die entweder Nomina mit näheren Be-
stimmungen, Beifügungen etc. sind — sie müssen schon aus
5
= 6
rhythmischen Gründen an das Satzende treten — oder durch
Pronomina mit anschließendem Relativsatz gegeben werden
(P. 720/25 (293) .. as doon they that han... 640/45 s. 0.).
(Die Bemerkung F. Heuslers „Die Stellung von Subj. und Präd.
in der Erzählung des Mel. und des Pfarrers in Ch.s C.T.“
über die Inversion in Vergleichsätzen ist nicht ganz klar.)
In B. 485/90. und P. 640145 (beide Beispiele oben angeführt)
kommen die beiden Verwendungsarten von do als Haupt-
und als Hilfsverb unmittelbar nebeneinander zu stehen, denn
do ist als Vollverb das Verb. finitum des Hauptsatzes, das.
dann im Nebensatze durch das Proverb do vertreten wird.
N.E.D. 24c: Die Stellvertretung beschränkt sich nicht nur
auf den Begriff des Hauptverbs, sondern do übernimmt auch
die.Konstruktion des Vollverbs; daher ist es häufig transitiv
und nähert sich dann der Gruppe I,6 (do mit Akk.-Obj.).
1. Gleichheit: M. 2875/80 (114) Ilove... youre profit as I do
myn owene and ever have done. ., das zweite do leitet über
zu I,6 oder zu II,15 (intrans.): ever have done it, oder done
so; M. 2235/40 (95) as muche availeth to speken bifore folk...
as doth to synge biforn hym .„.. ein sehr seltener Fall, wo
to-+-Infin. von do in vikarierender Funktion übernommen wird;
P. 650/55 (290) maken folk to laughe at hire japerie as folk
doon at the gawdes of an ape. Hier ist do intransitiv ge-
braucht. — 2. Ungleichheit: B. 1800/05 (431) that alle the
thingis.... usen more of hir faculte or of hir power than
thei don of the faculte or power (.. ut .. cuncta sua potius
facultate quam eorum ... utantur?); M. 3015/20 (117) grace
and mercy strecchen hem ferther into goodnesse than doon
oure ... giltes and trespas into wikkednesse; P. 640/45 (289)
God loveth bettre that freendshipe.. than he dide his owene
body. Die Erweiterungen des Nebensatzes bewirken regel-
mäßige Wortfolge, nur M. 3015/20 erfolgt Inversion wegen der
Schwere des. Subj. .
N.E.D. 24d: Diese Unterabteilung gibt den Zusammenhang
zwischen do als selbständigem Zeitwort mit Eigenbedeutung,
mag es nun transitiv oder intransitiv sein (I,6; II,15), und do
als stellvertretendem Hilfsverbum. To do so=to act thus, to
= 67, Zi
do it=to perform this act. Do hat seine Selbständigkeit nur
in gewissem Sinne verloren, der Eigeninhalt muß zum größten
Teile aufgegeben werden, um den des vorangehenden Verbums
zu übernehmen, aber in äußeren Merkmalen kommt doch eine
gewisse Unabhängigkeit zum Ausdruck, do wird anders kon-
struiert als das Hauptverb, steht in einem anderen Satze —
kurz, es hat viel mehr Eigenleben und Eigenbedeutung als in
den vergleichenden Nebensätzen. Wie bei allen diesen Grenz-
gruppen gibt es Uebergangsfälle zwischen dem Verwendungs-
gebiet des Vollverbums do und der auxiliaren Funktion. Da
es sich nur um wenige Beispiele handelt und fast jedes der-
selben andere charakteristische Merkmale aufweist, mögen sie
einzeln angeführt werden. B. 1235/40 (406) ... overthroweth
hem. And certes so doth distempraunce to feble men that...
(.. eos libido praeeipitat: sie quoque intemperantia fragiles
qui ..). Hier liegt kein Vergleich mehr vor; do ist eigentlich
intransitiv und steht für overthrow, es hat aber kein Akk.-Obj.
wie dieses, sondern duldet nur ein Dat.-Obj. bei sich; to do
so to feble men=to do it to f. men (Uebergang zu 1,6) =to
overthrow. f. men. M. 2380/85 (100) .. of hem that... beren
thee greet reverence, ... they doon it moore for drede than
for love; to do it steht für to perform the act of reverence.
Astrol. 209/11 (649) than begynneth it (the sterre) to descende:
and so doth the sone, (ähnl. B. 55/60 .s. S. 51); to do so=to
act thus spart die Wiederholung der langwierigen Konstruktion
des vorangehenden Satzes, ebenso Astrol. 319/22 (655) Rekene
...a5 thou art wont to do in knowyng.., do heißt soviel als
do it, die Handlung ausführen, die in rekene des Hauptsatzes
ausgedrückt erscheint. Die Wendung wont to do, to done ist
formelhaft geworden und auch bei Chaucer des öfteren anzu-
treffen. | |
Außer bei diesen Grenzfällen zwischen primärem und
auxiliarem do fällt auch noch bei etlichen anderen Beispielen
die Entscheidung schwer, wohin sie einzureihen sind; allerdings:
handelt es sich nicht um so große prinzipielle Unterschiede,
sondern nur darum, ob sie nicht zur Schwestergruppe 24a
gehören. P. 400/05 (279) whan men do nat honour as hem
5%
oughte to doon, 745/60 (294)... dooth moore observaunce in
kepynge..than he dooth to service of Jhesu Crist. In beiden
Vergleichsätzen würde es wieder sich selbst vertreten (ähnl.
wie B. 485/90, M. 640/45). Den ersten Fall stellt die formel-
hafte Wendung (wie wont to do im Astrol.) in diese Gruppe,
den zweiten die vollkommen unabhängige, ja vom Hauptsatz
abweichende Fügung des Nebensatzes. P. 855/60 (299) .. yet
wol they kisse though they may nat do, 965/70 (304) .
sholde namoore synge masse; and if he dide... nimmt do
wohl den Begriffsinhalt anderer Verba auf, aber doch in viel
selbständigerer Funktion als in den früher angeführten Ver-
gleichsätzen.
3. Umschreibendes do.
Folgerichtig schließt sich an diese zwei Gruppen die dritte,
die des umschreibenden do an, >as a periphrastic auxiliary«
beim Indik. Präs. und Imperf. und beim Imperativ, denn sie
steht mit einer der beiden in ursächlichem Zusammenhang.
Der Ursprung für diese Funktion von do ist nur von den zwei
Ausgangspunkten möglich, allerdings von welchem, das ist eine
noch jetzt oft und oft erörterte und viel umstrittene Frage.
Die Entstehung und Verbreitung des do als umschreibendes
‚Hilfszeitwort ist gewiß. eines der wichtigsten Probleme in der
Entwicklung des Verbums. Wie weit ist nun diese Funktion
bei Chaucer gediehen? In der Prosa findet sich kein einziger
‚sicherer Fall. Es käme höchstens die eine Stelle im B. 687/90
(384) in Betracht: .. and thoughe he hadde his nekke charged
with precyous stones of the rede see, and thoughe he do erehis
feeldes plentevous with an hundred oxen .. (Anmerk. in der
Globe-ed.: do ere ='have his fields ploughed). Lat. Text lib. II
metr. 3: Quamvis ... Oneretque bacis colla rubri litoris —
Ruraque centeno scindat opima bove.
Royster (s. S. 6) meint, man könne nicht von vornherein
sagen, ob die Handlung indirekt, do daher »causative« (= he
‚had the ploughing done), oder direkt und do infolgedessen »auxi-
liary« sei. Wenn auch die Entscheidung zu Gunsten des kausa-
tiven do auf den ersten Blick leicht. erscheine, müsse man
doch berücksichtigen, daß Alfred den Satz mit dem Ausdruck
der unmittelbaren Tätigkeit wiedergibt: Hwelc fremu byd pa
welgan gitsere p(zet) he gegaderige ungerim pissa welena & zelces
gimcynnes genog begite? & peah he erige his land mid pusend
sula, & peah ... (ed. Sedgefield, S. 60/29, XXVI $ II). Doch
dieser Einwand gilt nicht mehr für die Cotton Metra:...
beah he micel age
goldes & gimma (& gooda ge)hwzes,
xhta unrim, (& him mon erigen sc)yle
. xgwhelce deg (zcera pusend,
deah) ... (III Metr..3 XIV/4 S. 173).
(Elisabeth II/3: Thogh riche man .. With 100 oxe the fildz
doth til ...) Im lateinischen Text ist unter scindat das
lateinische activum causativum verstanden (wie z. B. pontem
facere, eine Brücke schlagen = schlagen lassen), so wird auch
erige bei Alfred gemeint sein, denn schon der Vorgang selbst
wäre nach wörtlicher Auslegung wohl praktisch unmöglich
(eigenhändiges Pflügen mit 100, bei Alfred gar 1000 Ochsen!).
Der vorangehende koordinierte Nebensatz unterstützt durch
seine Konstruktion die Auffassung, daß do hier nur die Ver-
anlassung, den Impuls zur Tätigkeit bezeichnet, nicht aber in
umschreibender Funktion gesetzt ist. — Solche doppeldeutige
Fälle kommen sonst in der Prosa weder der äußeren Form
noch dem Sinne nach vor, daher mögen ausnahmsweise schon
jetzt die betreffenden Belege der Versdichtung in Kürze heran-
gezogen werden, um dieses Problem in einem behandeln zu
können. = |
Historische Entwicklung der Konstruktion.
Zuerst einige Bemerkungen zur Entwicklung der Um-
schreibung: Schon Mätzner (Engl. Gramm. II 3/62, 1867) führt
das mit dem Inf. verbundene umschreibende don zurück ent-
weder auf eine Bedeutungsabschwächung des ebenfalls mit Inf.
gefügten faktitiven don oder aber, und dieser Ansicht gibt er
entschieden den Vorzug, auf seine stellvertretende Verwendung,
> 70
seine „vikarierende Funktion*. „Doch scheint es natürlicher,
die Umschreibung aus der Gewohnheit zu erklären, ein voran-
gehendes Verb im weiteren Verlauf der Rede durch do ver-
treten zu lassen, eine Gewohnheit, welche von der hetütigen
Sprache bis ins Ags. hinaufreicht (S. 62) ... Im Ae. und Ags.
ist die Vertretung eines vorangehenden Zeitwortes durch do
sehr gewöhnlich (S. 152)... Daß man zu do den Inf. des
vorangehenden Zeitwortes als den substantivierten Begriff der
Tätigkeit zu ergänzen hat, scheint selbstverständlich . .* (S. 210).
Dietze stimmt bei (S. 10), ja er geht noch weiter (S. 13). „Doch
hat man vielleicht überhaupt nicht nötig, eine Entstehung des
umschreibenden do auf englischem Gebiete anzunehmen. Die
Tatsache, daß sich entsprechende Periphrasen auch in anderen
altgermanischen Dialekten vorfinden .. , spricht schließlich dafür,
daß wir es hier mit einer sehr alten germanischen Erscheinung
zu tun haben, die möglicherweise (!), bei ihrer damaligen Selten-
heit, in den ältesten englischen Texten nur zufällig (!) nicht zu
belegen ist“; vgl. dazu auch Sam. Moore, S. 393 u. Anm, 20.
Royster lehnt Dietzes Ausführungen völlig ab, — »Of necessity
his evidence is wholly insufficient, and his conclusions are
worthless« (S. 454) — besonders wegen des Mangels an Be-
legen aus der Zeit nach 1400, die gerade für diese Fügung
äußerst wichtig und bedeutungsvoll war, Er erspart auch nicht dem
N.E.D. den (berechtigten) Vorwurf, Dietzes Darlegungen »quüite
carelessly« gefolgt zu sein. Tatsächlich ist im N.E.D. auf Dietze
verwiesen »for a detailed treatment of this (=do as a periphr.
auxil.)e und die wichtigsten Daten der Entwicklung sind sehr
allgemein angegeben; es kommt häufiger im Me. (als im Ae.)
vor, besonders zahlreich aber ist es nach 1500 anzutreffen:
Auch Sweet (N. Engl. Grammar $ 2172, 2174) will in der
Stellvertretung des do für andere Verba, in diesem half-auxiliary
use, die Uebergangsform zum reinen Hilfsverbum sehen. Schon
im Ae. steht do nicht nur an Stelle vorausgegängener Zeit-
wörter, sondern es nimmt auch nächfolgende vorweg, z. B.
se mona deb &gher, ge wiext ge wanap (der Mond tut beides,
er nimmt’ zu und nimmt ab). So wird do endlich als direktes
Hilfszeitwort mit dem zweiten, dem Hauptzeitwort im Inf. ver-
a
wendet (full auxiliary use), im Ae. nach Sweet sehr selten. Die Ana-
logie nach den anderen Auxiliarien, die mit dem Inf. verbunden
werden, mag mitgewirkt haben. Lounsbury geht ebenfalls von
do als Proverb aus; das Hauptverb wäre trotz der Stellver-
tretung durch do doch noch in vielen Fällen hinzugefügt worden:
he went and so did I — go. Diese pleonastische Ausdrucks-
weise, do mit dem vertretenen und gleichwohl wiederholten
Zeitwort im Inf. führe dann zu den allgemeinen umschreibenden
Formen. Man würde daraufhin erwarten, im Me. auf manche
solche do gefolgt von einem Inf. zu stoßen, aber so häufig do
in dieser Funktion erscheint, so selten ist es mit einem Inf.
zu finden. | | |
Alfred.
Als den ersten Belegen für das umschreibende do wird
zwei Stellen aus Werken Alfreds besondere Wichtigkeit
beigemessen, im N.E.D. erscheinen sie als die frühesten Bei-
spiele, Dietze (S. 9), Sweet u. a. heben sie hervor. N.E.D.
25a) einfache Umschreibung in bejahenden Sätzen, Orosius
{X 85, Dietze-Sweet E.E.T. S.48/9) Aeftre dem hie dydon
xgber ge cyninga ricu settan ge niwu ceastra timbredon, 25b) in
Sätzen mit Inversion, Boethius 14/17—18 (N.E.D.VI,10): Swa
dod nu da peostro pinre gedrefednesse widstandan minu (m)
leohtu(m) laru(m). Im lateinischen Text findet sich lib. 1 metr.
VI gerade für diesen Satz keine Entsprechung. Auffallend ist -
und zur Vorsicht muß mahnen, daß die beiden Fälle im Ae. so
vereinzelt sind und von den nächsten sicheren Belegen (erst im
Me. 13. Jahrh. 2. Hälfte) zeitlich so weit abstehen. Die Bedenken
gegen eine so frühe Abschwächung zur periphrastischen Ver-
wendung erscheinen völlig berechtigt. Deutschbein (S.81 835
Anm.) hält die Stellen für sehr zweifelhaft, „das eine Beispiel
aus dem Orosius bedarf sicher anderer Auffassung“ (vgl. Wülfing).
Jedenfalls ist die Konstruktion in diesem Satze nicht bis zum
Ende durchgeführt, man würde zwei Infin. oder zwei Personal-
formen erwarten. Am nächsten liegt wohl, hier settan mit
timbredon übereinzustimmen und es in die entsprechende Form
setton, Prät. plur., zu setzen. Diese Lösung schlägt auch Wülfing
vor (Die Syntax in den Werken Alfreds des Großen 1.1884, 11 1904),
er will setton setzen und ein Komma. hinter »gber einfügen,
sodaß von dydon nur dieses abhängig wäre, Do weist auf die
beiden Hauptverba hin, die dann selbständig als Verba finita
erscheinen, der Begriff des Handelns wird durch die beiden
folgenden Zeitwörter näher spezifiziert. Im Ae.kommt das häufig
vor, so auch Boethius 137/9 : pset hio oder twega do odde
breatige odde.. leanige. Das stimmt genau mit der .Fügung
überein, die Sweet im Auge hat ($ 2172, half auxiliary use) und
gerade früher erwähnt wurde (S. 70, Do ist hier nicht
periphrastisch gebraucht, man könnte es höchstens als Proverb
(24d) ansehen. Bis jetzt ist noch nicht festgestellt worden, ob
ein Zusammenhang zwischen diesen und anderen auffallenden
Stellen im Me, besteht; in letzteren erscheint das Hauptverbum
nach do nicht im Infin., sondern ebenfalls als Verbum finitum,
sodaß das formative Element doppelt ausgedrückt ist, einmal
in der Flexionsendung des primären Verbums, das zweite Mal
in Gestalt des umschreibenden do. (Dietze, S.13, schon bei
Lazamon, Mätzner, Ae. Sprachpr. don Nr. 9, N. E. D: III, 25 + d). —
Eine zweite Möglichkeit zur Erklärung dieses Satzes. liegt in
der Setzung von zwei Infinitiven; schon die erste Nennform
settan läßt ohnehin auf ein timbrian schließen. Doch auch hier
handelt es sich sicher nicht um die umschreibende, sondern
vielmehr wieder um die stellvertretende Funktion von do, die
ja im Ae. besonders vielseitig sein konnte, Do steht vor den
Zeitwörtern, weist auf sie hin, nimmt den Begriff des Tuns gleich-
sam vorweg; der Beginn einer Handlung, das Vorhandensein
einer Tätigkeit wird dadurch hervorgehoben ; worin dieses Tun
besteht, wird durch die folgenden Infin. veranschaulicht und
erläutert. Boethius 34/20—29 bietet ein schönes Beispiel hiefür: ..
hu ne wile he donn don swa hi dydon and get dod, ealle da ricu
be him under biod odde awer on neaweste, forslean and
forheregian, sw» swa fyres leg deä..haäfeld... Auch
der in Rede stehende Beleg Boethius 14/17 ist so aufzufassen: . ..
eac se broc, don paer micel stan... and hine todald and hi his
rihtrynes widstent. Swa dod nu da beostru.. widstandan
u a
minu(m).. laru(m). Swa dod ist nach dem inneren Gedanken-
gang und auch nach der äußeren Fügung als Stellvertretung.
für das vorangehende widstent anzusehen (gehört also zu24c
— stellvertret. do mit der Konstrukt. des vertret. Verbums —,
da ein Dativ davon abhängt), der Begriffsinhalt von do wird
nun durch das pleonastische Hinzusetzen des. vertretenen Zeit-
wortes nochmals aufgenommen. und erläutert, wohl aus dem
Grunde, damit die Konstruktion des Satzes, die Abhängigkeit des
Dativs larum vom Verbum ja recht deutlich werde. Eine Ver-
wendung von do als direkt umschreibendes Hilfszeitwort ist
also noch nicht anzunehmen. Die Beispiele scheinen wenigstens
teilweise die Ansichten über die Entstehung des periphrastischen
do (Sweet, Lounsbury. u.a.) zu bestätigen, aber diese ohnehin
nicht häufige Ausdrucksweise, das stellvertretende do nochmals
durch einen Infin. zu erklären, verschwindet, das Bindeglied.
zwischen den frühen vereinzelten Beispielen im Ae, und dem
Auftauchen des wirklich umschreibenden do im Me. fehlt. Schon
die ersten Fälle hiefür können keineswegs von dem erwähnten
Gebrauch: abgeleitet werden.
Das faktitive oder kausative do bietet eine viel. bessere
und vorteilhaftere Grundlage für ihre Erklärung. Do mit dem
Infin. bedeutet ursprünglich veranlassen, bewirken, daß etwas
geschieht. Nun wird es bei den meisten me. Autoren, auch
bei Chaucer an Stellen verwendet, wo die Tätigkeit nicht durch
Stellvertretung, sondern auch vom Subj. persönlich ausgeübt
werden kann, die Hauptsache ist die Handlung (oder das Er-
gebnis derselben) selbst, darauf wird der Nachdruck gelegt,
nicht auf die Art der Durchführung, ob nun die handelnde
Person das Tun direkt persönlich vollzieht oder indirekt durch
jemand anderen vollziehen läßt. So wird do geschwächt, ver-
liert mehr und mehr von seinem eigenen Inhalt und der Infin..
übernimmt die Hauptrolle. Mit der Zeit wird das so gewöhn-
lich und formelhaft, daß do, did+Infin. dem Präs. oder dem:
Past Tense des betreffenden Verbums gleichkommt. Die ein-
fachen Zeiten werden auch wirklich neben dieser Verbindung;
gebraucht, ein Zeichen, daß dem Sinne nach nicht mehr zwi-
schen ihnen unterschieden wird. Dadurch, daß die kausative
u ZA
äußere Form ihren geistigen Inhalt verliert, daß die ursprüng-
liche Bedeutung verwischt wird, entsteht in vielen Fällen Un-
klarheit, was mit do und Infin. gemeint ist, ob ein indirektes
Eingreifen des Subj. und dann do als Kausativum steht oder
endlich do in umschreibender Funktion eine unmittelbare Tätig-
keit desselben bezeichnet. — Das ältere französische faire, das
ebenfalls zu einem Hilfsverbum reduziert worden war, wird
kaum von sehr großem Einfluß gewesen sein (spätere Parallel-
stellen z. B. Caxton, Blanch. and Englant. je le ferai sieuir —
I shall do follow him); daraus, daß das Anglonormannische die
Umschreibung in weit größerer Ausdehnung als das kontinentale
Französisch aufweist, zog Ernst Burghardt den Schluß, daß
Einwirkung vom Englischen her vorliege. (Ueber den Einfluß
des Englischen auf das Anglonormannische, Studien z. engl.
Philol. Heft 24, 1906.) Doch sprechen chronologische Gründe
durchaus dagegen (Besprechung von E. Ekwall, E. St, 41/87, 88
1910, Deutschbein $ 35 S. 80 Anm. 3, S. 81 Fußnote 1). —
Kenyon (don auxiliary S. 153) nimmt den kausativen Ursprung
für das umschreibende do an, allerdings hält er die Frage
nach der Herkunft für nicht völlig gelöst, die Verbreitung nach
Zeit und Ort sei noch zu wenig durchforscht. Diese Lücke
füllt größtenteils Roysters öfters genannte Untersuchung aus,
er tritt mit Bestimmtheit für die Entstehung des periphrastischen
aus dem faktitiven do ein, ebenso Deutschbein, der die Ab-
leitung der umschreibenden Verwendung von do als Verbum
vicarium für unmöglich erklärt ($ 35, Anm. 5).
Im N.E.D. ist do zu finden als Umschreibung für die
einfachen Zeiten (Präs. und Imperf. Indik. und Imperativ)
III, 25: in bejahenden Aussagesätzen a) mit normaler Wort-
stellung, b) mit Inversion, sodaß das Hauptverbum seinen ge-
'wöhnlichen Platz beibehalten kann, c) in emphatischem Ge-
brauch. In positiven Sätzen wurde es viel früher und häufiger
gebraucht als
III,26: in Fragesätzen, III, 27: in aan Aussage- und
1II,28: in negativen Fragesätzen; endlich II, 50: beim
Imperativ in emphatischer Funktion,
u. ME:
Der Abschnitt über do as a periphrastice auxiliary des
N.E.D. ist in der Einteilung, in der Beschreibung des histo-
rischen Werdens und in der Wahl der Beispiele nicht immer
ganz EN
Chaucer.
Welche Stellung nimmt Chaucer innerhalb dieser Gesamt-
entwicklung ein? Unzweideutige Belege sind bei ihm äußerst
selten, durchwegs fast hat don als Kausativum zu gelten;
+ 23: das logische Subj. des Infin. ist ausgelassen, zum tran-
sitiven Infin. tritt gewöhnlich noch ein Akk.-Obj., sodaß sich
also äußerlich 23 und 25 (umschreibend) völlig gleichen, z.B.
C.T. B 1823: he did draw hem= caused to draw them, caused
them to be drawn oder he drew them. (B 1824: he heng hem.)
Bekannt sind vor allem die beiden, stets angeführten Stellen
in der Erzählung des Mönchs, C.T. B 3624: Is there no morsel
breed that ye do keepe? (25a, Aussagesatz) und B 3622: ...
fader why do ye wepe? (26, Fragesatz). Bei B 3624 steckt
vielleicht doch eine abgeschwächte, faktitive Bedeutung in
do (Kenyon, Courmont), 3622 bezeichnet Courmont als »a
puzzling curiosity«,, »>a mysterious Chaucerian instance«
(S. 80). Viel hat die Bemerkung Deutschbeins für sich, daß
die Umschreibung hier in den Mund eines dreijährigen Kindes
gelegt wird ($ 35 Anm, 6 S. 81/82. Vgl. auch den deutschen
Gebrauch! Ueber Kindersprache s. Jespersen, Language B. II:
The Child). Schon Tyrwhitt machte auf die beiden Fälle auf-'
merksam in seiner Ausgabe der >C.T. of Chaucer. To which
are added an Essay on his Language and Versification a. s.o.«
(vol. YXCV Anm. 35, 1775). Manche Stellen scheinen auf den
ersten Blick sichere Belege für das umschreibende do zu bieten,
aber bei näherem Zusehen und genauer Prüfung des inhalt-
lichen Zusammenhanges ergibt sich, wenn schon nicht die Not-
wendigkeit, so doch immerhin die Möglichkeit, daß do kausativ
aufzufassen ist, allerdings manchmal nicht in vollem, sondern
aur in abgeschwächtem Sinne. So z.B. C.T. A 3410: (Deutsch-
bein’ S. 82 Fußnote: die Umschreibung ist nicht ganz sicher)
=. 0
This Nicholas no lenger woulde tarie
But doth ful softe unto his chambre carie
Bothe mete and dryuke ...
Royster (S. 451) läßt do zwar als faktitiv gelten (a case of
certain causative use), meint jedoch, Nicholas müsse die Ver-
proviantierung unbedingt selbst besorgen, denn die Mithilfe
irgend jem. anderen würde zur Entdeckung seiner List führen.
Dem ist entgegen zu halten, daß ja auch Alisoun im Einver-
ständnis war, so kann doth ganz gut kausativ aufgefaßt werden,
der Student veranlaßt die Frau, die Vorräte heimlich in
sein Zimmer zu schaffen. Das war gewiß der unauffälligste
Weg der Ausführung.
C 59: For wyn and youthe doth Venus encresse
G 545: ... that I myghte do werche
Heere of myn hous perpetuelly a cherche.
(Aehnliche Fügungen z. B. A 1905, 1913, mit einfachem Verbum
A 1907).
D 2042: And thus he dide doon sleen hem alle thre,
GC 173: Lat do hym calle, and I wol gladiy heere,
F 45: He leet the feeste of his nativitee
Doon cryen thurghout Sarray his citee.
Der letzte Fall wird im N.E,D. als Musterbeispiel für r 23
(causative use) angeführt, die Wendung dide do .. ist eingereiht
unter 25a, ß: do also. employed as an auxiliary to itself (letz-
teres natürlich in primärer Funktion), den ersten Beleg bringt
:N.E.D. erst aus 1400. Späterhin. verwendet Caxton dieses
doppelte do besonders häufig. Dide und let sind in diesen
Sätzen faktitiv, die Umschreibung do tritt zur Verstärkung
der Infin. hinzu, so meint Deutschbein ($ 35, Anm. 6 S. 81). —
Der ursprünglich faktitive Sinn des Infin. don mag in diesem
Zusammenhange sehr verblaßt und geschwächt sein, jedenfalls
aber lag er dieser Bildung zu Grunde und hat so viel von
seiner Kraft bewahrt, daß da noch nicht von einer direkten
Umschreibung gesprochen werden kann. In diesen nicht seltenen
Wendungen werden die feineren Unterschiede eben nicht mehr
sorgfältig beachtet. Die Infin. don bezeichnen eine Zwischen-
stufe zwischen dem die Handlung veranlassenden Subj. und
den sie unmittelbar ausführenden Leuten; er gab jemandem
den Auftrag, Befehl, durch einen dritten (dritte) ihn holen, sie
hinrichten, das Fest ... ausrufen zu lassen.
Troilus & Cressida,
1833: To peces do me drawe and sithen honge!
- 154: Whan Phebus doth his brighte bemes sprede,
Ill 1237: And after siker doth her vois uEDEe
IV 424: The newe love .
Don olde afoccibuns alle over-go,
510: Thou outher do m’anon in teres drenche
als Repräsentant der vielen ähnlichen Wendungen do me deye,
sterve, honge u. ähnl.
11 1231/32: I nevere did a thing with more peyne
Than writen this ...
did ist hier Hauptverbum und transitiv gebraucht, der Infin.
writen=to write ist auf gleiche Stufe zu stellen mit dem
direkten Obj. thing. Es liegt keine Umschreibung vor.
IV 880: But how this cas doth Troilus moleste,
Nach Deutschbein ($ 35, Anm. 6, S. 81) ein sicherer Fall,
so wie Skeat hält er moleste für ein Verbum, aber Kenyon
macht darauf aufmerksam, daß es sich auch um eine öfters
belegte Nebenform des Substantivs molestie handeln kann, dann
steht do hier mit einem Akk.- und Dat.-Obj., gehört also zu
1,4 (Dat.-Obj. ohne to). Manche Substantiva und Verba unter-
scheiden sich äußerlich in nichts oder höchstens durch das
(bald verstummte) End-e voneinander. Werden sie nun mit
do verbunden, so ist eine doppelte Auffassung möglich: be-
trachtet man die Ausdrücke als Nomina, so sind solche Fälle
wie der eben erwähnte zu 1,4 (do trans. mit Akk.- und Dat.-Obj.
ohne to) zu rechnen, sieht man aber in ihnen Verba, so ge-
hören sie zu III, 23 (do kausativ), durch allmähliche Schwächung
der Bedeutung führen sie zu III, 25 (do periphrast.). Mit Recht
erblickt hierin Kenyon auch einen Weg zum auxiliaren Ge-
brauch und einen Grund für seine Ausbreitung, z. B.:
u IS
Troilus & Cressida,
V958:... of al that doth it care,
V 350:... a time doth hem cure,..
R. of the Rose,
4391: If Jelousie doth thee payne,
Cant. Tales,
B 3794: For many a mannes guttes did he peyne,
ist nach dem Zusammenhang wohl kausativ.
Troilus & Cressida,
1121: ... a thing to do you pleye,
R. of the Rose,
4850: He doth trespasse. I you ensure.
Als Nomen (s. Wild S.247) und damit als direktes Akk.-Obj. weist
trespasse das Beispiel der Gruppe I,6b oder c zu (Akk.-Obj.:
Begriffe moral. Inhalts). Ist es jedoch Verbum, so liegt hier
eine Umschreibung vor.
H. of Fame,
I 474: But not woot I who dide hem wirche,
II 528: Whan tempest doth the shippes swalowe
(Kenyon, causes the sh. to be swalowed)
Leg. of G.W.,
672ff: But made hir... werkmen make a shryne,
675: ... and putte ful the shryne ...
676: And let the corps embawme; and forth she fette
This ... corps, and in the shryne it shette.,
678: And next the shryne a pitte than doth she grave,
680: She put hem.
Diese Stelle vereinigt sehr übersichtlich die verschiedenen Aus-
drucksmöglichkeiten; in den einfachen Formen der Activa cau-
sativa ist die Bedeutung des Veranlassens, Anordnens schon
enthalten, durch don, let, maken wird sie besonders hervor-
gehoben; das Nebeneinander der verschiedenen Konstruktionen
beweist, daß die Unterschiede sich verwischen und Vebergänge
leicht vor sich gehen können.
er MO
Leg. 0f G.W.,
1288: And prively he doth his shippes dighte.
Um das Zeitwort und nicht um das Subst. wird es sich handeln;
in den Fällen: |
Troilus & Cressida,
11 1097: ... though love do it smerte,
II 1288: Lat nicete not do you bothe smerte,
IV 1618: ... how sore it dothe me smerte,
R. of the Rose,
5445: ... how sore that it do hem smerte,
Compl. to his Lady,
II 20: The more she doth me smerte.
Das Nomen erscheint als smert z.B. C.T. A 3813, B 3796,.
G 712 und öfter .(s. Kenyon, Anm, Skeat, Wild S. 78, $ ı8b,.
S. 308, $ 95); ähnlich lautende Belegstellen für sicheren ver-
balen Gebrauch sind (außer A 534, B 3903 u.a.m. Prät.) R. of
the Rose 1907: ... which made me smerte, Tr. IV 1448:
... that ye me causen so to smerte, C.T. E 353 u.a.m. Vor
allem würden, wenn smerte wirklich Subst. wäre, in den drei
letzten Fällen nicht Adverbia, sondern Adjektiva — natürlich
in geänderter Wortfolge -—— als nähere Bestimmung zu ihm .
treten; die Adverbia sind deutliche Zeichen für den verbalen.
Charakter.
Compl. to his Lady,
I 14: The sore spark of peyne now doth me spille.
Letzteres kann nun transitiv und intransitiv sein, zu Grunde:
gehen und vernichten bedeuten. Bei intransitiver Bedeutung
ist doth kausal aufzufassen; ist der Inf. transitiv und me sein
direktes Obj., so heißt doth spille soviel als spilleth. Diese Tat--
sache bildet nach Kenyon eine weitere Uebergangsmöglichkeit
von der kausalen zur auxiliaren Verwendung,
Ferner sind die Fälle im R. of the Rose anzuführen;
sie sind, abgesehen von vereinzelten Beispielen, absichtlich noch
nicht erwähnt worden. Eine ausführliche Darstellung und Klar--
legung der verwickelten Frage gehört in die Besprechung der:
a. SAN:
poetischen Werke; nur die wichtigsten, prinzipiellen Ergebnisse
der Untersuchung betreffs do können hier angeführt werden.
Die Teile A und C weisen keine besonderen Abweichungen -
gegenüber den anderen Werken Chaucers im Gebrauche von
do auf. In A sind doppeldeutige Fälle, die aber wohl kausativ
aufzufassen sind:
389: And all doth waxe and fostred be,
607: ... this wall... Dide Myrthe enclosen al abeute, _
609: He did hem bothe entaile and peynte,
in C kommen in Betracht:
6323: Myn highe paleys do I founde,
17592: But er men diden this castel founde,
6538: That he his creatour foryett.
‚Dieser Vers wäre nur in der Lesart der alten Drucke zu er-
wähnen: he... dothe foryette (Lounsbury).
7185: That doth the synfull folk converte
And hem to Jesus Crist reverte,
hängt ab, wie converte gemeint ist, wenn intransitiv, so ist
doth kausal, wenn transitiv, so ist es umschreibend; aber der
folgende Inf. reverte spricht wohl für die erste Auffassung
(ähnl. Compl. to his Lady 14, S. 121).
Schon Lounsbury, Studies in Chaucer 11/72 ff., 1892, machte
aufmerksam, daß sich im Rosenroman rund ein Dutzend sicherer
Fälle von umschreibendem do findet. Kaluza, (ihaucer und der
Rosenroman, eine literargesch. Studie (1893), überprüfte die
Angabe und stellte fest, daß diese für Chaucer auffallende
Fügung auf den Teil B beschränkt sei (S.40). Einen Ueber-
blick über die zahlreichen Besprechungen gerade dieser beiden
Veröffentlichungen und die durch sie hervorgerufenen Lösungs-
versuche, über die sonstige sehr reichliche Literatur gibt
Hammond, Sect. V S. 450—54, dazu noch Dean Spruill Fansler,
Ch. and the Roman de la Rose, Columbia Univ. Studies (1914),
Kenyon, endlich Royster S. 195 (455) und O. Zilling, Das Hilfs-
verbum Do im Me., Diss. Halle (1918), IV,4 S. 68. Lounsbury
and Kaluza geben für B 11 Fälle an, Kenyon fügt noch einige
=: RI. ==
hinzu.. Zilling will auch in Teil A und C sichere Beispiele
gefunden haben, doch in A 765 ist peyne Subst. und dide ge-
hört daher zur trans. Gruppe 1,9 (5: 45), die für C gegebenen
Fälle sind mindestens doppeldeutig (S. 80), damit sind die
Schlüsse für A und C hinfällig. Im folgenden ist eine Liste
für B zusammengestellt, in die auch die zweifelhaften Beiege
einbezogen sind, d. h. solche, bei denen eine kausative Aus-
legung von do nicht unmöglich ist.
B 1803: Into myn herte it (= the arowe) did ae
1912: And yit sich sorwe dide I fele,
2287: For love doth haten as I fynde, |
2446: And homewarde pensyf thou dost retorne,
2697: Unto the mayde that hir doith serve,
2797: Whanne ony lover doth a (piaint et
‚ sospire),
3030: On many a just man doth he drehe, |
3107: In me fyve woundes dide he make,
(J| m’a ou. cuer cing plaies faites)
3162: And thurgh the haye he dide me chacs,
4097: Or ony gappe he dide it close,
nach dem Zusammenhang kann nur Daunger allein Beneın sein,
do ist also umschreibend.
4361: She canne arise that doth morne, |
4372: .... but yon walle which hym doth close,
EN ebenfalls umschreibend,
4530: The which now doth me soore greve,
4599: And sith so sore he doth me greve,
(qui si fort me grieve), beide Male dürfte greve transitiv, do
also umschreibend sein, aber möglich ist selbstverständlich
auch causes me sorely to grieve (Kenyon).
:4917: But al his Iyf he doth so morne,
4032: Delite so doth his bridil leede,
5025: So litel while it doth endure,
5152: That in that other (=ere) she dide lere,
| | 6
=.
5156: For anger as I dide abraide,
5315: Away fro trouthe it doth so varie,
5329: For love that profit doth abide,
5468: Whanne high estates she doth reverse.
- Nur im Teil B ist dieser auffallende Gebrauch anzutreffen.
Wie überall bisher, so wird besonders hier dem veranlassenden
do weitester Spielraum gelassen und werden dem umschreibenden
do möglichst enge Grenzen gesteckt. Trotzdem sind da 16 ganz
sichere Fälle mit periphrastischem do zu zählen, sowohl für
Indik. als-auch für Konjunktiv. Gerade diese Eigentümlichkeit
weicht so weit von Chaucers sonstiger Schreibweise ab, daß
der Teil B des Rosenromans wenigstens in der vorliegenden
Gestalt nicht Chaucer zum Verfasser haben kann. Diese für
Chaucer ungewöhnliche Ausdrucksform ist für .die neueren
Lösungsversuche von größter Bedeutung, so z.B. sieht Royster
gerade in der Verwendung von do eine Bekräftigung der An-
sicht J.H.Langes, daß möglicherweise Lydgate der Autor von
Section B ist (E.St. 29/397, 31/159, Lange, Anglia 35, 36, 37).
Wollte man versuchen, do durch textliche Umgestaltung weg-
zuschaffen, so käme in erster Linie als Ersatz für dide gan in
Betracht, es könnte stehen z.B. in 1803, 1912, 3107, 3162,
4097, 5156. Die Verwendung dieses Verbums im Me. bietet
einen weiteren Beweis für die Entstehung des periphrast. aus
dem faktitiven do durch allmähliche Abschwächung.
Gan, gonne + Infin. erwähnt schon Einenkel in den Streif-
zügen durch die me. Syntax (mit besonderer Berücksichtigung
d. Sprache Ch.’s 5.233), von mehr formalen Gesichtspunkten
aus behandelt es Fr. Beschorner, Verbale Reime bei Chaucer,
Stud. z. engl. Philol. Heft 60 (1920) S. 9 ff. III (der Dichter gebraucht
die Wendung gern, um durch die Stellung des Infin. an das
Versende einen bequemen Reim zu finden), mit dem Wesen
der Konstruktion befaßt sich eingehend O. Funke, Die Fügung
ginnen mit dem Infin. im Me., E.St.56/1 ff. (1922), dazu J. Koch
mit Verweis auf Beschorner ebend. S. 462. — Deutschbein
bemerkt, daß jüngere me. Handschriften an Stelle des faktitiven
dide der älteren Mss. das periphrastische gan (con) oder das
einfache Verbum gebrauchen (835, 3 S.80). O. Zilling stellt auf
Grund seiner ausführlichen Untersuchung fest, daß im Cursor
Mundi einerseits das do der älteren Handschr. C,G im Sinne
von „lassen* in den jüngeren Manuskripten F,T durch made,
gert, let oder bei weiterer Abschwächung durch die einfache
Verbalform ersetzt wird, andererseits das umschreibende gan
oder ein einfaches Zeitwort der älteren Mss. in den späteren
durch did + Infin. wiedergegeben wird.
Auch für die Befehlsform sind mehrere zweifelhafte Fälle
festzustellen. N.E.D. III, 30a) do asan auxiliary of the imperative
— in positiven Aufforderungssätzen, nur diese kommen in
Betracht; einer Bitte, Mahnung, einem Befehl wird durch das
Intensivum do Nachdruck verliehen (Deutschbein. $ 34, 2a; Franz,
Shakesp. Gramm, 598 S.479; Harz, V $ 14: sprachpsycholog.
Erklärung des Imp. bei Shakesp. durch objektive Einfühlung
in den Standpunkt des Angeredeten; aber gerade hier liegt -
doch ein starkes Zeichen subjektiven Denkens vor!). Im Ae,
und in der Uebergangszeit, wo die Formen noch zu unter-
scheiden sind, steht das folgende Hauptverbum im Infin, oder
gleichfalls im Imper. Später sind die beiden Formen nicht mehr
auseinander zu kennen, gewöhnlich wird die zweite (das
Hauptverb) als Infin. angesehen. N,E.D.: In den früheren Zeiten
bis herunter gegen 1600 war do manchmal nur umschreibend
(merely periphrastic) ohne jede besondere Betonung. Sweet
($ 2173) bringt diese Imper. von do in Verbindung mit dem
periohrastischen Gebrauch (a similar anticipative use of do),
doch bezweifelt er mit Recht einen Zusammenhang mit der
späteren emphatischen Funktion. 30b) do wird einem Imperativ
zu diesem Zwecke nachgestellt (Shakespeare).
Im N.E.D, ist die Gruppe IV, 32 abgetrennt: do, der Imper.
für sich allein stehend, als Wort der Ermutigung, des Ansporns,
= go on, go it! — Bei Chaucer läßt sich nicht mehr mit voller
Sicherheit bestimmen, ob das zweite Zeitwort nach do im Imper.
oder im Infin. steht. (Kenyon ist unentschieden, Bihl für den Imper.,
Deutschbein spricht von Umschreibung mit don $& 35, Anm. 4.)
Werden auch die Hauptverba als im Imper. stehend betrachtet,
so stellt do einen eingliedrigen Aufforderungssatz dar, es ist
6*
dann selbst ein stark betontes primäres Verbum und kommt
einem Ausruf gleich. Gelten die Formen als Infin., so ist dieses
do umschreibend oder kausal; deswegen sind die Fälle hier zu
erwähnen, Bei Chaucer ist es wohl in letzterer, freilich manch-
mal abgeschwächter Bedeutung aufzufassen. In der Prosa
begegnet Boece 610/15 (389): Do, quod I, and schewe me what
is thilke .. welefulnesse I preie thee... Das and zwischen den
beiden Zeitwörtern beweist, daß beide Befehlsformen sind. Chaucer
hat sich hier an das Original gehalten (Lat. Fac.... et demonstra,
franz. Uebersetzung: fai... et demonstre, Elisabeth: dooI biseech
the, and..shew ...). Do, hier intransitives Begriffsverb, fordert
ganz allgemein zu einer Tätigkeit auf, die dann durch den
folgenden Imper. ausgedrückt wird. Ein für das umschreibende
do oft zitierter Beleg ist C.T.D 853 : Do, dame, telle forth your
tale. Eine Stütze für die gegenteilige Annahme, daß nämlich auch
telle Befehlsform ist, bietet die Lesart des Ms. C doth und tellyth,
do würde dann wie im gerade angeführten Beispiel ein selbständiger
Aufforderungssatz sein. C.T.B 2035 : Do come, he seyde,
G 32: do me endite — Thy maydens deeth, Tr. & Cr. II 44:.. and
do me shewe of thy swetnesse! Ferner die bekannte Stelle
Deth of Bl.753: Do than holde ther-to! Auch hier können
zwei Imper. vorliegen. Auf eine andere Möglichkeit weist Kenyon
hin; holde kann (nach Mätzner) auch Hauptwort sein und
„Lreue, Ergebenheit“ heißen. „Schwöre Treue! — Gern." —
Nach Skeats Erklärung: »keep to it then,« halte, was du schwörst!
Nach Kenyon wäre noch möglich: „Leiste noch einen Eid, ein
Versprechen hiefür!* — Kausal wird sein C,T.B 662: Now
hastily do fecche a book, quod he; dem Zusammenhang nach
sicher kausal ist C.,T.B 4210, H. of Fame III 728 u.a.m. In
E2200/01: do strepe me... do me drenche, spricht für die
faktitive Auffassung des Imper. do die Stellung des zweiten
Falles; wäre drenche Befehlsform, so würde das Objekt me
nicht vor dieselbe gesetzt werden, ebenso G 1029: Do hange me
by the hals, aber Parl. of Foules 458: Do me hangen by the hals.
Auch diese Verwendung zeigt mit aller Deutlichkeit, daß
das umschreibende do aus dem kausalen, nicht aus dem vikarieren-
den Gebrauch hervorgegangen ist. Eine parallele Erscheinung
ist beim verwandten faktitiven let zu beobachten; lat + Hauptverb
ist gleich dem Imperativ des letzteren. An mehreren Stellen
stehen beide Formen nebeneinander, z.B. C.T. A 2976 Theseus . .
Leet senden after. . Palamon, 2980 Tho sente Theseus for Emelye.
D 2255/58, G 1254, H 163, 175—77.
Wegen der Wichtigkeit des Problems erstreckte sich hier
die Untersuchung auch auf die Versdenkmäler; so wird ein
vollständiges Bild der Verhältnisse bei Chaucer gewonnen. Seine
gebundene Sprache entfernt sich ja nicht weit von der lebendigen
Prosa ; meidet er schon beim vierfüßigen Metrum durch Brechung
dessen Auseinanderfallen, die Dipodien, die bei vielen me, Autoren
erscheinen, so macht er das völlig unmöglich durch die Wahl
des fünffüßigen Verses.
Chaucers Nachfolger, bes. Lydgate und Walton.
Um zu erkennen, welche Stellung Chaucer innerhalb der
Gesamtentwicklung des umschreibenden do einnimmt, muß
ein Blick auf den Sprachgebrauch seiner Vorgänger und Zeit-
genossen, besonders aber auf die hiefür wichtige Periode nach
ihm geworfen werden (s. S.7). Dabei zeigt sich, daß do in
dieser Verwendung bis gegen Ende des 14. Jahrh. wenigstens
‘ im südlichen Sprachgebiet so gut wie ungebräuchlich war, so
z.B. bei Wycliff (Dietze,.Royster, Zilling) und Langland (ein
sicherer Fall ist nach Moore im A-Text X 123, aber nicht in
allen Mss., im B-Text XII 169, zweifelhaft XIII 169, nur im
Ms. R, Passus A VIII 164 von Royster als zweifelhaft angeführt,
ist wohl kausativ, ebenso Pass. I 97, II 170, 187. mit to, II 131,
193 usw.); Gower gebraucht das periphrastische do wie
Chaucer äußerst selten. Zilling findet in den über 27.500 Versen
der Conf. Am, nur 9 Belege, 1 für Imper. 8 für let +do-+- zweiten
Infin, der 5X durch make gegeben wird, eine Fügung, die
von Chaucer her nicht unbekannt (S. 76), bei Gower aber
viel öfter zu finden ist. Zu Zillings Aufzählung noch II 958, 3448,
3468 usw. Diese Fälle sind jedoch alle unsicher, er führt
Prol.6 (that we.. do wryte) und 761 nicht an! — Doppel-
deutige Stellen ind überall anzutreffen, sie tauchen schon viel
früher auf, im Havelok (neben häufigem kausativen und mehr-
deutigen do kämen nach Moore höchstens 4 Fälle in Betracht),
in Flor. and Blaunchefl.., in Dan Michels und Richard Rolles
Schriften (z.B. Prose Treat. I und öfters), im Early South Engl.
Legendary u.a.m. Der erste Autor von Bedeutung, in dessen
Werken neben do causative auch do auxiliary in großem Aus-
maße auftaucht, ist Chaucers Schüler Lydgate. Zuerst stellte
das Courmont fest für ein Jugendwerk, The Temple of Glas, für
die übrigen Royster; die. Umschreibung findet er schon im
Aesop, der, wenn das Entstehungsdatum 1387 nach Schick
richtig ist, zu Lebzeiten, ja zur Blütezeit Chaucers verfaßt
worden wäre. Man muß Royster zustimmen, wenn er Courmonts
weitere Folgerungen durchaus ablehnt, daß nämlich Lydgate die
Umschreibung deshalb anwende, um die Nüchternheit der ein-
fachen Zeiten zu vermeiden; gegen letztere hätte die Sprache
in gewissen Perioden eine Abneigung gehabt (»baldness of the
simple tenses, they seem to displease him«).
Dieses pleonastische do mag vielfach ein bequemes Füll-
wort für den Vers gebildet haben, daher ist diese Konstruktion
anscheinend vor allem in der Poesie üblich geworden. Denn
so zahlreich die Belege in Lydgates Versen sind, in seiner
Prosa fehlen sie. Auch in Pecocks Repressor und in den Prosa-
werken John Capgraves aus Norfolk (15. Jahrh., erste Hälfte)
sucht man das periphrastische do vergeblich (Royster fand im Life
of St. Augustine und of St. Gilbert E.E.T.S.Or. Ser. 140, nur vier
sichere Fälle), während es in den Versen des Life of St. Katherine
(E.E.T.S. Or. Ser. 100) oft zu beobachten ist. Die früheren Doku-
mente der Norfolk Gilds, Ende des 14. Jahrh., zeigen do eben-
falls nur in kausativer Verwendung (Moore, S. 392, Anm. 19b).
— Schon Einenkel (Anglia, 13/79 [1891]: Der Inf. im Me.)
bemerkt, daß der umfangreiche Gebrauch der Umschreibung
erst viel später (d.h. nach Chaucer), und zwar vom Mittellande
und Norden (?) her eingedrungen sein dürfte. Die eigentliche
Heimat des periphrastischen do ist wohl, wie Royster und
Moore zeigen, im (östl.) Mittelland zu suchen, woher ja auch
Lydgate und Capgrave stammen. Ursprünglich würde es sich
also um eine mundartlich begrenzte Sonderentwicklung des
=. 87 0
kausativen do handeln, die sich zuerst in der literarischen
Sprache des betreffenden Gebietes durchgesetzt zu haben scheint.
Da nun das begründende do außer im Norden überall ver-
. breitet war, konnte diese im Grunde dialektische Eigentüm-
lichkeit leicht Eingang finden.
Im nördlichen Teil, Lincolnshire, v war das unschreibende
do nach Moore um die Wende des 13. Jahrh. noch unge-
bräuchlich, das kausative, und damit doppeldeutige Fälle nicht
selten (Havelok, 1291—1303, S. 86). In Robert Mannyngs
Handlyng Synne fand Moore 10 sichere und 14 zweifelhafte
Belege (die Befehlsformen nicht mitgerechnet); in seiner später
geschriebenen Chronik sind sie noch zahlreicher. Gegen Ende
des 14. Jahrh. kommt die Umschreibung schon sehr häufig
vor, ebenso zu Beginn und in der ersten Hälfte des 15. Jahrh.
in vielen mittelländischen Denkmälern, so z.B. im Torrent of
Portugal (2660 Verse, 12 zweifelhafte, 18 sichere Fälle), in
Audelays Gedichten und in den Predigten und Abhandlungen
John Myrcs, beide aus Shropshire, auch in Osbern Bokenams
Heiligen-Legenden. — In den gleichzeitigen Denkmälern des
Nordens sucht man das umschreibende do ebenso. vergeblich
wie das kausative, was wohl auf einen ursächlichen Zusammen-
hang zwischen beiden schließen läßt. Auch jetzt ist die Um-
schreibung in den nördlichen Mundarten nicht üblich, Murray,
Wright, L. L. Bonaparte: Transact. of the Phil. Soc. 1875/76,
S. 570; letzterem zufolge wäre sie auch nieht in den mittel-
ländischen Dialekten nachzuweisen; das wäre umso merk-
würdiger, als ja gerade das Mittelland der Ausgangspunkt hiefür
gewesen ist.
Anders liegen die Dinge im Süden. Bei Hoccleve hält man
allerdings umsonst Ausschau nach dem periphrastischen do;
er mag, wie Royster richtig meint, sich enger an seinen Meister
Chaucer gehalten haben als die anderen Nachfolger (zweifel-
haft ist in den paar tausend durchgesehenen Versen vielleicht
Min. Poems. 14/275—6: gost whom malice doth enflame).
Aber es taucht schon viel früher auf, z. B. im Early South
Engl. I,egendary (E.E.T.S.Or. Ser. 87) 7/202: ase pe boc us
dez telle, 20/31, 45/380: His membres ... he dude misse,
BB —
108/76, 118/399, 147/1437 und viele andere, in der Reim-
chronik des Robert of Gloucester (und zwar im ersten nur über-
arbeiteten Teil) fand Moore 4 sichere und einen zweifelhaften
Beleg, in Tale of Beryn des 15. Jahrh. nach dem Muster der C.T. -
kommt es ebenfalls nicht selten vor (Royster, Anm, 1, S. 193),
Noch heutzutage ist die Umschreibung der einfachen Zeiten
mit do in den südlichen und südwestlichen Dialekten ungemein
häufig, so zwar, daß sie geradezu die Stelle der. einfachen
Verbalformen eingenommen hat; der Inf. wird dadurch die
meist verwendete Verbalform, N.E.D. Idü zay = I say, he dü
zim = he seems; I dü wawkee (Wright E.D.Gr. S. 297, EI-
worthy, Gramm. of the Dial. of West-Somerset).
Einen Beweis für das Vordringen und die Verbreitung
- dieser Sprachgepflogenheit gerade vom Mittellande her um die
Wende des 14., den Beginn des 15. Jahrh. bietet die Ueber-
tragung der Consol. philos. des Boethius, bezw. des Boece von
Chaucer durch John Walton. Er dürfte um 1390 geboren sein,
studierte in Oxford und war später »Canonicus de Oseneye«;
sein Werk ist in das Jahr 1410 zu verlegen, demnach eine
Jugendarbeit, und mag in Oseney selbst entstanden sein. Als
westlicher Vorort gehörte dieses in den Bereich von Oxford.
Die Gebiete nördlich der Themse, die westsächsisch waren
und der me. südlichen Sprachgruppe angehören (Brandl, Zur
Geographie der ae. Dialekte, Berlin 1915), bilden die Grenze
gegen das Mittelland und zeigen von dort kommende Einflüsse
naturgemäß zuerst. Cossack (s. S..18) meint (S. 11 seiner Unter-
suchung): Der Dialekt, in welchem Walton schrieb, ist schwer fest-
zustellen, die Sprache der uns bekannten Handschriften aber...
weist auf den mittelländischen hin. Er zeigt eingehend, daß Walton
wohl nebenher das lateinische Original, hauptsächlich jedoch.
Chaucers Uebersetzung benutzte in dem Maße, daß sich seine
Arbeit an vielen Stellen darauf beschränkt, das bei Chaucer
vorhandene Wortmaterial in Verse und Reime umzugießen.
Auch gedanklich hält er sich zumeist an das, was er bei Chaucer.
vorfindet, sogar in den Glossen und Anmerkungen. — Bei
diesem engen, ja wörtlichen. Festhalten an der Vorlage ist es
umso auffälliger, daß der unselbständige, jugendliche Dichter
89 —
das umschreibende do nicht etwa vereinzelt als metrischen
Notbehelf gebraucht, sondern daß es einen wesentlichen Be-
standteil seiner Ausdrucksweise bildet. In dem Texte Schümmers-
machen an die 30 unten angeführten Belege doch einen be-
deutenden Teil von den rund 70 Fällen im ganzen aus; und:
gerade außer
der Umschreibung mit do ist nicht der geringste
Unterschied in der tatsächlichen Verwendung von do zwischen,
Chaucer und Walton festzustellen. In negativer Hinsicht wäre
zu bemerken, daß das kausative do nicht vorkommt, hiefür-
“ steht make (mit reinem Inf. 5X, mit to 10X, mit for to 7X).
5/5: (= Strophe 5, Zeile 5 nach Schümmer)
29/1:
29/5:
93/8:
15413:
243/7:
248/1:
251/2:
276/6:
281/6:
294/1:
296/6:
3012:
31212:
324/2 Ä
3296:
330/6:
356/2:
Nur der
And Gower, bat so craftily doth trete
As in his bookes of moralite, w
And as seynt Gregor doth hym-selue write,
Mss: .. hesaw.. Druck Pr.; he dyd se theodorik,.
‚But foole vnwyt, bat to hym-self doth Iye,
And whan the woode sothern wynd doth werke..
His hele he dop desiren sikerly
Als well as for to ride
For all bat evire (rivere) tagus doth yow bede,
As after bis myn auctour doth pursue,
Bot thing hat prescience doth provide,
thogh god pis ping to comen doth provide,
When resoun doth behalden oght or see,
Bot pis ymagynacioun doth begynne,
bat bodies doth to beym enpressen so,
But knowyng of ymagynacioun
Menable beestes han, and don it sewe,
ffufl dyuersly on erthe doth bei glyden,
Of po pat doth it knowe or comprehende,
Of alle hat be resoun doth discerne,
(God)... pat all ping doth benethe hym-seluen see.
äußeren Form nach könnten die folgenden Fälle-
zu 1,23 (kausaler Gebrauch) gehören, aber aus dem Zu-
en
sammenhang geht mit aller. Deutlichkeit hervor, daß es sich
auch bei ihnen um das periphrastische do handelt.
5/4: pogh so hat y of makyng entyrmete,
Druck Pr.: Though I hys makyng do counterfete,
65/7: As foles right bei dede hem-self deceyuen, .
(andere Lesarten: And folisiy ... dede and...)
168/6: But... errour -— To false good away-ward doth
| hem lede,
200/5: To pis, quod I, my resoun doth me bynde,
| 201/5: Right as his book thimeus dop yow teche,
(andere Lesarten: so dop yow teche, ... so dob he teche)
234/6: ... sith blisfülnes — So myche ping doth in
it-self conteyne,
235/5: pat som ping ... This blisfulnesse doth fully
| a-complyse. | Ä
In-to a perfyt ping substancial.
237/4: As dyuerse perties doth a ping compoun,
260/2: The flesshly bondes doth it so oppresse,
271/7: So pat of nede it doth no ping costreyn,
278/4: Doth any bing this craftys-men compell,
343/4: This lyf it doth not vtterly forlete.
Die Ursache für diese Art des Ausdrucks kann nur in
'Waltons heimischer Sprechweise zu suchen sein; er hätte die
Umschreibung mit do kaum angewendet, wenn sie nicht da
schon alltäglich geworden wäre. — In der zweiten Hälfte und
gegen Ende des 15. Jahrh. erscheint dieses do immer häufiger,
so bei den Nachfolgern Chaucers aus verschiedenen Teilen des
‚Landes, wie George Ashby, Henry Bradshaw (St. Werburgh)
und anderen bis zum letzten großen Vertreter dieser Richtung
Stephen Hawes (Passetyme of Pleasure, Perey Soc.); bei
Caxton, in den Prosa-Schriften John Fishers kann es nicht
mehr als dialektische Sondererscheinung angesehen werden.
Feste Regeln lassen sich aber noch nicht geben.
Hoops (Engl. Sprachkunde S. 95) erklärt diese ungeheure
Ausbreitting mit dem Bestreben, durch Hinzufügung des Hilfs-
zeitwortes den Verbalbegriff zu verstärken und damit zugleich
—, 9]
die Ausdrucksweise zu beleben. So soll auch die Fügung mit
gan, die Bildung des Fut. mit shall und will, der Kasus mit
Präpositionen, der Steigerung durch Adverbia usw., kurz die
Verwendung solcher verstärkender Formwörter den betreffen-
den Begriff kräftiger und anschaulicher zur Geltung bringen.
Mit diesen Tendenzen würde der kausative Ursprung des um-
schreibenden do wohl übereinstimmen. |
+
IV. Besondere Verwendung von do-Formen.
(N.E.D. IV: special uses of certain parts of the verb.)
Diese besonderen Verwendungen sind selbstverständlich
mit den früheren Gruppen in engem Zusammenhang, die ein-
zelnen Formen weisen aber doch soviel Charakteristisches auf,
es liegt soviel Eigenbedeutung in ihnen, daß die Abtrennung
und Sonderbehandlung im N.E.D. berechtigt erscheint. IV, 32:
do! Imper. wurde schon erwähnt (S. 83).
IV, 33: to do, der »dative infinitive« wird prädikativ nach
dem Verbum to be, attributiv nach einem Substantiv ver-
wendet und besagt proper, necessary to be done — a thing
to be done, necessary, needful (mniederl. te doene, mnd. to
dönde, to dön=notwendig, in den nordengl. Dialekten früher
at do (ado)=to do beeinflußt von französ, affaire, so R. of
the Rose: 3036 adoo, 5080 ado). N.E.D. what’s to do= what
is the matter?
Für den adverbalen Gebrauch finden sich im Boethius
folgende Belege: 860/65 (391): what juggestow that be now
to done? (quidnunc faciendum censes,... Eliz. III Pr. 9/80:
what now thinkest thou to be don ?), 1455/60 (416): .. stablissith
many maner gises to thinges that ben to done (.. multiplicem
regendi modum ..), 1465/70 (416) .... the thinges that ben
to done (..facienda..Eliz. IV Pr. 6/43 alle thinges to be
don), 1515/20 (418): The somme of thinges that ben to done
(..summa rerum regenda).
Die Stellen für den adnominalen Gebrauch sind:
525/30 (376): .. matere ofthynges to done (gerendis
| rebus),
=, 100 me
1465/70 (416): .. forme of thinges to doone (gerenda-
| rum formam rerum).
Außer 860/65 bildet stets thinges das (indirekte) Subj. der
ersten, das Substant. der zweiten Gruppe, sodaß sie in Be-
ziehung zu I,6: to do (a) thing zu bringen sind. Ueberall
wird das lateinische Gerundivum durch to done wiedergegeben.
Der engl. flektierte präpositionale Infin. ist der einzige ein-
heimische und zugleich älteste Ausdruck, der auch dem latein.
Gerundium an die Seite gestellt werden kann (vgl. Einenkel,
Hist. Synt. $ 4 S. 14; ferner Deutschbein, Infin. und Gerundium
— Neuere Sprachen 30/12 fi. [1922]; W. Klöpzig, Der Ursprung
der to be to-Konstruktion, E. St. 56/378 ff. [1922]. In Mel.
gibt es nur adverbale Fälle: 2190/95 (93) I noot what to
doone. - | |
In M. 2975/80 (116): what best were to doon in this
nede, und |
2325/30 (98): som thyng... that is good for to do,
sind die Inf. wohl von to be abhängig, also adverbal; die beiden
Objekte good und ‘best ließen auch an adnominale Verwen-
dung denken. Die sechs adnominalen Beispiele für Parson’s T.
wurden schon bei Gruppe II (intrans. Gebrauch S. 49) ange-
führt, da das Adverb wel vor und zu to do tritt.
Form: Ursprünglich war der Infin. nach to (Richtung, Ziel)
der Dativ eines Verbalnomens mit dativisch-lokativem Sinn,
das zeigt im Ae. die Flexion. In der Uebergangszeit streifen
zuerst die mehrsilbigen Infin. die Endungen ab, aber die ein-
silbigen bewahrten oft Reste der Biegung und somit die vollere
Gestalt, unter diesen vor allem to don(n)e. Im Ormulum z.B.
kommt von den flektierten Infinitiven überhaupt nur to donne
(dreimal) vor (W. Zenke, Syntaxis und Analysis des Verb. im
Ormulum). Diese Form bevorzugt auch Chaucer weitaus, wenn-
gleich daneben einsilbiges to doon zu finden ist (ten Brink,
Ch. Sprache 3. Auflage $ 187 S. 111). In M. 2325/30 mag die
Akzentverschiebung durch for to, in den Fällen der Parson’s T.
überdies die Betonung des vorausgehenden wel die Setzung
98 —
des einfachen do bewirkt haben; letztere gehören überhaupt
nicht ausschließlich in diese Gruppe.
Syntaktische Funktion: Ueberall steht die Form des ak-
tiven Infin., jedoch mit passiver Bedeutung. Im Ae, ist nur der
aktive Infin. mit passivem Sinne möglich, erst im Frühme
taucht vereinzelt der passive Infin. auf. Chaucer kennt nur
den aktiven Infin. wie sein Zeitgenosse Langland und sein
Schüler Hoccleve, gemischt sind die Fälle bei Pecock. Der
erste, der den Infin. auch in aktiver Bedeutung verwendet, ist
Wyeliff, daneben erscheint bei ihm des öfteren der neugebil-
dete passive Infin., vielleicht unter lateinischem Einfluß (nach
Klöpzig). Im Ne. wird der passive Infin. in aktiver Form
immer mehr durch die passive Gestalt verdrängt, aber er ist
so wie hier bei Chaucer noch bei Shakespeare, im 17. Jahrh.,
ja in Ueberbleibseln heutigen Tags vorhanden (Klöpzig gibt
eine Zusammenstellung S. 387—88; Sweet, N. E. Gr. $ 2325;
Sanders, Teil II, III B. ££; Deutschbein, $ 72 Anm. 1). — Be
übernimmt beinahe die Funktion eines primären Verbums;
der folgende präpositionale Infin. hat nicht nur futurischen,
sondern auch deutlich ausgeprägten lokativen Charakter; to
be=da sein, die Präposition to weist auf einen Grundbegriff
des Zweckes hin; daraus ergeben sich die weiteren Schattie-
rungen (Tanger, Archiv 105/313). So kommt die Wendung
dazu, die Möglichkeit, Notwendigkeit der im Infin. näher be-
zeichneten Tätigkeit auszudrücken. Diese prädikativen Infin.
behalten etwas von ihrer ursprünglichen »purpose force«<
(Kenyon, ch. 14); entsprechend dem eigentlichen Sinn des
gerundialen Infin. sind darin die Begriffe von ÖObliegenheit,
Verpflichtung usw. enthalten (obligation, fitness, necessity,
possibility .. futurity).
N.E.D. W, 33c: To have to do, to have s. th. to dass
have business or concern. N.E.D.: What has he to do? What
business has he? ... arch. or dial. In der Prosa ist nur ein
Beleg vorhanden, B. 1070/75 (400): I trowe that I have litel
more to done that thou... (parvam mihi restare operam puto,
ut..). Die Fügung hat ganz ähnlichen Charakter wie die eben
besprochene Have nimmt den präpositionalen Infin, hier je-
_- 14 —
doch in aktiver Bedeutung als Objekt zu sich, die beiden Pro-
nominalien in der Mitte zwischen den zwei Verben bilden die
Ergänzung zum Infin. Für das Ne. findet Deutschbein in I have
to... ein objektives Sollen oder Müssen, bedingt durch außer-
halb des Sprechenden liegende Umstände, gegenüber dem
subjektiven „voluntativen“ must (IX S. 112 ff, bes. $ 46, 5
8 49, 3c).
'V, Do mit Präpositionen.
(N.E.D. V.Do with prepositions in special senses),
In der Prosa V,37: do by — im Sinne von to act towards,
in respect of, to deal with (by: N.E.D. Nr.26). B.140]45 (358)
And..yit hadde thilke... senat don by me thurw hir decretes
. as thoughe it were a synne (ille quidem senatus suis de me
decretis, ut hoc nefas esset, effecerat).— Von dem ursprüng-
lichen örtlichen Sinn der Präposition ist-noch etwas zu merken
(by: in der Nähe von), wenn es sich um ein persönliches
Verhalten gegen jemand handelt; sie drückt Verhältnis, Be-
ziehung, Rücksicht aus. In dem vorliegenden Beispiel folgt noch
_ die Angabe der unmittelbar wirksamen Veranlassung, des Mittels
mit thurw. 2 |
V, 40a: do with — in gewöhnlicher Bedeutung: sich abgeben,
befassen, zu tun haben mit —- wie im Deutschen, P. 760/65
(295): .. do right so with thy cherl as thou woldest that thy
Lord dide with thee. Chaucer verbindet do sehr selten mit
Präpositionen in solchen Sonderbedeutungen. Im ganzen (d.h.
die Verswerke inbegriffen) mögen es ein Dutzend Fälle sein
(V, 36: do aftir und V,41: withoute je einmal, V,37: by zweimal
und V,40: with 8 Beispiele).
Eigentlich ist.do hier intransitives ae und steht
infolgedessen dem Abschnitt II (do intrans.) sehr nahe. Der
absolute Gebrauch ist nur bis zu einem gewissen Grade möglich,
es muß eine Einschränkung erfolgen. Der Begriff, der durch die
Präposition angefügt wird, gibt zumeist nur die Richtung der
Tätigkeit an: das genügt aber nicht (außer bei after und without),
es würde noch zu viel Spielraum bleiben, deshalb erfolgt die
=. Op. Ze
genauere Begrenzung des Tuns öfters in Form eines Modalsatzes.
(so immer in der Prosa) oder durch Adverbia (z.B. do wel by)
oder endlich durch Objektsätze (do with... what ye wile), die
inhaltlich vollkommen Vergleichsätzen entsprechen (as you
list). Da sie aber doch an Stelle von Akk.-Obj. zu do stehen,
würde letzteres im Grunde seinen intransitiven Charakter ein-
büßen. Diese Fälle bilden einen Uebergang zum transitiven.
Gebrauch (mit Erweiterung des Prädikats, I,6e). |
VL Do mit Adverbien.
(N.E.D. VI. Do with adverbs.)
Diese Verbindungen von don entsprechen den zusammen-
gesetzten Verben im Deutschen -und anderen Sprachen, z. B.
do about == lat. circumdare umgeben, do off = lat. exuere aus-
ziehen etc. War do im vorigen Abschnitt objektlos, ‚so ist es
hier seinem Wesen nach transitives Hauptverbum, zu welchem:
ein Adverb als Bestimmung treten kann. Die weitere Entwicklung
konnte auf zwei Wegen erfolgen: wurde das Verhältnis zwischen
dem Umstandswort und dem vom Zeitwort abhängigen Obj.
ein engeres, so bildeten sich die Adverbia zu Präpositionen
um (do.V), wenn sie aber in nähere Beziehung zum Verbum
kamen, entstanden die Zusammensetzungen. — In der Prosa
Chaucers ist diese Großgruppe des N.E.D. nur vertreten durch
VI, 44: do away,fa (obsol.) trans.: to put away, dismiss, remove:
wegtun, wegnehmen, -schaffen. — gesteigert in VI,44b: to put
an end to, abolish, destroy, undo abschaffen, zerstören, vernichten,
VI,44c: wofür später, vom 18, Jahrh. an das intrans. do away
with eintritt, endlich VI,44 7 d (obsol.): der Imper. do away!
zusammen mit do way (V1,53). — In B. sind 16 (in M,P.
und Astr. keine) Belege, in den Verswerken zusammen 15 Fälle
zu zählen, darunter 2, die ebenfalls zu 44, und 7, die zum
verwandten 53: do way gehören. Diese Wendung in der Ueber-
setzung Chaucers gibt vielerlei Ausdrücke des lateinischen
Originals wieder (auferre 3X, depellere 4 X, expellere, abolere,
delere, dimovere, summovere, fugare, premere, tollere je einmal).
Die Objekte, bezw. Subjekte in den (3) passiven Sätzen, sind.
22.06
stets Nomina (9X mit. näheren Bestimmungen). Zumeist be-
zeichnen sie gemäß dem Inhalt abstrakte Begriffe, philosophische
Ausdrücke, daher ist es schwierig und bleibt Sache der Auf-
fassung, in welche Untergruppe man die einzelnen Beispiele
‘einreihen will, ob in 44a wegschaffen, entfernen, oder 44b
abschaffen, vernichten, z. B. B. 550/55 (379), 485/90 (374), 1720/25
(427). Zwischen Verb und Adverb, die als eng zusammengehörig
empfunden wurden, schieben sie sich nicht ein, außer in 830/35
(390); wohl des Nachdrucks wegen ist da das Adverb, der
charakteristische Bestandteil der Verbindung, an den schweren
Satzschluß gestellt worden: whan he mai nat do tho defautes
‘ awey, (O,, Ay, H lesen: the defautes). — In 65/70 (354): The
cloudes of sorwe dissolved and doon away, I took hevene
‚(haud aliter tristitiae nebulis dissolutis hausi coelum), & 1160/65
(403): so that, alle tribulacioun I-don away, thou.. shalt
mowen .. (ut perturbatione depulsa sospes . . . revertaris) liegen
zwei Fälle (die einzigen in der Prosa) von absoluter Partizip.-
Konstruktion vor; sie entsprechen einem temporalen Nebensatz
and sind gebildet. von einem ‚absoluten: (d. h. vom Subj. ver-
schiedenen) Nominativ und einem Partiz. in verbaler Funktion
an Stelle des Prädikates, hier beide Male einem Mittelwort der
Vergangenheit (Sweet, N.E. Gr. $ 2366: its [i.e. part pret.] use...
nore limited than that of the absolute pres. part... Die Fügung
ist eine Nachahmung des lateinischen Ablativus absolutus und
sehr früh in das Englische aufgenommen worden; die Neigung
hiezu ist gemäß der inneren Sprachform des Englischen stärker
‚entwickelt als in den übrigen germanischen Idiomen (Wilmanns,
Deutschbein $ 59,Bb). Im Ae. und auch noch im Frühme. ist
‚das absolute Partiz. nicht allzu oft anzutreffen, hauptsächlich
in Uebersetzungen, die sich stark an das Original halten. Später
wird es häufiger. Jespersen meint, Chaucer verwende die
Konstruktion nach der parallelen italienischen, nach ihm ver-
schwinde dieser Einfluß aber wieder. Erst in der Hochblüte
des Klassizismus (1660) war ihre Zeit gekommen, wurde sie
heimisch, wenn auch das absolute Partiz. gewiß nicht zu den
Wendungen der Alltagssprache gehört und sich mehr in den
gehobenen Stil einfügt. (Jespersen, Growth and Structure of the
= et
E. Lang. $ 125, 4. Aufl. S.124, Anm.; Literatur bei M. Callaway
für das Ae., bei Ch,H.Ross für das Me. und Ne.; dazu Hoops,
Engl. Sprachk. IX, 2e S. 117.) Auf die Stellen des B. wirkt natürlich
der lateinische Ablativus absolutus der Vorlage ein. Das Verbum
simplex ist hier in dieser Verwendung nicht zu finden, wie es
‚später öfters vorkommt, this done = quo facto; allerdings ist
die Verbindung (I-) don away lautkräftiger und sinnfälliger.
B. Doing.
Doing wird im N.E.D. an drei Stellen behandelt. Als
present participle ist es unter do IV,34 (special uses) zu finden
(dazu Fr. Gerike: Das Partizipium Präs. bei Ghaucer, Kieler
Diss. Potsdam [1911]. Die Untersuchung beschränkt sich jedoch
auf die poetischen Werke), — ferner in einem eigenen Absatz:
doing part. active als Adj. meist’ in attributiver Stellung, aber
erst im Frühne. = that does, acts, performs etc, actively
engaged, oceupied, busy.— Endlich schließt sich an die Behand-
"lung des Verbums ein selbständiger Abschnitt an: doing Verbal-
Substantiv. Als solches kann es bedeuten: 1. den Begriffsinhalt
des Zeitwortes, das Tun, Handeln selbst, action, proceeding,
_ conduct, performance, or execution of s. th.; — 2. das, was
ausgeführt, getan wird, das Ergebnis der Tätigkeit, die Tat,
a deed, action, act, transaction, piece of business. Nunmehr
ist nur der ‚Plural doings gebräuchlich (im Sinne von Auf-
führung, Benehmen: Johnson bemerkt: now only in a ludicrous
sense, or in low mean language; bei ihm wie auch bei Pope
ist eine gewisse Abneigung gegen allzu häufige Verwendung
von do zu bemerken); — 3. endlich wird doing so wie do selbst
in Verbindung mit Adverbien und adverbialen Bestimmungen
gebraucht.
Verbal-Substantiv und Gerundium.
Die -ing-Formen können grammatisch dreierlei bedeuten:
das Mittelwort der Gegenwart, das in der Prosa nicht zu be-
legen ist, das Verbal-Subst. und das Gerundium. Merkwürdiger-
weise ist in der Einteilung des N.E.D. gar nicht zwischen den
7
beiden letzteren unterschieden, das Ger. wird weiter nicht be-
achtet. Da nür 'wenige- Belegstellen für doing in der Prosa vor-
kommen, mögen sie einzeln angeführt werden; N.E.D. doing 1,
Gerund. B. 220/25 (362): ... he that forleteth ... ordenaunce
of doynge by overthrowynge wey (Sic quod precipiti via
. deserit ordinem). Verb.-Subst. 535/40 (376) ..... how muchel
conteneth it in largesse and in greet doynge? (ut quid habeat
amplum magnificumque gloria...); 1245/50 (407): ... yif
thei myghten duellen in .the forme and in the doynge of
good folk (... siin bonorum efficientia manere potuissent).
N.E.D. doing 2, 1065/70 (400): Ne the certein ordre of na-
ture ... schulde not brynge forth ... moevynges by places,
by times, by doynges, by spaces... (Non tam vero certus
naturae ordo procederat ... motus loci temporibus effici-
entiä spatüs ...); 1800/05 (431): ... every jugement is the
dede or the doyng ofhym that... (nam cum omne Judichnin
judicantis actus existat ....
In M. zwei Verb.-Subst. von Komposita, 2270/75 (111):
.. Withouten wrong or harm-doynge to any other persone,
2895/900 (114): ... and preyseth hym in hys mysdoynge.
In P. und Astrol. kommt kein Beleg für doing vor, nur für
das sinnverwandte werkynge, in P. 5X als Verb.-Subst.
(werkynge,-es), ebenso im Astrol. 1 X (20/25), auch B. 995/1000,
M. 2590/95, als Ger. Astr. 179/85, B. 1630/35 und öfters.
| Der lautliche Zusammenfall des Part.-Präs. und des Verb.-
Subst. ist nicht ohne Einfluß auf letzteres geblieben. Im Laufe
des Me. nimmt es außer den ursprünglichen normalen auch
immer mehr verbale Eigenschaften an. So treten Umstands-
wörter oder -bestimmungen zum Verb.-Subst. N. E.D. doing 3;
bei einem Nomen ist das für gewöhnlich nicht der Fall; z. B.
B. 250/55 (363) the boylynge up fro the botme, B. 660/65 (382)
of hir retornynge ayen to hir nature; P. 385/90 by receyvynge
worthily of the body, P. 515/20 the lovynge of his neighbour
as hymself. Auch Dat.-Obj. können sich anschließen wie im
angeführten Beispiel M. 2770/75 (ebenso C.T. C 587). Schließ-
lich ist mit der Angliederung von Akk. a der en
zum EZeEUNGIUN vollzogen.
— 9 —
Entstehung.
Die Bildung von -ing(-ung)-Formen war im Ae. auf be-
stimmte Nomina beschränkt, dann kam sie bei gleichlautenden
schwachen Verben und im Anschluß daran bei den schwachen
Zeitwörtern im allgemeinen auf. . Einige wenige starke Zeit-
wörter treten ganz gegen Ende der ae. Periode hinzu. Häufiger
wird -ing bei ihnen im 12. und 13. Jahrh., aber erst zu Be-
ginn des 15. Jahrh. hat die Form so feste Wurzeln geschlagen,
daß sie von jedem Verbum gebildet werden konnte (Jespersen,
Growth and Structure $ 200—204). Im 13. Jahrh., vor allen
gegen sein Ende wird der starke Einfluß der lateinischen und
romanischen Konstruktion besonders offenkundig durch die
zahlreichen Fälle der Anlehnung an das beliebte afr. en+ geron-
dif (Einenkel, Anglia 38, 39, 40, Syntax $ 3,4; G. O. Curme,
Anglia 38/491; dazu Fehr, Archiv 136[36]/310). Diesen Ten-
denzen wirken der Artikel und die Präpositionen entgegen,
die dem Verb.-Subst. den ursprünglichen nominalen Charakter
bewahren helfen. Kommen sie aus irgendeinem Grunde in
Wegfall, z. B. der Artikel vor Abstrakten — oder gegen Ende
des 12. Jahrh. vor dem Verb.-Subst. überhaupt —, dann wird
letzteres umso leichter in das nominalverbale Gerundium
übergehen. z E | |
Unterscheidung.
Seiner substantivischen Funktion gemäß kann das Gerun-
dium gewisse Attribute, so. auch den Artikel, zu sich nehmen.
Selbst dieser wäre also kein sicheres Kennzeichen für das
Verb.-Subst.; allerdings wollen manche, so I. Schmidt, Gramm.
8 364/2, den Artikel nur vor Verb.-Subst., nie vor Grerund.
gelten lassen. Die Grenze zwischen beiden ist durchaus nicht.
bestimmt, die syntaktisch-stilistische Unterscheidung ist sehr
oft kaum mit Sicherheit zu treffen, für den Sinn der: Sätze ist.
sie im allgemeinen von keiner besonderen Wichtigkeit. Fehlt
jedes äußere Kennzeichen, so sind die zwei Funktionen schlechter-
dings nicht auseinander zu halten; die Formen, denen die Merk-
7r
=. 100 ==
male des Verb.-Subst. fehlen, werden als Gerundia betrachtet.
Die vorliegenden Fälle in der Prosa geben doch einige An-
haltspunkte, um ihre Zugehörigkeit erkennen zu lassen. In
B. 1245/50, 1800/05 ist der bestimmte Artikel ja noch kein
sicherer Beweis, wohl aber der von doynge abhängige Gene-
tiv mit of, eine beim Ger. unmögliche Fügung; B. 535/40,
M. 2895/900 treten Attribute zu doynge, bezw. mysdoynge;
B. 1065/70, in der Reihe der Subst. steht der Plural doynges,
.der vom Gerundium nicht gebildet werden kann. Als Gerund.
anzusehen ist 220/25: ordenaunce of doynge, es dient als Attri-
but zur Ergänzung des Nomens. Ebenso gut könnte hier der
Inf. to do stehen. Sie sind ja enge verwandt; beide sind ihrem
Wesen nach abstrakte Subst., das Gerund. in nominaler, der
Inf. in verbaler Form. Gerade in attributiver Funktion sind für
die Wahl des einen oder des anderen oft weniger syntaktische
als formal-stilistische Gründe maßgebend. Für diese Fügung
of doynge ist ein romanisches Vorbild noch nicht aufzufinden
gewesen.
Außer Jespersen und Einenkel handelt über das Verb.-
Subst. und Gerund. auch Sweet, N.E.Gr.$ 2326—30; I. Schmidt,
Gramm. $ 364 fl; G. Wendt, Syntax I, 11/68; Deutschbein $ 60,
S. 148, der ausführlich die weitere Entwicklung bis in das Ne.
gibt; Hoops, Engl. Sprachkunde, IX, 2e, S. 117/118.
Welchen ausgedehnten Gebrauch Chaucer von den -ing-
Formen macht, zeigt die stattliche Zahl von ungefähr 600 Fällen
in B., in M. sind es an 400, in P. mehr als 300, im Astrol.
immerhin noch 81. Davon sind in B. etwas über ein .Drittel,
in M. rund 30, etwas mehr in P. und 26 im Astrol. Mittel-
wörter der Gegenwart, meist in attributiver Verwendung, wenn
nachgesetzt, des öfteren an Stelle eines Nebensatzes; auch als
Teil des Prädikats in Verbindung mit to be ist es nicht selten,
in B. allein sind an zwei Dutzend Belege hiefür zu zählen,
(zur periphrastischen Form Deutschbein $ 33 ff. auf Gerike ver-
weisend; bes. auch Sweet, N.E.Gr. 2203, 2211, 2212). Ueber-
leitung vom partizipialen zum präpositionalen Gebrauch kommt
‚vereinzelt vor, z. B. touchynge B. 145/50; as t. in M. 4x
(M. 3835/40 as touchynge that ye seyn... .); savynge M. 2735/40.
— 101 —
An Verb.-Subst. sind in B. rund 240, in M. an 100, mehr
als 200 in P. und 50 im Astrol. vorhanden. Kenntlich sind sie
vor allem durch die Pluralform (z. B. B. 25/30 2X, 60/65,
180/90 2X), durch den attributiven Gen. mit of (z.B. B. 25/30,
80/85 2X, 125/35 2X, 155/65 2X usw.), endlich durch das
attributive Adj. (z.B. B. 170/80 2X, 185/90 usw.). Ing-Formen
mit dem Artikel allein sind, wie erwähnt, umstritten und daher
schwer in die eine oder die andere Gruppe einzuordnen (im
B. über ein halbes Hundert solcher Fälle; die mit adjekt.
Possessivum, z. B. B. 65/70 2X, 130/35 u.a.m., sind wohl eher
zu den Verb.-Subst. zu rechnen).
‚Als sichere Belege für Gerundia sind -ynge-Formen ohne
Artikel anzusehen, meist von of oder einer Präposition. ab-
hängig; es kommen an 80 Stellen in B,, an 40 in M., eben-
falls 80 in P. und 5 im Astrol. vor (z. B. P. 570/75 by drynkynge
venemous. herbes, 600/05 forsweryng falsly, sodeynly, 950/55
slepynge longe in... quiete, 1055/60 in suffrynge paciently
wronges).
Gegenüber der großen Zahl der -ing-Formen in sämtlichen
möglichen Verwendungsarten mit den verschiedensten Er-
weiterungen, mannigfachen Abweichungen vom Schema, Unter-
schieden und Uebergängen fällt auf, wie selten Chaucer gerade
doing, die Ableitung eines sonst so viel- gebrauchten Verbums,
verwendet. Auch die anderen Formen von do sind im Verhältnis
weitaus häufiger anzutreffen. Es ist nicht möglich, zu ent-
scheiden, ob die Gründe hiefür im Wort selbst, in der äußeren
lautlichen Gestaltung oder in der inneren Bedeutungskraft liegen:
sie dürften wohl syntaktischer, stilistischer Natur sein.
C. Doere.
Neben dem Verb.-Subst. auf -ing tritt noch ein anderes
auf mit dem germanischen Nominal-Suffix -ere (entsprechend
dem lat. -or); -ere diente im Ae, zunächst dazu, Subst. von
anderen Subst. abzuleiten. Doch gleich wie bei -ing ging es
auch hier. Viele -ere-Formen konnten gerade so gut vom Nomen
wie vom stammgleichen Verbum herkommen; so wurden Verb.-
— 12 —
Substantiva mit. diesem Suffix von jedem .Verbum, auch von
do gebildet (Jespersen, Growth and Structure of the E. Lang.
$ 162): ae. doere, me. doere (s. N.E.D.). Sie bezeichnen die
Person, welche die durch das Zeitwort ausgedrückte Tätigkeit
vollführt. Das Objekt, welches die Handlung, damit den Han-
delnden näher bestimmt, wird oft im Gen. mit of hinzugesetzt.
B. 1395/400 (413) ... the doere of wrong (iniuriae inlator),
1635/40 (424) ... by the entencioun of the doere, 1920/25
(436) ... of the power of the doeris (Plur.) (de potestate
facientium), M. nur ..in Zusammensetzungen : 2620/25 (107)
evildoers, 2630/35, 2660/65 (107) misdoers, die Subst. stehen
räumlich nicht weit voperBenger ab. P. und Astrol. haben keine
Belege.
Makere, die Ableitung‘ des sinnverwandten make ist (meist
in der Bedeutung Schöpfer, Erzeuger) weit häufiger anzutreffen,
in B.. ilmal, (lat.. auctor, conditor, proditor), in M. zweimal,
in P. und Astrol. je einmal; im letzteren begegnet es als’ ein-
ziges Beispiel für diese Bildung, die sonst nicht selten ist. So
sind in B 22, in M. 15 -und in P. 16 Fälle für Nomina auf
-ere zu zählen (z. B. B. 1395/400 knowere of thinges, 1630/35
bygynnere of wirkynge, 1935/40 byholdere and forwytere of
alle thingis u.a. m.). Die Herkunft vom Verbum ist zu ersehen
an nachgestelltem Adverb, wie B. 1500/05 (417): kepere of gold
or dryuere awev of yvel e servator bonorum vel malorum
un |
D. Komposita
Komposita von do kommen ausschließlich in B. und da
nur zweimal vor (abgesehen von den Verbal-Subst. in M.s. o.)
B. 595/600 (379)... stryven to fordo the fassoun;; for bezeichnet
ein Verkehren der ursprünglichen Richtung. der Tätigkeit, ver-
derben, zerstören, ebenso B. 1915/20 (436) they ne myghte nat
ben undoon, un- verändert die Bedeutung eines -Wortes in
das Gegenteil, undo auflösen, rückgängig, ungeschehen machen.
— 13 —
E. Zusammenfassung.
Die vorliegende Zusammenfassung des gesamten Materials
für do und manche damit eng verknüpfte Fragen in Chaucers
Prosa zeigen seinen eigenen Sprachgebrauch und darüber hinaus
den seiner Zeitgenossen, wofür er als Vertreter gelten kann,
Die nächstliegenden, natürlichen Verwendungsarten sind am
häufigsten. vertreten, der transitive Gebrauch, N.E.D. do I, hier
vor allem die Gruppen 4 und 5,.do + Akk. + Dat.-Obj. ohne
und mit to, dann 6 mit den verschiedenen Unterabteilungen,
die die größte Anzahl der Fälle in sich vereinigen. — Das
intransitive do kommt bezeichnenderweise nur in der all-
gemeinsten Bedeutung vor: 1115. -— Von den causal and
auxiliary uses, N. E.D. III, kommt nur das begründende und das
stellvertretende do in Betracht; die Beispiele für die faktitive
Verwendung sind wenig zahlreich, es trifft sich aber glücklich,
daß die wichtigsten Fügungen alle belegt erscheinen. Recht
reichlich sind naturgemäß .die Fälle der Stellvertretung vor-
handen. Obgleich die Prosa einen einzigen noch dazu sehr
zweifelhaften Beleg für das umschreibende do bringt, oder
vielmehr gerade deshalb, mußten auch die Verswerke untersucht
werden, denn auf diese Weise allein konnte CGhaucers Stellung
zur Umschreibung mit do erkannt werden. Um aber in der
verwickelten Frage volle Klarheit zu gewinnen, war das Problem
über Chaucer hinaus zu verfolgen. So erklärt sich der verhältnis-
mäßig große Umfang dieses Teiles der Abhandlung. — In N.E.D.
IV war eigentlich nur 33 to do zu erwähnen. — N.E.D. V, do
mit Präposition ist die schwächste Gruppe, — VI, do mit
Adverbia, ist geschlossen vertreten durch 44, do away. Die
Ableitungen vom Verbalstamm und die Komposita kommen
nicht oft vor.
Die weitaus wichtigsten und bedeutsamsten, wenn auch
nicht meisten Belege bietet die Uebersetzung des Boece. Die
Verwendung und das Vorkommen des unentbehrlichen Wörtchens
do gerade in diesem ersten Prosawerk Chaucers läßt erkennen,
mit welchen Schwierigkeiten er zu kämpfen hatte, um seine
Sprache als geeignetes Ausdrucksmittel für die Prosa zu ge-
—ı 0A, ze
brauchen. An manchen Stellen häufen sich die Beispiele in
derselben Funktion, oft tritt ein zweites Verbum hinzu, um
ein einziges lateinisches wiederzugeben, sei es, daß die genaue
Entsprechung im Englischen fehlte, sei es, daß er verstanden
und daher besonders deutlich sein wollte, — das und anderes:
ähnliches machen den Stil nicht selten schwerfällig und breit;
z.B. B. 1245/50: 13 Fälle mit do, 1 doynge gegenüber 8 posse,
2 facere, je 1 valere, patrare, exercere, efficientia; 1395/1405:
8 do, 1 doere gegen 3 facere, 3 inferre, 1 satisfacere, amittere;
1765/80 bietet die beste Entsprechung, 8 do — 7 fieri, 1 existere;
1880/95: 4 do — 2 fieri, je 1 gerere, esse; 1917/20: 5 do,
1 undo, 1 doere — 6 Formen von facere, 1 fieri, existere.
Weitere Ausführungen über den Stil macht Bern. L. Jefferson,
Chaucer and the Consol. of Philos. of Boethius, S, 1—46. Trotz-
dem bleibt die Uebersetzung ein Markstein in der Entwicklung
der me. Prosa; sie erschloß einen neuen Wortschatz und
eröffnete neue Verwendungsmöglichkeiten für altes Sprachgut,
das zeigt ein Vergleich mit Wycliff, John of Trevisa und anderen
Autoren des 14. Jahrh., das erweisen auch deutlich die Belege
für do. Chaucer nützt es hier zum ersten Male in ungebundener
Rede viel reichlicher als die übrige spärliche Prosa des 14. Jahrh,,
allerdings nicht in solchem Maße, daß er als sprachlicher Neuerer
erschiene. | | | | |
Do in Chaneers Boece und anderen englischen
Uebertragungen.
Aus den schon S.20 angeführten Gründen soll zunächst.
don in König Alfreds ae. Bearbeitung der Consolatio kurz:
betrachtet werden. Er hält sich bei seiner Uebertragung nicht
streng an das Original, ja seine Freiheit geht so weit, daß er
aus dem fünften Buche eigentlich bloß etliche Gedanken über-
nommen hat. Eine eingehende Vergleichung mit der Quelle
' gibt W.I.Sedgefield in seiner Ausgabe: King Alfred’s O.E. Version
of Boethius’ De Consol. Philos. (Oxford 1899) im $ IV der Ein-
leitung, worin er auch Verfasserschaft und die strittige Datierung
behandelt. (Welches Interesse man der Consol. im Mittelalter
jederzeit entgegenbrachte, beweist unter anderem, daß eine
vollständige Abschrift von Alfreds Werk aus den ersten Jahren
des 12. Jahrh., also schon aus der Uebergangszeit zum Me.
erhalten ist, Bodl. Ms.180, von Sedgefield mit D bezeichnet.)
Die folgende Zusammenstellung für Alfred und Chaucer kann
nicht den Zweck haben, die Zahl der Fälle gegeneinander zu
halten und daraus Schlüsse zu ziehen, da ja Alfred und Chaucer
nicht denselben Text bringen. Wohl aber gibt die Verteilung
der Belege auf die einzelnen Gruppen und ihre Anzahl in einem
einzelnen Werk wie hier Aufschluß über die Verwendung und
jeweilige Auffassung des Verbums. Die Beispiele in Alfreds:
Proem und den Kapitelüberschriften (ohne Entsprechung bei
Chaucer) werden gesondert angeführt.
Gruppe: Alfred Cotton Metra _Chaucer
l,1: | 6 1 =
4: 7 — 6
DE: (4) _ 14
(Proem)
‚(Kap.-Ueberschr.)
6b:
6c:
Öd:
be:
T:
8:
(Proem)
Doppelter Akk.
4Kap.-Ueberschr.)
Gesamt: |
| Gesamt:
- 10,33: -
33c:
Gesamt:
‚V,37:
VI44a:
44b:
41:
Gesamt:
Gesamt:
— 106 —
Alfred Cotton Metra
44
76+4
4
Far
74
|lwwunßl |
Chaucer
—
aan
DD
— 107 —
Gruppes:t: Alfred . Coiton Metra .Chaucer
Komp WEISE Zu ee re, ih
doing u Nae wie Au Ka D
doere Er . a a | . 2
Die Beispiele für 1 1 tun dar, dab die lokale Bee
bei Alfred noch lebendig empfunden wird und gar.nicht selten
anzutreffen ist; allerdings ist do hier nicht für: das rein ört-
liche put, place (I,1a), sondern nur im übertragenen Sinne
(l, 1b) verwendet; Damit ist die Anmäherung an andere Gruppen
gegeben; man hat ja nicht mit scharfen Grenzlinien; sondern
mit Grenzgebieten zu rechnen. In allen diesen Fällen erscheint
do mit to zusammen, sodaß die ursprüngliche Vorstellung wäre
put s. o, to, into s. th. (auch passiv). So vollzieht: sich der
Uebergang zu den folgenden Gruppen 4 und 5 (direktes und
indirektes Dativ-Obj.), wo die ne to put s, th. to
8. 0. gewesen zu sein scheint.
1,4: Das Dat.-Obj., der Hahpizsgensiänd des Interesses für
diese Gruppe, wird 4X durch ein Pers.-Pron., 1X mit .Gode,
2X mit men ausgedrückt. Die noch vorhandenen Flexions-
endungen oder eigenen Formen wie bei men machen den Dativ
als solchen gleich kenntlich, daher ist die Stellung der Satz-
glieder frei, wenn auch allgemeine Tendenzen für eine be-
stimmte Wortfolge merkbar werden, Das Dat.-Obj. steht meist
vor dem Verbum, das direkte Obj. im Akk. folgt gewöhnlich
dem Zeitwort. —. (Welchen vielseitigen Gebrauch von don
Alfred. macht, zeigt die Stelle S. 17 Z. 22, die an 1,4 ange-
schlossen werden möge: hu. vfele (Adverb) me dod manige
weoruldmenn ‚mid p& bt ic ne mot wealdan... Das direkte
Obj. vfel, wie z. B. 38/27, ist durch das Umstandswort ersetzt,
wodurch größerer Nachdruck auf das Verbum, die Tätigkeit
‚gelegt wird. So rückt. das. Beispiel nahe an die intrans. Ver-
‚wendung, II, 5l, heran; mid bsem: würde es zur Gruppe I,6e
stellen, Erweiterung des Prädikats; der Nachsatz mid pam p:et
‚bringt es in Beziehung :mit dem kausalen do, Il, 21.)
— 18 —
(1,5). Das Dativ-Obj. mit to kommt eigentlich nicht vor,
daher die Klammer, Die Belegstellen sind aus äußerlich for-
malen Gründen hier zusammengefaßt worden, da sie durch das
Auftreten von to+ Dativ ein auffallendes gemeinsames Kenn-
zeichen aufweisen. Wieder lassen sie die große Freiheit in
der Behandlung des ae. Verbums erkennen; in 44/27, 110/19,
110/31 ist don to gode im Grunde eine adverbiale Bestimmung
gleich dem lateinischen recte facere (.. magon don to gode
bet..), in 113/14: .. do des lean to.. goodum, ist do soviel
als add, put to; es leitet über zu I,1 (lokal), auch zu V, 39
‘ (do mit Präpos.).
“16 bildet naturgemäß die größte Gruppe; die meisten Obj.
werden durch Pronomina dargestellt, worunter wieder pt als
Demonstrativum (1+11) und als Relativum (1-++ 12) überwiegt.
ping, das bei Ghaucer so oft zu finden war, erscheint nur 2 X
direkt, 2X (Rel.) indirekt. — An Subst. kommen nur zwei Ab-
strakta vor (16/7, 131/2).
1,6b: Der Inhalt des Werkes bietet reichlich Anlaß zu
Objekten dieser Gruppe, Begriffe moralischen Inhalts; yfel für
sich allein begegnet 7X, mit attrib. Pronomen 6 X,. indirekt
(Pron.) 3X, unriht und woh je 1X; auf der positiven Seite
erscheint good 4X für sich allein, 2X mit attrib. Pron. Von
beiden Seiten wird das Verbum in Anspruch genommen in don
swa god swa yfel (zweimal), swa®der (=god or yfel, einmal).
. 1,6e bringt die verschiedenen Erweiterungen des Prädikats,
welche die Beziehung der Handlung zu anderen Personen, auf
andere Dinge als das direkte Obj. ausdrücken und damit den
Zusammenhang mit 1,5 herstellen; im Ae.- hat das Verbum
weiten Spielraum, z. B. hier 37/1 .. don ymbe hine . „. 41/2,
88/13, 99/11, 134/21 don for, purh, 148/31 wid.
17b ist durch 75/16 weorädscipe, 143/30 hreowsunge be-
legt, 1,8 im perfektiven Sinne 2X in der Vorrede, .Proem
1/2, 1/10.
_ Nun bleibt noch eine transitive Verwendung zu erwähnen,
do mit dem .doppelten Akk., eine Fügung, die in Chaucers
Prosa ausschließlich durch make gegeben wird (s. S. 48). Zu
do in der Bedeutung „machen“ tritt außer dem direkten Obj. _
— ..109 —
noch ein Akk, in faktitivem Sinne, d. h. er bezeichnet ein Er-
gebnis der Verbal-Tätigkeit, etwas, was das Obj. durch die
Verbalhandlung wird, (dazu Deutschein $ 120, 2a). Bei Alfred
wird der Obj.-Akk. 16+2X (Kap.-Ueberschrift) durch ein
Nomen, 16X durch ein Pronomen gegeben, der Prädikats-
Akk. wird wie stets im Ae. ausschließlich durch Adjektiva
ausgedrückt.
1,15: Do intransitiv gebraucht kommt bei Alfred ver-
hältnismäßig viel öfter vor als bei Chaucer; immer wird es
von einem Umstandswort der Art und: Weise oder einer anderen
modalen Bestimmung begleitet (z.B. 58/6 ge... don neatum gelice), _
die auch die Form eines Modalsatzes annehmen kann (34/25,
don swa hi dydon, 127/32 u.a.). Die Adverbia (5 swa, 3 wel, je
1 bet, tela untela, elles) stehen stets unmittelbar vor dem Verbum
außer in 29/23 Ne do pu swa, 99/25 do swa swa du wille, wo
es sich um Befehlsformen handelt.
- ML Auffallend unterscheiden sich Alfred und Chaucer im
Gebrauche des kausalen do; bei Alfred und in der Zeit nach
ihm (Evangelienübersetznng, Aelfric) ist das faktitive don meist
mit einem abhängigen bset-Satz gefügt: III, 21, das hier mit
10 Belegen. erscheint. Don mit folgender Nennform' (III, 22, 23)
kommt zwar schon in den P’salterglossen vor (Canterbury, Surtees
Psalter, Interlinearversion des Lindisfarner Evangeliars), doch
da ist wohl das lateinische Original nicht ohne Einfluß geblieben;
häufiger tritt es erst gegen Ende der ae. Periode (um 1100) auf,
bei Chaucer hat es schon das Uebergewicht gewonnen. — Aber
auch hier wieder greift der Wortlaut der Stellen im Ae. über
das einfache Schema don. + bat und Nebensatz oft beträchtlich
hinaus und vermittelt dann die Verbindung von Ill, 21 mit
anderen Gruppen, so z.B. 10/3: das Subj. des Nebensatzes ist
als direktes Obj. im Hauptsatz vorweggenommen: .. pa sunnan
bu gedest p(zet) heo... adswascd, 29/28 ma&ge seo wyrd be
gedon fat); 36/15, 36/27 tritt ein. subjektiver Dativ (des
Interesses) vor das Verbum des Hauptsatzes don, 24/25 Wundrum
Iytel m&g gedon.. mon p(zt), tritt ein Akk.-Obj. im Sinne
eines Adverbs hinzu, Die Gruppen 22 und 23 sind bei Alfred
nicht belegt.
— 110 —
III, 24. Schon seit den frühesten Zeiten wird im Ae. irgend ein
Hauptverbum durch do aufgenommen und vertreten, auch in
Alfreds Boethius ist das vikarierende do oft zu finden.
24a. Stellvertretung ohne besondere Konstruktion, also
eigentlich intransitiv wie in 11,15, meist in Vergleichsätzen
eingeleitet mit swä (=me.ne.as) 9X, oder durch bonne 3X;
die Wortstellung ist regelmäßig. Wenn swa (=me.ne.so) an
die Spitze eines Hauptsatzes tritt, überwiegt die Ihversion,
4 Fälle gegenüber 49/11 mit .mehreren Subjekten: Swa nu fyr
ded, & wter & se & eorde &... — In 20/17, 126/11 swa swa ..
men wenab bt sio sunne do, ist swa, das dem Sinne nach zu
do gehört, in den übergeordneten Satz herausgezögen worden. —
Don vertritt nicht nur vorangehende Hauptverba wie 679,
sondern nimmt auch das folgende vorweg wie 137/9 (schon auf
S.72 angeführt), der Begriff „tun® wird erst nachher durch die
beiden Zeitwörter näher erklärt.
24c: do mit der Konstruktion des vertretenen. Vekınms
Hauptsätze, die mit swa beginnen, weisen Inversiön auf, (10/5,
130/6); in den durch swa eingeleiteten Nebensätzen folgt nach
der ’Konjunktion das Subj., dann aber schiebt sich zumeist (7 X)
zwischen dasselbe und das Verb. fin. don das Obj. ein, sodaß
das Zeitwort an den Schluß des Nebensatzes, damit gewöhnlich
‘ des ganzen Satzgefüges zu stehen kommt, Nur in 34/23, swa
he nu dyde to... peodrice, and..toNerone..and. ., 34/27 swa
fyres leg ded drigne ha&dfeld, odde.. und 133/13 swa man ded
bone zppel on his eagan, erscheint die Wortfolge swa + Subj.
+ don + Obj.; die beiden ersten Fälle stehen in einem aus-
gedehnten Satzgefüge, der letzte hat noch eine adverbielle Be-
stimmung außer dem Obj. So ist es erklärlich, daß der Kern
des Satzes Subj. und Prädikat straff zusammengehalten und
ihre Trennung durch das Dazwischentreten von schweren
Satzteilen vermieden wird.
24d: Auch im Ae. macht sich da neben der rein stell-
vertretenden Funktion des Hilfsverbums do der primäre Charakter
des Hauptverbums do bemerkbar, es steht zwar für ein anderes
Zeitwort, doch das Tun, das Handeln an und für sich wird
ebenfalls betont. Zwischen 24a und d ist manchmal schwer
— 11 —
zu unterscheiden. Wie früher ist überall swa anzutreffen, 2X
als Konjunktion (=as), sonst als Adverb. (= so), das auch in:
den Hauptsatz gezogen werden kann (28/28). Es steht außer
in 93/16 Swa nu wrsennes ded, unmittelbar vor dem Verbum,
nur 66/29 and da dyde ınon swa, ist es an den Schluß des-
Satzes unter Hochton gerückt. Die zahlreichen Varianten inner-
halb der Grundtypen von III, 24 lassen die Vielseitigkeit und.
Freiheit in der Verwendung des ae. don beobachten. — Der
Beleg, welcher im N.E.D. für 25 b in Anspruch genommen wird:
(14/17), wurde schon S.71 ff. besprochen.
W,33: Der „Dativ“ des Infin. to donne ist im Ae. an
der noch lebendigen Kasusendung zu erkennen; 3X ist er vor
oder nach einem Verbum, also prädikativ, 2X attributiv ver-
wendet. Die zu ihm gehörigen direkten Obj. sind meist (4 X).
in die Gruppe 6b (moralische Begriffe) einzureihen. |
. V. Do mit Präpositionen in besonderem Sinne ist durch
47 do off vertreten, a: to put, take off, remove 2X, es hängt
mit dem lokalen Gebrauch (I, 1d: to do of= to put out) zusammen..
An Komposita sind adon 5X (1X als Part.) und fordon
3X (1X als Part.) belegt. Bei ersterem findet sich oft außer
dem Akk.-Obj. of, 1X auch from.
Die Uebertragung dieses Denkmals gehört der bedeut-:
samsten Periode der ae. Prosa an und gibt somit ein Bild
der sprachlichen Verhältnisse im allgemeinen, des Gebrauches-
von don im besonderen. Zusammenfassend sei bemerkt, daß
die lokale, die Grundbedeutung von do. noch lebendig ist, 1,1;
to ist noch nicht so geschwächt, daß zur direkten Ergänzung
im Akk. ein Dat.-Obj. mit to treten kann, I,5. Die häufige An-.
wendung des doppelten Akk. bei do im ae. Boethius bildet
einen der Hauptunterschiede zwischen Alfred und Chaucer. —
Die intransitive Funktion, Il/15, ist im Ae. kräftiger ausge-
prägt. — Do als kausales Hauptverbum weicht stark vom Me.
ab, Alfred fügt es mit Nebensatz, bei Chaucer ist die Kon-
struktion .mit dem Inf. gebräuchlicher. — Auffallend ist der
weite Bereich, den das stellvertretende do im Ae, gegenüber
dem Me. einnimmt. — Komposita kommen im ae. Text häufiger
— 112 —
vor, aus Me. Chaucers verwendet dafür do mit Adverb, adon =
do awey.
Do hat bei Alfred einen viel größeren Ssjöiraim. wird von
ihm für viel mehr Bedeutungen und Begriffe verwendet als von
Chaucer, dabei kommt aber das ae, don im Verhältnis nicht
öfter, ja in diesem Denkmal eher seltener vor als im Me.,
speziell im Boece (1 do in ungefähr 60 Zeilen = 2 Seiten der
Ausgabe von Sedgefield).
Das Problem der Verfasserschaft der Cotton Metra ist
nicht endgültig gelöst; Fehlauer gibt (S. 20—31) eine ausführ-
liche Darstellung des Standes der Frage .(1909: 5 Gelehrte
dafür, 8 dagegen, 6 unentschieden, Fehlauer selbst für Alfred;
dazu Brandl, Ae. Literatur). Hier würde sie nur insoferne in
Betracht kommen, wenn sich im Gebrauch von do Verschieden-
heiten zwischen Alfreds Prosa und diesen Versen ergäben. Es
ist jedoch nichts außergewöhnliches zu bemerken, die Wort-
stellung wird natürlich durch das Metrum beeinflußt, do
bietet keine Handhabe für eine Beweisführung auf eprachlicher
Grundlage. |
Walton hält sich inhaltlich ebenso wie sprachlich eng”
' an seinen Meister und sein Vorbild Chaucer; so unterscheidet
sich auch sein Gebrauch von do weder dem Umfange noch
der Art nach irgendwie von dem Chaucers außer durch die
schon S. 89 eingehend besprochene Verwendung des um-
schreibenden do; bei Walton ist es wohl noch eine ausgesprochen
dialektische Eigentümlichkeit.
Ein völlig anderes Bild zeigen die Boethius-Uebertragungen
des 16. Jahrhunderts. Als Vorläufer Elisabeths ist George
Colville anzusehen, der, angeregt durch Chaucers Ueber-
setzung, sich um die Mitte des Jahrhunderts der gleichen
Aufgabe unterzog (Fehlauer, S. 61, hier S. 19). Schon im
weitläufigen Untertitel und in den einleitenden Abschnitten —
— 13 —
eine vollständige Textausgabe (Bax) war nicht erreichbar —
erscheint in reichlichem Ausmaße das umschreibende do, das
in der frühne. Zeit zu einem Hauptcharakteristikum nicht nur
innerhalb des Verwendungsbereiches des Verbums selbst, son-
dern des ganzen Sprachgebrauches in dieser Periode überhaupt
geworden ist, z.B. ... whose disputaciouns do plainly declare
the Iyfe, ... where the elect... soules do raygne. Stellen aus
den beiden ersten Büchern (nach Fehlauer): my .... life...
doth continue in dolour (Ch. myn ... lif draweth along);
the ioye ... dyd comfort me (Ch. comforten); And she her
selfe dyd bare in her... hand... bokes (Ch. this woman
bar ... bokes in her... hand); they that doo dystroye the
commodytyes of reason (Ch. tho that ... destroyen the
corne ... of resoun); and dyd behold y® son beames... and
did se the sterres ... an dyd knowe what sterres dyd kepe
and use ...courses (Ch. ... and saugh the ligthnesse of the
sonne and saugh the sterres ... and whiche sterre ... useth
. courses); fragend: doeste thou holde thy peace for shanmıe
(Ch. Is it for shame); If then the wynde ... do blowe from
hys den... putting away the nyght (Ch. yif thanne the wind
... y-sent out of the caves ... beteth this nyght) Konjunk-
tiv; andthe son... dothe shyne and stryke (Ch. than shyneth
Phebus ... and smyteth); whoso ... do wysshe for goodes
(Ch. But who so ... desireth thyng) Konjunktiv; negativ
fragend; doth nat thisplace... shewe the? (Ch....sheweth
it nat ...); persons whom the moste parte of the people do
feare ... (whiche the peple ... dreden); Randbemerkungen
und Zusätze im ersten Buch: The poetes do fayne that...
the sonne and the sterres do ryse ... do go down. Aus dem
Bruchstück, das Wülker gibt: Thou doist turne the firmament
(Ch. tornest, Walton turnest, Alfred ymbhweorfest, C. Metra
ymbwhearfest), ... that the moone ... do lose her Iyght).
Zwischen Colville und Elisabeth schiebt sich die kunst-
volle Wiedergabe der ersten 9 Metra durch Sir Thomas
Challoner 1563 ein (S. 19). Unter den 23 do-Fällen in den
8
BEE
285 längeren und kürzeren Versen und dem prosaischen Nach-
‘wort sind nicht weniger als 22 do in umschreibender Funk-
tion (1X im Fragesatz); das einzige Mal in primärer Ver-
wendung (l,8) kommt es im prosaischen Teil vor.
Die Uebersetzung der Königin Elisabeth. (E.E.T.S.Or.
‘Ser. 113 [1899] nach dem einzigen vorhandenen Ms, teilweise
.von der Hand der Königin selbst, im Public Rec. Office heraus-
‚gegeben von Miss C, Pemberton) fällt in eine der Glanzperi-
‘oden der englischen Sprache, in die Zeit Shakespeares (1593);
in dem Werk wird sich die Ausdrucksweise des damaligen Eng-
‚land spiegeln. — Gibt auch Chaucer eine genaue Uebertragung
‚der Consol., so hält er sich doch nicht sklavisch an das Original,
sondern nimmt sich die Freiheiten eines guten Uebersetzers heraus,
.das gleiche tut Colville gegenüber seinen Vorlagen, dem latei-
nischen und Chaucers Text. Anders die Königin; sie übersetzt
‚ wortgetreu, Ausdruck für Ausdruck. Diese pedantische Genauig-
keit kann sie aber doch nicht vor fehlerhaften Wiedergaben
‘bewahren, ja führt oft geradezu mißverständliche, Auffassung
mancher Stellen herbei (z. B. I,M.4/3). Unter diesen Umständen
‚ist es nicht verwunderlich, daß ihre Sprache nicht selten unge-
:lenk, steif.und gezwungen wirkt, an lateinische Konstruktionen
-anklingt, besonders wenn sie die schwierigen lateinischen Vers-
maße in englischen derselben Art. nachzuahmen versucht, Die
Kürze der Arbeitszeit (nach den verschiedenen Angaben von
Zeitgenossen, die allerdings als Angehörige des Hofstaates nicht
„ganz unparteiisch sein dürften, 24—26 Stunden in 26 Tagen)
war für die allgemeine Qualität des Werkes gewiß nicht von
Vorteil, ließ aber wohl nicht Muße zu langem Feilen, gesuchten
Wendungen und gekünstelten Konstruktionen. Daher wird auch
.das zum alltäglichen Wortschatz gehörige do in der natür-
lichen und dazumal gebräuchlichen Weise von ihr verwendet
worden sein. Da Chaucer und die Königin den Originaltext
bringen, können hier die Zahlenverhältnisse der folgenden Zu-
'sammenstellung miteinander verglichen werden.
= 115 ==
Chaucer
6
14
4
28
5.112
. Chaucer
en
7
al I III I Ierwrernen|
CGhaucer
Elisabeth
e 45
7
1
60
NO ST)
21
54
Elisabeth
‚6
41
1
23.
. Elisabeth :
V,37: | 1 _
VI, 44: 16 8
Gesamt: 171 329
doing 5 3
don — 1
(Part. abs.)
doere 2 3
Kompos. 2 2
Zuerst macht sich äußerlich die Massenwirkung geltend,
den 171 Fällen bei Chaucer stehen fast doppelt so viele bei
Elisabeth gegenüber. — Als transitives Hauptverbum tritt do
sehr stark zurück; in den Versen der Metra ist es in diesem
Sinne nur zweimal zu belegen (B.=Book Ill, M. = Metrum 928:
l,4b, Dat.-Obj. ohne to, B. IV, M. 2/18: L6 gewöhnl. trans.).
Doch auch in der Prosa sind Zahl und Art der Obj.-Begriffe
beschränkt. Außer den Nomina (zu I,4b in B. III, M. 9j28) do
... them grace, (zu 1,5, Dat.-Obj. mit to inB. II, Pr.=Prosa
7/37) do profit to many...peple, (zu I,9, Akk.-Obj. s. S. 45,
in B. II, Pr. 6/44) do his propertie (Chaucer,... maketh), be-
stehen die Ergänzungen nahezu alle aus verschiedenen Pro-
nomina und Pronominalien wie all, thing etc. Für 1,6b, Akk.-
Obj. moral. Inhalts, sind die gewöhnlichen Ausdrücke wie
wrong, yll, einmal mischeefe zu finden, ebenso in den wenigen
Fällen von I,6e, Erweiterungen des Präd.
I. Der intransitive Gebrauch ist gleichfalls beschränkt.
Es kommen zwar, absolut genommen, gleich viel Beispiele in
beiden Werken vor, aber es sind die Gesamtzahlen zu berück-
sichtigen, und da tritt die Abteilung II bei Elisabeth zurück.
Nicht zu finden ist bei Chaucer II,17: to have done (B. II,
Pr. 3/7: when these haue don to sounde.... Chaucer: stynten
for to soune). Die Abweichung ist wohl nur zufällig durch die
Wortwahl Chaucers bedingt, da diese Wendung schon zu Be-
ginn des 14. Jahrh. zu belegen ist (Rob. Brunne, Handl, Synne,
St. Katherine).
— 17 —
II. In kausalem Sinne verwendet Elisabeth do mit fol-
gendem that-Satz nur vereinzelt (B. V, Pr. 6/50). Do mit Inf. in
faktitiver Bedeutung ist nach Ende des 16. und im 17. Jahrh.
anzutreffen, hier bei Elisabeth und bei Shakespeare kommt es
nicht mehr vor (Franz, Sh.-Gramm. 2, Aufl, $ 595, Anm. 1).
Wie schon S. 109 erwähnt wurde, reichen die Anfänge dieser
Konstruktion bis in das Ae, zurück, ihre Entwicklung und
Blütezeit fällt in die me. Periode, zu deren Ausgang sie schon
verblaßt und über do + Inf. mit noch kausaler Bedeutung in
das periphrastische do übergeht. — Am wenigsten geändert
hat sich in der Verwendung von do als stellvertretendem Hilfs-
verbum; zweimal steht es hier in einem Vergleichsatz ohne
Inversion. — Völlig und ganz ist do in seine Funktion als
Hilfszeitwort eingetreten; das zeigt deutlich die in jeder Hin-
sicht überragende Anzahl der Fälle, die über zwei Drittel der
Gesamtsumme ausmachen. In Elisabeths Uebertragung sind
sämtliche mögliche Arten des periphraslischen Gebrauches
belegt: III, 25 in bejahenden Aussagesätzen, a) mit gewöhnlicher
Wortordnung, b) mit Inversion, sodaß die normale Stellung
des Hauptverbums gewahrt bleiben kann, III,26 in Fragesätzen,
27 in negativen Aussage- und 28 in negativen Fragesätzen,
endlich auch als Hilfsverb beim Imperativ II, 30.
Im N.E.D. ist die Fügung do but und Infin, etwas stief-
mütterlich behandelt; sie wird nämlich nur in Ill,30c als
Imper. angeführt wie z. B. in der Uebersetzung der Königin
B. IV, M.6, während sie doch nicht nur bei Elisabeth (weitere
drei Beispiele), sondern schon bei Ghaucer auch in Aussage-
sätzen zu finden ist, so B, 1250/55 (407) .. to do oonly but
goode thinges. Die Natur von but und seine negative Funktion
behandelt erschöpfend Jespersen in ch. 12 S. 127—139 seiner
Untersuchung »Negation in English and other Lang.«, Kopenhagen
1917; die Rolle als Konjunktion und Adv. bei Chaucer im
bes. bespricht Eitle, $ 77, S. 86b, y, (verkürzter Satz, die
Negation ist nicht gesetzt).. Die Ansicht Dietzes (S. 37 ff.) ist
im N,E.D. übernommen worden, daß nämlich do mit but genau
genommen nur vom ne. Standpunkte aus als umschreibend
angesehen werden kann, denn eigentlich steckt das primäre
= ig
Begriffsverbum do in transitiver Bedeutung drinnen; das Akk.-
Obj. ist ein nawiht —>naught, nought (> not) gewesen, welches.
späterhin verschwand. So blieb do but und Infin. in diesem:
Sinne übrig (N.E.D. but Nr. 6); do but know ist anzusehen
als eine Weiterentwicklung von de not (=nihil) but know.
Die ursprüngliche Funktion dieses do und but: wird deutlich
erkennbar, wenn nothing an Stelle des alten nawiht tritt; he
does nothing but, (III Umschreibung mit do zum Ausdruck der
intellektuellen Einfühlung $ 11).
Ein Gegensatz zwischen den Prosastücken und den Metren
ist beim Gebrauch von do nicht zu bemerken, höchstens, daß
das umschreibende do in den Versen öfter als rhythmisches
Hilfsmittel benützt wird als in ungebundener Sprache.
Die damalige und die moderne Fügung des periphrastischen
do gehen gar nicht besonders auseinander. Nur eines ist auf-
fallend: im Gegensatz zu heute ist seine Verwendung im posi-
tiven Aussagesatz (III,25) sehr ausgedehnt, dort tritt es sogar
zuerst und in Fällen auf, wo die Umschreibung dem jetzigen
Sprachgefühl nach durchaus gleichwertig neben der nicht um-
schriebenen Form steht und durch rein mechanisch wirkende
Kräfte herbeigeführt scheint. Dieses do bildet einen der wesent-
lichen Unterschiede zwischen dem frühne. und heutigen Sprach-
gebrauch, der es nur noch kennt zur nachdrücklichen Hervor-
hebung einer Aussage, zur Betonung der Stärke eines Affektes,
eines Gegensatzes, zum Ausdruck einer Tatsache, der Wirk-
lichkeit eines Geschehens.
Franz gibt zu seiner grundlegenden Darstellung in der
Shakesp.-Gramm. (Umschreibendes do $ 594 fl.) sehr wertvolle
Ergänzungen in den Ausführungen über die Arbeit von Hildeg.
Harz, E. St. 54/297 (1920), desgleichen Ekwall in der Be-
sprechung derselben Untersuchung, Angl. Beibl. 30/228 (1919).
Historische Daten bieten Dietze, S. 77 und anderwärts; Deutsch-
bein $ 35 3.78; SS Deraen, Growth & Struct. 208, un
in Engl. u. a.m. |
Die Umschreibung wird durch bestimmte Zwecke bedingt,
so durch das'Streben nach einer Veränderung der Wortfolge,
die noch nicht in demselben Maße wie heutzutage durch feste
— 19 —
grammatische Normen geregelt. war. Vor allem drehte :es sich
um .die Stellung des Adverbs und des. direkten (Akk.-)Obj.; für
das erste strebte man den Platz vor dem Verbum fin. an, sofern.
es begrifflich zu ihm gehörte, das letztere sollte sich möglichst.
eng an das Prädikatsverb anschließen. Da konnte do durch:
seinen Einfluß auf die Wortordnung zur Festigung und Siche-:
rung dieser Gruppen, zur Klärung des Verständnisses viel bei-.
tragen. Außerdem ist do ein ausgezeichnetes rhythmisches.
Hilfsmittel nicht nur als Füll- und Flickwort für die Verse,
sondern auch für. den Prosa-Rhythmus. Die Sprache war
solchen. satz-rhythmischen Einwirkungen viel: leichter zugäng-
lich, da in der frühne. Syntax (daher auch Wortfolge) keines-
wegs die normierten Verhältnisse von. heute herrschten,. Durch
Setzung dieses Hilfsverbums konnten Härten besonders am
Satzschluß vermieden werden, die durch die Aufeinanderfolge:
von mehreren Hochtönen entstanden wären. Nebenbei ist‘
damit eine Erweiterung der Ausdrucksform gewonnen, da es:
immer auch als stilistisches Steigerungsmittel des Nachdrucks
dienen kann. Außerdem hatte es eine Menge rein formaler
Funktionen, man ‚braucht nicht überall gleich eine begriffliche‘
Bedeutung hinter ihm zu vermuten. Es dient z. B. dazu, die
Tempora von Verba, die für Präs. und Präterit. nur eine Form
haben oder hatten (put, cut, früher lift) auseinander zu halten,
schwerfällige Präter.-Bildungen zu erleichtern u.a.m.
‚In der elisabethinischen Zeit, nicht nur in der gebundenen
Rede, sondern auch in der erzählenden und wissenschaftlichen
Prosa (Hooker, Bacon) ist das periphrastische do nicht selten:
in positiven Begründungs- und Relativsätzen zu finden, in welchen:
dem vorher Gesagten etwas Tatsächliches, Bekanntes, allgemein
Gültiges hinzugefügt wird; es wird deshalb von Autor und Leser'
ohne weiteres als selbstverständlich und naheliegend empfunden:
und aufgefaßt (Franz). Außerdem mögen, da diese Teile oft das:
Satzgefüge beschließen, die vorher erwähnten .rhythmischen
Gründe von Einfluß gewesen sein; besonders gut zu beobachten
ist dies, wenn: das Verb. (umschrieben) direkt dem. Subj. folgt
oder umschriebene und nicht umschriebene Formen eng neben-
— 1720 —
einander stehen. Elisabeth, Boe. B.I, Pr.4/128; Rel. Satz B. II,
Pr. 5/77, 6/9, 6/41, M. 8/29, B. II, Pr. 1/11, 1/19, 2/60, 5/17 u.ö.Do
bezeichnet in den positiven Behauptungssätzen nicht allein
„Einfühlung* in den Standpunkt des Angesprochenen, sondern
'ganz im allgemeinen eine seelische Beziehung zwischen Sprechen-
dem und Hörendem, zwischen Autor und Leser. Harz faßt die
Funktion zu eng, oft genug ist do ein sehr schwacher Gefühls-
träger, der, wenn er nicht unter Hochton kommt, sich wieder
' verliert und verschwindet.
Im negativen Behauptungssatz, N.E.D. III, 27, überwiegt
noch die nicht umschriebene Form, (Franz, Shak.-Gr. $ 599;
Stroheker: ebenso bei Marlowe und Kyd; Ziesenis: desgleichen
bei Lyly, Greene, Peele). Die Beispiele bei Elisabeth sind
eigentlich auch wenig zahlreich und von diesen ist die Mehr-
zahl bei Inversion verwendet nach Konjunktionen wie nor,
neyther, but. Das Bestreben, wie alle anderen Adverbia auch
die Negationspartikel vor das Hauptverbum zu setzen, macht
sich hier nicht auffällig bemerkbar. Dabei handelt es sich nicht
um „negative intellektuelle Einfühlung“, wie Harz annehmen
möchte, sondern diese Umstellung mit Hilfe von do bezweckt
Klarheit, indem sie die Zusammengehörigkeit von Negation
und Hauptverb betont; dadurch verhindert sie das mögliche
Mißverständnis, die Verneinungspartikel als Wortnegation auf-
zufassen. Jespersen gibt in Negation in English, ch. I, General
Tendencies S.4 ff, folgende Erklärung: Der Stand I say not aus
I ne seye not ist im 15. Jahrh. erreicht. Das Deutsche steht
noch auf dieser Stufe. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrh.
wird nun do in allen Arten von Sätzen unterschiedslos als
Hilfsverb verwendet, aber allmählich beschränkte man sich auf
die, in welchen es entweder zur Emphase oder zu einem gram-
matischen Zwecke diente. Der Deutlichkeit halber bemühte man
sich, die Negation zuerst oder möglichst bald zu setzen, so sehr
oft unmittelbar vor das verneinende Wort, meist das Verb;
ermöglicht wird dies durch den Einschub von do, das alle äußer-
lichen Faktoren (Zeit, Zahl, Person) übernimmt, sodaß not den
Platz vor dem eigentlich wichtigen Begriffsverbum erhält. Aehnlich
— 21 —
wie l will not, cannot say, Ihavenot said, bekommen wir I do not
say. Eine solche Analogiewirkung ist nicht ausgeschlossen.
Für die affirmativen Fragesätze, N.E.D. III, 26, gilt, was
Franz für Shakespeare, Stroheker, Ziesenis für die oben ge-
nannten elisabethinischen Schriftsteller festellten:: wenn die
Frage nicht durch ein Interrogativum (Pron. od. Adv.) eingeleitet
ist, wenn sie eine auf den Gesamtinhalt des Satzes gehende
Antwort verlangt, so überwiegt weitaus die umschriebene Form ;
sie ermöglicht, daß doch einerseits die Frageform (Verb- Subj.)
eingehalten werden kann, andererseits der allgemeinen Neigung
folgend das Subj. vor dem Begriffsverb zu stehen kommt, Dost
thou think, know, understand, remember, see wird meist in
dieser Gestalt verwendet. Die nicht umschriebene Form hat
den Vorzug, wenn ein Fragewort an der Spitze steht, Bei
Elisabeth sind aber doch auch recht viele solcher durch Frage-
wort eingeleiteter Sätze mit do umschrieben, z.B. B.I, M. 5/29,
Pr. 6/24; B.II, Pr. 2/38, 3/62,4/32, 6/9, 6/15, 6/50, M. 7/7, 7/19; B. III,
Pr. 11/60, M. 11/13; B.IV,Pr. 2/70; B.V, Pr. 3/58, M.3/10, Pr.4/9,
4/13, Pr.6/69. Sie machen ungefähr 1, der Gesamtsumme aus;
das an der Spitze stehende Fragewort kann da eine gewisse
Rolle spielen, denn von den 18 Sätzen dieser Art sind 12 durch
why eingeleitet (how 1, when 1, Pron. 3x). —
Die negativen Fragesätze, N.E.D. II, 28, sind gegenüber
den affirmativen bedeutend in der Minderheit (9:60). Sie werden
hier nie mit einem Interrogativum eingeführt, haben also die
ne. Form, do you not think, do (we) not see (letzteres 4X).
Der Vorzug der rhythmischen Wortordnung neben dem der
inneren Klarheit ist gewonnen, ein Moment von großer Wichtig-
keit, Der Kern des Zeitwortes rückt näher an den Satzschluß,
das begrifflich bedeutsamste Wort hat nun eher Aussicht, am
Satzende unter Hochton zu kommen. Auch der unmittelbare
Anschluß des direkten Obj. an das Verb wird damit ermöglicht
(Franz). — Beim Imperativ (mit do) und den restlichen Belegen
sind keine auffallenden Abweichungen vom gewöhnlichen Ge-
brauch zu bemerken. —
Elisabeths Uebersetzung von Plutarchs »De curiositate«
bietet für do dasselbe Bild und zeigt dieselbe Uebereinstimmung
— 12 —
mit dem damaligen Sprachgebrauch, der für das umschreibende
do einen Höhepunkt darstellt. Im Ae, und im Me. bis Chaucer
einschließlich hat die Erscheinung sich nicht zu entfalten
vermocht. Zu Beginn des 15. Jahrh. machen sich .die. ersten
Ansätze der Entwicklung bemerkbar, im Laufe des Jahrh. ge-
winnt dieses do zusehends an Bedeutungskraft, die größte
Verbreitung hatte es im 16. und zu Beginn des 17. Jahrh.,
und zwar mehr in der Literatur 'als in der gewöhnlichen
Umgangssprache. Pepys hat die Umschreibung: in positiven
Sätzen noch vielfach, Evelyn nicht: mehr, Dryden steht auf
dem modernen Standpunkt (Deutschbein). Zu Ende des 17.,
Beginn des 18. Jahrh. tritt der Umschwung ein, der im 18.
fast zu einer Abneigung gegen die Verwendung von do als
Hilfszeitwort führte (Pope, Johnson). Die Stabilisierung und
Regelung erfolgte (nach Dietze) in den verschiedenen Satzarten
nicht gleichzeitig. Zuerst scheint in den negativen Fragesätzen
noch im 16. Jahrhundert die Umschreibung einheitlich durch-
geführt worden zu sein, die negativen Aussage- und Auf-
forderungssätze folgen um 1700, in den positiven Behauptungs-
und Fragesätzen ist der heutige Stand um die Mitte des
18. Jahrh. erreicht. |
Die Gründe für die -weite- Ausbreitung der Kenkteskien
sind nach Hoops, wie S. 90 erwähnt wurde, das Streben nach
Hervorhebung des Verbalbegriffes, nach Belebung und Ver-
deutlichung der Ausdrucksweise. Der Umfang der Verwendung
wurde dann allzu groß, sodaß dieser verstärkende Charakter des:
do sich allmählich wieder verlieren mußte. Ueberdies wird im
18. Jahrh. das Wesen der sprachlichen Aeußerung allgemein
starrer und zurückhaltender, die regelnde, berechnende und
ausgleichende Verstandesrichtung hat das Uebergewicht über
Gefühlswärme und Temperament; diese seelischen : Momente
konnten die Sprechweise nicht mehr so wie früher beeinflußen.
Franz lenkt die Aufmerksamkeit auf das „Tun“ im provinziellen
Deutsch, im Oberdeutschen; über das modale Tun spricht
Deutschbein in seinen sprachpsychologischen Studien und
K. Hentrich, „Modales tun im Nhd.® in den „Vermischten Bei-
trägen zur Sprachpsychologie“. G.R.M. 9/240 (1921).
Zusammenfassung.
Die drei Boethius-Fassungen geben im großen ganzen ein:
deutliches und anschauliches Bild der Entwicklung für do bis in
die frühne. Zeit. Als Hauptverbum ist es seltener geworden, seine
begriffliche Kraft hat seit Chaucer offenkundig sehr nachge-
lassen. Am auffallendsten ist das vollkommen geänderte Aus-
sehen von N.E.D. III (causal & auxiliary uses); diese Abteilung
ist nicht nur die weitaus größte geworden, sonderm auch ganz
_ neue Gruppen haben in ihr die Herrschaft an sich gerissen,
die des umschreibenden do, N.E.D. II, 25—28. So steht der
allmählichen qualitativen Einbuße eine mächtige quantitative
Zunahme gegenüber, wobei der Unterschied zwischen dem ae.
und me. Gebrauch nicht derart einschneidend. und merkbar ist
als der zwischen der me. und frühne. Verwendungsweise. Große
Ereignisse und gewaltige äußere Umwälzungen, wie sie an
der Grenze der ae. und me. Zeit vor sich gingen, konnten
wohl das äußere Sprachbild stark verändern, prägten sich.
aber in ihr Leben, ihren organischen Bau, in die Syntax weniger
ein, das läßt schon dieses eng umgrenzte Problem, dieser kleine
Ausschnitt aus dem Sprachleben erkennen. Veränderungen.
solch tief greifender Art, die das innere Wesen, den Aufbau
der Sprache treffen, sind die Ergebnisse eines langen, allmäh-
lichen, natürlichen Werdens, das in der Hauptsache durch
psychologische Momente, durch die Wandlung des Volks-, damit
des Sprachgeistes bestimmt wird.
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AUTOREN-VERZEICHNIS.
Abbot S.6
Baur 17
Bax 19, 113
Bell 17
Beschorner 82 (2X)
Bihl 5, 31, 34, 35, 37,
38, 44, 59, 63, 83
Blades 12
Bonaparte 87
Borst 5, 10, 14, 35, 51
Brandl 50, 58, 59, 88, 112
ten Brink 3, 4, 14, 15
(2X), 17, 19, 92
Brinkmann 22
Burghardt 74
Callaway 96
Chambers 14, 16
Collitz 1
Cossack 18, 19, 88
Courmont 5, 75 (2X),
86 (2X)
Craik 13
Curme 99
Dahlstedt 39
Deussen 18
Deutschbein 2, 3,5(3X),
6 (2X), 9, 10, 22, 23
(2X), 24, 25, 49, 55,
56, 71, 74 (2X), 75
(2X), 76, 77, 82, 83
(2X), 92, 93, 94, 96,
100 (2X), 109, 118,
122 (2X)
Dibelius 4
Dietze 6, 70 (4X), 71
(2X), 85, 117, 118,
122
Dölle 4
van Draat, Fijn 59, 63,
64, (2X)
Ebert 18
Einenkel 5, 52, 58, 59,
64 (3X), 82, 86, 92,,
99, 100
Eitle 37, 51, 52, 117
Ekwall 6, 44, 74, 118
Elworthy 88
Fansler 42, 80
Fehlauer 17 (2X), 18
2X)
Fehr 5, 58, 59 (2 X), 99
Flasdieck 3/4,4 (3 X), 12
Franz 6 (2X), 59, 60,
83, 117,118, 119, 120,
121 (2X), 122
Fraser 17
Frieshammer4, 11 (3X),
12 (2X), 13
Funke 9, 38, 82
Fumivall 15 (4X)
Gerike 96, 100 -
Godefroy 42
Guest 16 (2X)
Hammond 13, 15, 16
(8X), 17, 80
Harz 6,83, 118,120 (2X):
Hentrich 122
Hertzberg 15
Heusler 66
Hoops 4, 6, 90, 96, 100;.
122
Horn 1
Holthausen 59
Hüttinger 18
Jefferson 17 (2X), 19,.
104
Jespersen 2, 10, 75, 96-
(2X), 99, 100, 102,
117, 118, 120
Kaluza 80 (2X)
Keilmann 34
Keller 6
Kellner 5, 12, 60
Kenyon 6, 58 (2X), 59,.
63, 74, 75, 77 (2X),
79 (aX), 80 (2X),
81, 83, 84 (2X), 93-
Ker 13
Klingner 18
Klöpzig 92, 93 (2X)
Koch F. 5
Koch J. 13, 14,15 (2X),
17 (2X), 18, 19, 82:
’Koeppel 15, 17, 42
Krüger 6
Lange 82 (2X)
Lekebusch 4
Lichtsinn 58
‚Liddell 15 (2X), 17, 19
Lounsbury 5, 71, 73, 80
3X)
Lowes 15 (2X)
Luick 6, 42
Mätzner 5, 55, 57, 59,
69, 72, 84
Manitius 18 (2X)
(Mather 14, 15
Moore 6, 61, 70, 85, 86
EX), 87 (2X), 88
Morris 12, 18, 19, 64
‘Morsbach 3 (2X), 4, 11
Murray 8, 27, 36, 37, 87
Nietzsch 18.
Paul 24, 37, 58, 59
'Pemberton 114
‚Pollak 9
'Pollard 14, 15 (2X), 27
'Poutsma 6
Remus 44
Ries 24, 29
Rohde 6
Root 15
Ross 96
Royster 5, 6, 64, 68, 70,
74, 76, 80, 82, 85
(2 X), 86 (4 X), 87, 88
Sanders 58, 59 (2X),
61, 62, 93
Schick 86
Schmidt 99, 100
Schröer 4 (2X)
Schümmer 18 (2X), 88
(2X)
Science 19
'Sedgefield 69, 105 (2X)
Shearin 59 (2X)
Skeat14(2X),15(3X),
16, 17 (2 X), 77,79, 84
Sommer 24
Stewart 17 (2X), 18
Stroheker 5, 120, 121
Sunden 50°.
Sverdrup 1
Sweet 5, 24 (2X), 29,
70, 1 (EX) 72, 78,
83, 93, 96, 100 (2X)
Swoboda 6 j
Tanger 93
Tatlock 14
Thomas 16
Tyrwhitt 16, 75
Ury 16
Ward 13, 15 (2X)
Warton 18
Wendt 5, 23, 49, 100
Western 2, 3, 5, 24, 25,
26
Weyel 59 |
Wild 11, 12 (AX), 13,
42, 46, 78, 79
Wilmanns 96
Wright 87, 88
Wülfing 5, 71, 72
Wülker 18, 19, 113
Wwyld 10
Zenke 9
Ziesenis 5, 120, 121
Zilling 6, 64, 80, 81, 83,
85 (3X)
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